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Schulwege sollen sicherer werden

Zwei Unfälle in Potsdam Schulwege sollen sicherer werden

Im neuen Schuljahr wurden in Potsdam bereits zwei Kinder auf dem Weg zum Unterricht verletzt. Stadtverwaltung und Rektoren sehen auch „Elterntaxis“ als Gefahrenquelle. Zudem soll im Herbst ein neues Sicherheitskonzept vorgelegt werden.

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Kinder sollten möglichst zu Fuß zur Schule gehen, um selbstständig zu werden.

Quelle: dpa

Potsdam. Das neue Schuljahr ist noch keine zwei Wochen alt, aber schon zwei Kinder in Potsdam waren nach Polizeiangaben auf dem Weg zur Schule in einen Unfall verwickelt. Dass viele Verkehrsteilnehmer das kleine Einmaleins des sicheren Fahrens nicht beherrschen und so eine Gefahr für Kinder darstellen, hat die Polizei gleich am ersten Tag nach den Ferien bei Kontrollen vor den Schulen feststellen müssen: 60 Ordnungswidrigkeiten registrierten die Beamten an nur einem Tag, 30 davon waren Tempoverstöße, wie Polizeisprecherin Daiana Sawatzki-Koppe auf Anfrage mitteilt. Zehn Mal fuhren Radler nicht korrekt.

Insgesamt ist die Zahl der Schulwegunfälle in Potsdam aber zurückgegangen. Registrierte die Polizei 2015 noch 67 Unfälle mit 60 Verletzten, waren es im Vorjahr 46 Unfälle mit 42 Verletzten.

Oft eine Gefahrenquelle: die gut gemeinten, sogenannten Elterntaxis. Eltern, die ihre Kinder bis vors Schultor fahren und Gehwege zuparken, nehmen Fußgängern die Sicht, warnt etwa die Verkehrswacht. Im baden-württembergischen Rottweil machen Elternbeirat, Stadtverwaltung und Polizei in einer gemeinsamen Initiative mobil gegen Elterntaxis. An der Teltower Anne-Frank-Grundschule warnen die Schüler selbst in einem Projekt vor den Gefahren des Autoverkehrs vor der Schule.

Falschparker werden angesprochen

„In Potsdam gibt es ebenfalls die Tendenz, dass an einigen Schulen viele Schüler möglichst bis vor die Haustür gefahren werden“, sagt Stadtsprecher Jan Brunzlow. Vor allem zu Beginn eines Schuljahres hielten es viele Eltern für nötig, die Kinder sogar bis in den Klassenraum zu bringen oder ihnen die Tasche zu tragen. Eine Initiative wie in Rottweil sei in Potsdam aber nicht geplant, weil laut Brunzlow an vielen Schulen die Schulleitungen und Elternvertreter sofort reagieren und „Falschparker“ ansprechen und Hinweisschilder aufhängen. An den betroffenen Schulen würden die Eltern auch immer wieder in Elternbriefen oder bei Elternabenden darauf hingewiesen, dass nicht direkt vor der Tür, in Einfahrten oder in zweiter Reihe geparkt werden soll. „Wenn die Kinder schon mit dem Auto gebracht werden müssen, können sie zumindest ein kleines Stück laufen“, so Brunzlow. Das sei wichtig, um die Kinder zu Selbstständigkeit zu erziehen.

Die Bildungsbeigeordnete Noosha Aubel (parteilos) will die Themen „Elterntaxi“ und „Verkehrssicherheit“ stärker in den Fokus nehmen: „Derzeit besuche ich alle öffentlichen Schulen in der Stadt. Dabei werde ich mit den Schulleitern auch über dieses Thema sprechen und mir ein Bild davon machen, inwiefern wir die Schulen noch stärker unterstützen können“, so Aubel.

Noch im Herbst will die Stadt zudem ein neues Schulwegsicherungskonzept vorlegen. Das erste stammt aus dem Jahr 1992 und wurde zuletzt 2009 aktualisiert . Es umfasst alle Potsdamer Grundschulen und Schulen mit Primarstufe. „In den vergangenen Jahren ist das Umfeld der Schulen immer wieder auf die Verkehrssicherheit hin untersucht worden“, erläutert Stadtsprecher Brunzlow. So wurde beispielsweise bei der Grundschule 3 im Bornstedter Feld die Ampelschaltung angepasst. Vor Grundschulen gilt inzwischen generell Tempo 30. „Das neue Sicherungskonzept konkretisiert mögliche Maßnahmen, die zusätzlich durchgeführt werden können.“

Der Kreiselternrat will das Konzept, sobald es vorliegt, unter die Lupe nehmen und falls nötig nachsteuern. „Bestimmte Problemstellen wurden uns von Eltern bislang aber nicht gemeldet“, sagt Sprecher Markus Kobler.

Von Marion Kaufmann

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