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Potsdam Wegen Steuergeldverschwendung: Potsdams Bad „Blu“ steht im Schwarzbuch 2018
Lokales Potsdam Wegen Steuergeldverschwendung: Potsdams Bad „Blu“ steht im Schwarzbuch 2018
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00:21 09.11.2018
Das Sport- und Freizeitbad „blu“ am Potsdamer Brauhausberg. Quelle: Bernd Gartenschläger
Potsdam

Der Bund der Steuerzahler nimmt sich in seinem am Dienstag vorgestellten Schwarzbuch für 2018 das Potsdamer Bad „blu“ vor. Die Organisation kritisiert, dass der Bau viel zu teuer geworden sei.

Von den ursprünglich veranschlagten Kosten von 23 Million Euro habe man nur an einem Standort außerhalb des Stadtzentrums ausgehen können, so der Steuerzahlerbund. Stattdessen votierten die Potsdamer Bürger 2012 für den zentralen Bauplatz am Brauhausberg – und es wurde teuer.

Wellnessbereich verursacht Zusatzkosten

Für die Realisierung des Projekts nahe dem Hauptbahnhof sei dann zunächst mit Kosten von 32 Millionen Euro gerechnet worden. Später legt man eine Kostenobergrenze von 36,2 Millionen Euro gegenüber dem Bauherrn, den stadteigenen Stadtwerken, fest. Nicht einkalkulierte zusätzliche Baumaßnahmen im Wellnessbereich mit Saunalandschaft und Gastronomie hätten den Bau schließlich um 10 Million Euro verteuert.

Hoch modern ist das „Blu“ –aber auch teurer als erwartet. Quelle: Bernd Gartenschläger

Nach grober Schätzung summiert sich das Vorhaben schließlich auf 42 Millionen Euro. Eine endgültige Kostenabrechnung liege selbst anderthalb Jahre nach Öffnung noch nicht vor, kritisiert der Steuerzahlerbund.

Kommunale Freizeitbäder sind oft verlustreich

Laut Steuerzahlerbund wäre eine reine Schwimmhalle außerhalb des Zentrums, also zum Beispiel im eigentlich von der Stadtspitze favorisierten Volkspark, wesentlich günstiger gewesen.

Laut Gutachten ist das Land Brandenburg ausreichen mit Freizeitbädern versorgt. Quelle: Bernd Gartenschläger

Die Stadt vermische außerdem den Betrieb einer kommunalen Schwimmhalle mit einem kommerziellen Wellnessbereich. „Die Stadt sollte sich auf die Daseinsvorsorge beschränken“, heißt es vom Steuerzahlerbund. Daher habe die Landesregierung der Stadt Potsdam im Jahr 2004 die beantragten Fördermitteln zurecht versagt, so die Organisation. Nach einem Gutachten der Landesregierung aus dem Jahr 2003, das auch heute noch gelte, sei das Land Brandenburg ausreichen mit Freizeitbädern versorgt.

23 Therme und Freizeitbäder würden betrieben, davon seinen 14 kommunale Einrichtungen. Diese Bäder seien oft sehr verlustreich. Allein die Steintherme in Bad Belzig (Potsdam-Mittelmark) habe sieben Jahre nach ihrer Eröffnung für 1,6 Millionen Euro überarbeitet werden müssen.

Trotz Kostenexplosion: Badespaß gibt es reichlich im „Blu“. Quelle: Bernd Gartenschläger

Von Ulrich Wangemann

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