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Potsdam Schwesternliebe
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10:11 14.06.2013
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An diesem so überaus freundlichen Sonntagvormittag in der Villa Quandt am Fuße des Pfingstberg-Belvederes hatte die bloße Ankündigung, Jutta Hoffmann würde die komplette letzte Erzählung ihrer Freundin Christa Wolf lesen, für ein rappelvolles Haus gesorgt. Das schmale, exzellent gestaltete und bei Suhrkamp 2012 erschienene Bändchen „August“ konnte man wie viele von Wolfs Büchern natürlich auch am Stand des Literaturladens Wist kaufen.

Vorsorglich war nicht nur das Kaminzimmer bestuhlt, sondern auch der Nachtbarraum und das Vorzimmer. Schnell sollte sich erweisen, dass sich der Veranstalter, das Brandenburgische Literaturbüro, mit dieser euphorischen Erwartungshaltung nicht getäuscht hatte.

Dessen Geschäftsführer Hendrik Röder verlas zum Auftakt einen Text des krankheitsbedingt verhinderten Witwers Gerhard Wolf, in dem dieser die Kontexte der Entstehungsgeschichte von Christa Wolfs Roman „Kindheitsmuster“ beleuchtet, in dem die Figur des August das erste Mal auftaucht.

Jutta Hoffmann, die bereits mit begeistertem Beifall begrüßt wurde, startete mit der im Buch handschriftlich zu lesenden Widmung: „wir sind in den Jahrzehnten ineinander gewachsen“. Ihre Stimme klang fest und warm zugleich, als sie den gut dreißig Seiten langen Text zu lesen begann, der der einzige Christa Wolfs ist, in dem eine männliche Person die Erzählerrolle zugewiesen bekam.

August ist ein achtjähriger ostpreußischer Flüchtlingsjunge, der bei einem Zug-Bombardement die Mutter verliert, nachdem sein Vater bereits als Soldat vermisst gemeldet wurde. Seine Odyssee führt ihn in die „Mottenburg“, eine provisorisch in einem ehemaligen Schloss eingerichtete TBC-Klinik. Dort verliebt er sich in die schöne 17-jährige Lilo, deren warmherziges Wesen ihn immer stärker in eine frühkindlich schwärmerische Liebe treibt. Diese August prägende, anrührend zarte und mit der plötzlichen Abreise Lilos schmerzlich endende Beziehung erinnert er als inzwischen gealterter Busfahrer im Fahrersitz einer Rentnertour nach Prag.

Jutta Hoffmann las scheinbar mühelos und leicht, so dass einige der Zuhörer verinnerlicht die Augen geschlossen hielten. Manchmal hob sie ihren rechten Zeigefinger, als dirigiere sie sich selbst die Textmelodie, wobei sie nie den Kontakt zum aufmerksamen Publikum verlor.

Als am Schluss lauter Beifall einsetzte, wirkte die kleine, große Schauspielerin fast verlegen. Unsicher öffnete sie hinter sich eine Tür, lächelte und verschwand. (Von Lothar Krone)

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