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Schwimmhallenchef: Der Profi am Beckenrand

Umzug in das neue Potsdamer Freizeitbad Schwimmhallenchef: Der Profi am Beckenrand

Björn Meding managt in Potsdam den Umzug von der alten Schwimmhalle in das neue Sport-und Freizeitbad. Der 44-jährige Chef der Schwimmhalle trainierte bereits als Jugendlicher am Brauhausberg Tauchsport und stand als Rettungsschwimmer am Beckenrand. Nun hofft er, dass der Neubau bis Mai 2017 fertig wird.

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Bad-Chef Björn Meding auf der Besucherplattform zwischen alter und neuer Schwimmhalle.

Quelle: Bernd Gartenschläger

Südliche Innenstadt. „Es ist ein großer Vorteil, dass die neue Halle gleich nebenan gebaut wird“, sagt Björn Meding. Der 44-Jährige leitet seit 2005 die Schwimmhalle Am Brauhausberg. Künftig wird er das neue Sport- und Freizeitbad „blu“ managen. Er ist auch für den Umzug von der einen Halle in die andere zuständig. Also pendelt der gebürtige Potsdamer täglich zwischen beiden Gebäuden hin und her. Wie oft er den Weg an einem Arbeitstag geht, kann er nicht sagen. Die Schritte hat er nicht gezählt.

Meding sitzt seit Beginn an als badfachlicher Berater in der Projektgruppe. „Ich muss gucken, dass die Betriebsabläufe passen“, erzählt er. Einmal wöchentlich gibt es eine große Baurunde. „Hier geht’s vorwärts. Solange es weiter geht, sind wir ganz zufrieden. Ich ziehe jedenfalls den Hut vor den ganzen Planern, wie die das hinkriegen und die Gewerke ineinander greifen.“ Dass sich die Übergabe des neuen Bades um einige Monate verschiebt, ist aus Sicht von Meding kein großes Ding. „Natürlich wären wir auch lieber am Ende dieses Jahres, also in der Wintersaison gestartet. Nun soll es halt im Mai 2017 losgehen. Aber das ist ein großes Projekt. Maximal 39,7 Millionen Euro. Am Bau kommt es immer mal zu Überraschungen und Verzögerungen. Jeder, der schon mal ein Einfamilienhaus gebaut hat, kann das nachvollziehen“, sagt er.

Die Potsdamer können täglich verfolgen, wie und ob es mit dem Bad am Leipziger Dreieck vorangeht. Die Putzarbeiten an der äußeren Hülle gehen dem Ende zu, das große Becken ist mittlerweile nahezu vollständig gefließt. Gerade wird die Wasserrutsche gebracht. Meding kann mit geschlossenen Augen den fünfstöckigen Bau erklären. „Hier kommt der Kassenbereich hin, dort geht es auf die Zuschauertribünen“, sagt er. In zwei Kellergeschossen werden die Technik und ein Parkhaus mit 105 Stellplätzen untergebracht. Im Erdgeschoss befindet sich die sogenannte Badeplattform mit Sportbecken, Familienbereich und Umkleidekabinen. „Die gesamte Potsdamer Sportfamilie zieht mit um. Die Wasserballer werden hier ihre Bundesligaspiele austragen. Es wird zahlreiche Schwimmwettkämpfe geben“, so Meding.

Im ersten Geschoss sind die Umkleidekabinen für die Sauna, Zuschauertribünen und der gastronomische Bereich geplant. In der zweiten Etage finden zunächst fünf Saunen und ein Saunadachgarten Platz. Später könne die Saunalandschaft weiter ausgebaut werden. „Man muss heute schon etwas mehr bieten als ein viereckiges Becken“, so der künftige Hausherr.

Meding freut sich auf das neue Bad, gleichwohl wird er von der alten Schwimmhalle, die seit 45 Jahren in Betrieb ist, auch mit etwas Wehmut Abschied nehmen. „Ich habe hier meine ganze Jugend verbracht“, sagt er. Seit Anfang der 80er-Jahre bis zur Wende habe er als Tauchsportler bei der Betriebssportgemeinschaft Defa Babelsberg trainiert. Außerdem stand er als Rettungsschwimmer am Beckenrand. 1991 hat er sein Hobby zum Beruf gemacht und fing in der Schwimmhalle an. Mittlerweile sei der Bau mit dem „70er-Jahre-Charme“ doch ziemlich veraltet, viele Bauteile sind verschlissen. „Im Keller stehen noch Elektromotoren aus dem Jahr 1968“, erzählt der Badchef mit leichtem Schmunzeln.

Die Abtrennung der einzelnen Bereiche soll durch Drehkreuze erfolgen. Alles läuft mit Chip. Derzeit arbeiten 22 Mitarbeiter in der alten Schwimmhalle. Künftig sollen es 55 sein. Es gibt bereits zahlreiche Bewerbungen. Auf jeden Fall würden Rettungsschwimmer, Saunameister und Reinigungskräfte gesucht.

Beim Umzug werden letztlich nur einige Dinge in den neuen Bau mitgenommen, so Meding. Werkzeuge, Schubkarren, einige Schwimmutensilien, Unterwassersauger und die Schrankschlösser. „400 Schlösser müssen ab- und wieder eingebaut werden.“ Für den gesamten Umzug sind zehn Tage vorgesehen. Das alte Bad werde irgendwann abgerissen. Ein Termin steht noch nicht fest.

„Blu“ soll im dritten Bauabschnitt einen Fitnessbereich bekommen

Obwohl das „Blu“-Schwimmbad am Brauhausberg noch gar nicht fertig gebaut ist, gibt es doch schon Gedankenspiele für eine Erweiterung. „Grundsätzlich“ besteht nämlich die Option auf einen dritten Bauabschnitt, sagte Stadtwerke-Sprecher Stefan Klotz der MAZ auf Nachfrage.

Der erste Bauabschnitt wird bis Frühjahr 2017 fertiggestellt. Der zweite Bauabschnitt umfasst den Saunabereich und könnte im Jahr 2020 beendet werden.

Der dritte Bauabschnitt würde einen Fitnessclub und eine Physiotherapie umfassen. Was die Größe dieses Erweiterungsbaus für den Fitnessbereich anbelangt, ist derzeit noch nichts in trockenen Tüchern. Auch gibt es noch keine Beschlusslage dazu. Aber so viel steht fest: Geografisch würde sich die dafür vorgesehene Fläche im Bereich der Südfassade befinden und wäre durch die Max-Planck-Straße begrenzt.

Dieser Erweiterungsbau des Sport- und Freizeitbads soll bei Bedarf – jedoch frühestens nach fünf Jahren Betrieb des „Blu“ – in Betrieb gehen. Sprich: Frühestens ab 2022. „Dazu müssen aber der Bedarf und die Finanzierung geklärt sein und entsprechende Beschlüsse der Unternehmensgremien vorliegen“, erklärte Sprecher Klotz.

Von Jens Trommer

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