Volltextsuche über das Angebot:

3 ° / -3 ° wolkig

Navigation:
Schwimmmeister Wolfgang Seelig

Zu Hause ... Am Stern Schwimmmeister Wolfgang Seelig

Wolfgang Seelig hatte Anfang Juli sein 25-jähriges Dienstjubiläum im Kiezbad Am Stern. Seit 2000 ist er der Chef des Hauses. Begonnen hat der studierte Pädagoge als Seiteneinsteiger.

Voriger Artikel
Festnahme: Frühaufsteher erwischt Raddiebe
Nächster Artikel
Alle lieben „We love Potsdam“

Wolfgang Seelig vor dem 25-Meter-Becken des Kiezbades Am Stern, das in der Sommerpause gewartet wird.

Quelle: Foto: Volker Oelschläger

Potsdam. Wolfgang Seelig (57), der Leiter des Kiezbades Am Stern, ist ein Seiteneinsteiger. Aufgewachsen in Rathenow, Studium im neuen Institut für Lehrerbildung am Alten Markt, drei Jahre Arbeit als Unterstufenlehrer an der Potsdamer Russischschule.

1984 wechselte der Pädagoge ins Pionierhaus „Erich Weinert“ am Heiligen See; der heutige Treffpunkt Freizeit war mit 50 Mitarbeitern die größte Kinder- und Jugendfreizeiteinrichtung der Bezirksstadt. Seelig betreute dort die Modellbauer. Bastler ist er bis heute geblieben: In Saarmund lässt er Flugzeuge mit einer Spannweite bis drei Meter aufsteigen.

Am 1. Juli hatte Wolfgang Seelig sein 25. Dienstjubiläum in der Schwimmhalle am Stern. 1991 begann er dort nach einer Umschulung zum Fachangestellten für Bäderbetriebe als Schwimmmeister. Das Kiezbad an der Newtonstraße war 1988 als vierte Potsdamer Schwimmhalle eröffnet worden.

Neben dem historischen Werner-Alfred-Bad an der Hegelallee, der 1971 eröffneten Schwimmhalle am Brauhausberg und der Ende der 1970er errichteten Schwimmhalle im Luftschiffhafen gab es nun ein extra Angebot für die Bewohner der Neubaugebiete Waldstadt II, Stern, Schlaatz und Drewitz im Potsdamer Süden.

In der Anfangszeit wurde das neue Bad regelrecht überrannt: „1989 kamen fast 250 000 Besucher“, sagt Seelig: „Das war richtig krass. Es hat sich dann aber relativ schnell normalisiert.“ In den 1990er Jahren sank die Besucherzahl stetig auf zwischenzeitlich nur noch 70- bis 80 000 Gäste jährlich. Wolfgang Seelig drückte erneut die Schulbank, machte den Meister und übernahm 2000 die Leitung der Stern-Schwimmhalle.

Bis heute hat das Bad einen Personalstamm von fast 20 Mitarbeitern. Seelig rechnet vor: Sechs bis sieben Schwimmmeister, zwei Techniker, vier bis fünf Mitarbeiter im Saunabereich, drei bis fünf Reinigungskräfte. In der Sommerpause, wenn die technischen Anlagen überholt werden und nur noch die Sauna geöffnet ist, wechseln viele Mitarbeiter in die Strandbäder am Templiner See und im Park Babelsberg.

Bis 2004 waren die Bäder Einrichtungen des städtischen Sport- und Bäderamtes. Seit Januar 2005 gehören sie als Bäderlandschaft Potsdam GmbH zu den Stadtwerken. Danach wurde das Kiezbad in drei Etappen erneuert. Noch 2005 kam die Technik mit Heizung, Lüftung und Wasseraufbereitung in den Keller. Oben gewann man dadurch 350 Quadratmeter für Foyer, Umkleiden und ein kleines Bistro hinzu.

2008 wurde das 25-Meter-Becken saniert. 2009 wurde die Sauna, die einige Jahre privat betrieben worden war, ausgebaut und in Eigenregie neu eröffnet. 2011 folgte ein Saunagarten. Mittlerweile gibt es zusätzlich eine Blockhaussauna, eine Dachterrasse und einen Wintergarten.

Die Anzahl der Besucher hat mittlerweile die 150 000 pro Jahr überschritten. Tedenz: weiter steigend. „Im Winter ist es hier voll, richtig voll“, sagt Seelig. Besonders gern erinnert er sich an einen Tag im April 1996, als der Potsdamer Schwimm-Weltmeister Jörg Hoffmann im Kiezbad mit 5766 Metern einen neuen Stunden-Weltrekord aufstellte, und an das Spektakel zum 25. Jahrestag der Halle, als in den 25-Meter-Bahnen ohne Pause geschwommen wurde.

Präsent ist bis heute aber auch die Sorge, mit der die Mitarbeiter des Kiezbades in den 1990er Jahren die Diskussion um ein neues, privat betriebenes Sport- und Freizeitbad gleich nebenan auf der anderen Seite der Nuthestraße verfolgten: „Wir hatten alle unsere Befürchtungen“, sagt Seelig, die Belegschaft habe „schon Angst gehabt um die Sicherheit ihrer Arbeitsplätze“.

Nun ist es die Bäderlandschaft selbst, die ein Sport- und Freizeitbad errichtet. Das neue „Blu“ am Fuße des Brauhausbergs soll im Dezember eröffnet werden. Das Personal der Bäderlandschaft soll laut Stadtwerkesprecher Stefan Klotz für den Neubau von bisher 60 bis 65 um 35 auf dann rund 100 Mitarbeiter erweitert werden.

Von Volker Oelschläger

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Potsdam
Potsdams Innenstadt - vor und nach dem Krieg

Der 14. April 1945 ist ein sonniger, warmer Frühlingstag – ein Sonnabend.  Um 22:15 Uhr ertönen die Sirenen, Bomben fallen auf Potsdam und wenig später marschiert die russische Armee in Potsdam ein. Das Stadtbild ist ein anderes geworden.

Das Protokoll zum Luftangriff: www.maz-online.de/Nacht-von-Potsdam

57811e88-cc1d-11e5-9fb5-3858ea6ed044
Babys aus Oberhavel (6)

Babys aus Oberhavel, Januar/Februar 2016

MAZab: Termine

Was geht ab? Jede Menge Events in Potsdam und im Land Brandenburg

Kinoprogramm

Alle aktuellen Filme in den Kinos von Potsdam und im ganzen Land Brandenburg