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Sechs Jahre Haft für Potsdamer Juwelenräuber

Überfall auf Potsdamer Schmuckladen Sechs Jahre Haft für Potsdamer Juwelenräuber

Der Schock saß tief bei den Verkäuferinnen des Juweliers Pandora in der Brandenburger Straße. Im April überfiel ein Maskierter die Filiale in der Fußgängerzone und flüchtete. Die Beute betrug mehr als anfangs geschätzt – fast 60.000 Euro. Nun wurde der Räuber verurteilt.

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Im April wurde der Juwelier überfallen.

Potsdam. Hohe Haftstrafe trotz Geständnisses: Der 27 Jahre alte Karol J., der am 28. April ein Juweliergeschäft in der Brandenburger Straße überfallen und eine Verkäuferin mit einer Softairpistole bedroht hat, muss sechs Jahre hinter Gitter. Das Landgericht Potsdam verurteilte den gelernten Schlosser am Dienstag nach drei Prozesstagen wegen schweren Raubes.

Das Gericht blieb damit noch unter der Forderung der Staatsanwaltschaft, die eine Haft von sechs Jahren und drei Monaten verlangt hatte. J. habe „ein schweres Verbrechen“ begangen, komme aber noch relativ glimpflich davon, so der Vorsitzende Richter Andreas Dielitz. Sein umfassendes, von Reue und Einsicht geprägtes Geständnis, das der Pole noch am Tag seiner Festnahme ablegte, habe ihm ein bis einhalb Jahre Haft erspart. Ein Zeuge hatte das Kennzeichen des gemieteten Fluchtautos notiert und die Polizei alarmiert. An der Aral-Tankstelle in Werder ließ sich J. kurz nach dem Überfall widerstandlos festnehmen. Im Kofferraum die Beute: Goldketten, Ringe, Armreifen und Anhänger im Wert von fast 60.000 Euro. Die Anklage war noch von 40.000 Euro Schaden ausgegangen. Der Schlosser habe aus Geldgier gehandelt, so Richter Dielitz. „Sie meinten, sich in einer Notlage zu befinden, tatsächlich war es aber keine Notlage. Sie hatten es einfach nur aufs Geld abgesehen“, so der Richter in seiner Urteilsbegründung. J. habe monatlich rund 1300 Euro zur Verfügung gehabt – genug zum Leben.

Er hatte mehrere Läden in Potsdam im Visier

Der aus Krakau stammende J., der in Polen wegen Eigentumsdelikten bereits drei Jahre und acht Monate in Untersuchungshaft saß und erst zwei Monate vor dem Juwelenraub auf Kaution freigekommen war, hatte sich die Landeshauptstadt ganz bewusst als Tatort ausgesucht. Durch seinen in Magdeburg lebenden Bruder habe er Potsdam kennengelernt und verschiedene Juweliere in der Fußgängerzone als Tatobjekte ausspioniert. Am Ende sei seine Wahl auf die Pandora-Filiale gefallen. Zunächst habe er einen Einbruch geplant, sich dann aber für die brutalere Variante eines Überfall am helllichten Tag entschieden.

Zur Tatzeit befanden sich insgesamt zwei Verkäuferinnen im Laden. Diese habe er zwar nicht verletzten wollen, aber in Angst in Schrecken versetzt. Noch heute setzte den Opfern das Erlebte zu, so das Gericht. J. benutzte für den Überfall ein täuschend echt aussehendes Waffenimitat ohne Munition. „Ich bedauere, dass ich nach Deutschland eingereist bin mit solch bösen Absichten“, erklärte der Verurteilte vor Gericht.

Unaufgeklärte Juwelendiebstähle

Das Urteil des Landgerichts gegen Karol J. ist noch nicht rechtskräftig. Binnen einer Woche kann Revision eingelegt werden. Die Verteidigung hatte für eine Haftstrafe von unter sechs Jahren plädiert. Der vorbestrafte J. sitzt seit seiner Verhaftung im April in Untersuchungshaft.

Unaufgeklärt ist nach wie vor der Einbruch in ein Schmuckgeschäft Ende August im Potsdamer Stern-Center.

Eingestellt wurden die Ermittlungen zum Juwelenraub in Babelsberg. Im Januar überfielen zwei Maskierte den Laden und flüchteten.

Von Marion Kaufmann

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