Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Potsdam Sechs neue Start-Ups ziehen in die Medienstadt
Lokales Potsdam Sechs neue Start-Ups ziehen in die Medienstadt
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
02:16 05.03.2018
Erster Austausch der Gewinner mit der Politik. Quelle: Christel Köster
Anzeige
Babelsberg

Kahl sind die Wände der elf Büros im „Studio Five“ auf dem Gelände der Babelsberger Filmstudios. Nur die Teeküche, ein improvisierter Konferenzraum, strahlt bereits etwas Gemütlichkeit aus. Spätestens in vier Wochen soll es hier innovativ und medial brummen. Sechs junge Start-Up-Unternehmen beziehen ab April die Räume und dürfen sich bis Ende 2019 zu besonderes günstigen Bedingungen ausprobieren. Das geht in diesem Fall ganz unkompliziert: Das Wirtschaftsministerium zahlt ihnen für 21 Monate die Kaltmiete.

Bewerber reichten von Nürnberg bis Helsinki

Am Freitag stellte Staatssekretär Hendrik Fischer die Gewinner des Wettbewerbs „MediaTech Lab“ vor – so heißt die 400 Quadratmeter große Kreativetage im „Studio Five“. 19 Bewerbungen von Nürnberg bis Helsinki hatte es gegeben. Eine 18-köpfige Jury wählte vor wenigen Tagen die sechs Sieger aus, die nun erst von ihrem Glück erfahren haben.

Drei Potsdamer Gründer sind ausgewählt worden

Drei Berliner und drei Potsdamer Unternehmen wurden ausgewählt: You-VR, Cinuru Research, Obob, visionYOU, Pro.Take und Slice production studios heißen die sechs Unternehmen, die sich in ganz unterschiedlichen Phasen ihrer Gründung befinden, aber doch bei einem Kriterium viel gemeinsam haben: „Diese Gründer haben arbeiten alle an der Schnittstelle von TV, Film und Entertainment, arbeiten zum Beispiel mit virtueller Realität. Das ist auch ihr Mehrwert für die Medienstadt Babelsberg“, erklärt Carola Ehrlich-Cypra, die für das MediaTech Hub spricht.

„Wir haben aus Berlin gelernt, dass sich Start-Ups in der Nachbarschaft etablierter Unternehmens besser entwickeln“, sagt Ehrlich-Cypra. Da für manche Bewerber, die eher aus der Lebensmittel-Branche kommen, die Effekte in Babelsberg nicht besonders groß sein dürften, entschied man sich für Firmen, die mit virtueller Realität oder künstlicher Intelligenz, sowie App-Entwicklungen im Medienumfeld arbeiten.

Ein begehbarer Film und eine App für regelmäßige Kinobesucher

Ein Beispiel ist das Potsdamer Unternehmen Cinuru Research. Es analysiert Kundendaten von Kinogängern und will Kinos mit Informationen, Bonus-Programmen und Ticketservice eine gezielte Ansprache ihrer Besucher ermöglichen.

Ebenfalls in Potsdam angesiedelt ist You-VR. Dahinter steckt Cyril Tuschi, der eigentlich aus der Spielfilmproduktion kommt. „Ich entwickle seit zwei Jahren ein Tool, um Filme begehbar zu machen“, sagt er. Einsteigen in eine Rolle, multisensorisch Wind, Hitze oder Gerüche wahrnehmen und selbst anderen Mitspielern Objekte wie eine Fackel in der virtuellen Realität übergeben – das soll seine „Bühne“ leisten. „Ich habe etwas ähnliches auf einer Messe ausprobieren können und war begeistert. Damit kann man Einkaufszentren oder Kinos beleben und den Leuten ein ganz neues Erlebnis bieten“, sagt Tuschi.

Cyril Tuschi (l.) von You-VR erklärt sein Konzept eines „begehbaren Films“. Quelle: Christel Köster

Ein wenig Hilfe bei der Miete kann den Unterschied machen

So banal es klingt, die Unterstützung bei der Miete durch das Wirtschaftsministerium ist für solche kleinen Firmen mit großen Ideen essenziell. „Die Mieten in der Medienstadt sind für Start-Ups nicht finanzierbar. Sie sollen hier vor Ort sein, sich vernetzen und dann im richtigen Moment auch jederzeit aus diesen Büros ausziehen und sich vergrößern können“ sagt Ehrlich-Cypra.

Hinzu kommt ein Mentoren-Programm, bei dem erfahrene Größen der Medienstadt sich mit den Gründern auseinandersetzen und sie coachen. Außerdem erhalten sie Zugang zu Investoren. „So etwas gab es in Potsdam bislang nicht“, sagt Ehrlich-Cypra.

Von Peter Degener

Die Gruppe Rimini Protokoll stellt Experten des Alltags ins Rampenlicht. Dieses Mal sind es verschiedene Akteure einer imaginären Großbaustelle. Unter ihnen auch Alfredo Di Mauro, der die erste Entrauchungsanlage des Flughafen BER geplant hat.

05.03.2018

Die Stadt und die Kreativen hatten auf eine Verlängerung ihrer Mietverträge im Rechenzentrum bis 2023 gehofft – dafür braucht es die Zustimmung der Garnisonkirchenstiftung. Doch die sieht noch keine ausreichende Grundlage beziehungsweise Absicherung für eine fünfjährige Verlängerung gegeben. Mehr als ein bis zwei Jahre sind derzeit nicht drin.

02.03.2018

Was machst du eigentlich den ganzen Tag? Hast du einen Diener? Kannst du noch einen Wasserspielplatz bauen? Diese und mehr Fragen von Kindern der Kita Bergmännchen beantwortete Potsdams Oberbürgermeister Jann Jakobs bei einem Rathausbesuch. Dann gab es Geschenke – für alle.

02.03.2018
Anzeige