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Potsdam Sehnsuchtstanz auf der Seebühne
Lokales Potsdam Sehnsuchtstanz auf der Seebühne
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10:46 28.07.2017
René Schwittay und Juliane Götz in „Romeo meets Julia II“, das am 3. August auf der Seebühne des Hans-Otto-Theaters Premiere hat. Quelle: Oxymoron Dance Company
Potsdam/Schiffbauergasse

„Es ist ein Weinen in der Welt, als ob der liebe Gott gestorben wär, und der bleierne Schatten, der niederfällt, lastet schwer.“ Mit dem Gedicht „Weltende“ von Else Lasker-Schüler beginnt das Tanztheaterspiel „Romeo meets Julia II“, das am 3. August Premiere hat. Wie zum ersten Teils im Sommer 2011 zieht die Oxymoron Dance Company des Waschhauses dafür auf die Seebühne des Hans-Otto-Theaters, die mit dem abendlichen Tiefen See und dem Park Babelsberg im Hintergrund eigentlich das Kleinod des neuen Theaterhauses sein sollte, allerdings fast nie genutzt wird. „Wir wollten noch einmal vor dieser Kulisse spielen, die man sich schöner nicht denken kann“, sagt die Choreographin Anja Kozik.

„Romeo meets Julia“ im Sommer 2011 auf der Seebühne. Quelle: Oxymoron Dance Company

Wie 2011 werden auch zur zweiten Folge Tänzer und Schauspieler gemeinsam auf die Bühne kommen. Juliane Götz und René Schwittay sind dem Publikum aus dem Hans-Otto-Theater gut bekannt. Als Choreographin für Inszenierungen wie den „Urfaust“, „Nur Pferden gibt man den Gnadenschuss“ oder aktuell „Die Stunde, da wir nichts voneinander wussten“ ist Anja Kozik mit dem Ensemble des HOT auch selbst bestens vertraut. Die fünf Tänzer sind international besetzt. Mit einigen von ihnen wie Luana Rossetti (Italien) arbeitet Anja Kozik bereits seit längerem zusammen, für andere wie Niv Melamed ist „Romeo meets Julia II“ der erste Auftritt in Potsdam.

Anja Kozik auf der Seebühne. Quelle: Friedrich Bungert

Erzählt wird in dem einstündigen Stück von Liebessehnsucht, die auch an diesem Abend nur sehr selten in Erfüllung geht. Die Tänzer verkörpern Platons Kugelmenschen, die sich gegen die Götter auflehnten und dafür mit ewiger Trennung in zwei Hälften bestraft wurden. Seither sind sie auf der Suche nach ihren Seelenverwandten, ihrem Gegenstück, die meist vergeblich ist, die endet wie das Gedicht von Else Lasker-Schüler: „Es pocht eine Sehnsucht an die Welt, an der wir sterben müssen.“ Getanzt wird zu Musik von Marcel Siegel und Christoph Kozik, die die Vorstellung mit Elektronik und Kontrabass live begleiten.

„Pocket Symphies“ im September 2016 in der Waschhaus-Arena. Quelle: Bernd Gartenschläger

Die 2006 unter dem Dach des Waschhauses gegründete Oxymoron Dance Company versteht sich als Label, das unterschiedlichste Künstler zusammen bringt. Zum zehnjährigen Bestehen im September 2016 präsentierte die Company in Kooperation mit der Kammerakademie in einer Uraufführung in der Waschhaus-Arena die „Pocket Symphonies“, zwölf sinfonische Miniaturen von Sven Helbig. Unter den Tänzern war Luana Rossetti, die auch zu „Romeo meets Julia II“ wieder dabei sein wird, der Helbig begleitete live mit Elektrok.

Billmutshausen, undatiert, aus „Wüstungen“. Quelle: Anne Heinlein

Ein Wiedersehen mit dem Komponisten könnte es im kommenden Jahr mit der nächsten großen Produktion der Oxymoron Dance Company geben. Geplant ist eine Choreographie zum Projekt „Wüstungen“ der Potsdamer Fotografen Anne Heinlein und Göran Gnaudschun, die über Jahre Spuren von Orten erkundeten, die dem Grenzregime der deutsch-deutschen Teilung zum Opfer fielen und von der Landkarte verschwanden. Sven Helbig ist für die Musik angefragt.

Die vergessene Seebühne des HOT

Die Seebühne des Hans-Otto-Theaters (HOT) sollte 2007 zum Finale de Eröffnungssaison des neuen Theaterhauses mit Shakespeares „Sommernachtstraum“ eröffnet werden. Das Projekt fiel aus.

Später ermittelte man im Theater, dass für die Herrichtung der Seebühne für den regulären Spielbetrieb eine zusätzliche Investition von 350 000 Euro nötig sei. Ersatzweise eröffnete das Ensemble 2012 eine temporäre Bühne für Sommertheater in dem sonst als Wirtschaftshof genutzten früheren Gasometer.

Die Oxymoron Dance Company des Waschhauses brachte 2011 mit „Romeo meets Julia“ die erste und bislang einzige Tanztheaterproduktion auf die Seebühne. Verwendung findet der Ort mit der malerischen Kulisse im Hintergrund sonst nur noch als Disco-Tanzplatz zum 24-Stunden-Festival „Stadt für eine Nacht“.

Die Premiere von „Romeo meets Julia II" am 3. August beginnt wie die Vorstellungen am 4., 5. und 6. August um 21 Uhr. Einlass ist ab 20 Uhr. Karten gibt es an der Abendkasse.

Von Volker Oelschläger

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