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Seit 20 Jahren Kiezgeflüster

Zu Hause im Kirchsteigfeld Seit 20 Jahren Kiezgeflüster

Ob Mütter mit ihren Babys oder Großmütter mit ihrem Strickzeug, ob Herren-Skatrunde oder Anonyme Alkoholiker: der Stadtteilladen im Kirchsteigfeld ist ein Treff für alle, die im Kiez wohnen und etwas erleben wollen. Vor 20 Jahren öffnete der Laden seine Pforten – damals noch in einem Container, heute in der Versöhnungskirche. Wer einkehren möchte, braucht nicht religlös zu sein.

Potsdam, Anni-von-Gottberg-Straße 14 52.36144 13.13514
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Die guten Seelen: Pastor Christian Voller-Morgenstern und Stefanie Kelz begleiten den Stadtteiladen.

Quelle: Bernd Gartenschläger

Kirchsteigfeld. Viele Erfolgsgeschichten beginnen in einer Garage, viele im Keller. Diese beginnt Mitte der 1990er in einem Container auf einer Brache an der Ricarda-Huch-Straße, auf der heute der Zirkus sein Zelt aufschlägt. Einen Trommelwirbel gab’s damals zur Eröffnung des Stadtteilladens im Kirchsteigfeld nicht. Dabei hätte er einen verdient, immerhin bietet er seit 20 Jahren all jenen ein Obdach, die in ihrem und für ihren Kiez etwas losmachen wollen.

Genau das ist die Devise, die die Sozialpädagogin Stefanie Kelz und Pastor Christian Voller-Morgenstern ausgeben: „Es geht nicht darum, unsere Wünsche und unsere Ideen umzusetzen, sondern darum, das zu ermöglichen, was die Bewohner des Kirchsteigfeldes brauchen und sich wünschen.“ Und so treffen sich im Stadtteilladen Mütter mit ihren Krabbelkindern genauso wie Großmütter zum Stricken. Hier spielen Nachbarn Skat und Rommé, hier sprechen sich die Anonymen Alkoholiker aus, hier sind ihre Angehörigen füreinander da. Der Stadtteilladen ist ein Treffpunkt für alle, für Jung und Alt, Männer und Frauen. Er macht Angebote, die das Zusammenleben fördern sollen. Hier können sich die Kirchsteigfelder treffen, austauschen und informieren. Ideen sind jederzeit willkommen – neue Leute sowieso.

Unterstützt wird der Stadtteilladen von der Stadt, der Evangelisch-methodistischen Gemeinde und der Evangelischen Kirchengemeinde Drewitz-Kirchsteigfeld. Zu finden ist er längst nicht mehr im Container, sondern an der dem Marktplatz zugewandten Flanke der 1997 eingeweihten Versöhnungskirche. Wer sich einer Gruppe anschließen oder mal reinschnuppern möchte, muss aber nicht religiös gebunden zu sein, betonen Stefanie Kelz und Christian Voller-Morgenstern. „Unsere Angebote stehen allen offen – auch Nicht-Kirchsteigfeldern.“ Von denen schauen übrigens einige vorbei. Eine ältere Dame aus Bornstedt etwa ließ es sich neulich, als die Stadt zum OSZE-Außenministertreffen brach lag, nicht nehmen, zu Fuß ins Nachbarschaftscafé zu kommen. Den halben Tag war sie unterwegs. Auch das wäre einen Tusch wert.

Die Angebote – neue Leute willkommen!

Das Nachbarschaftscafé ist eines der erfolgreichsten Angebote des Stadtteilladens. Es öffnet jeden Dienstag und Donnerstag von 15 bis 17 Uhr. In gemütlicher Runde kann man Kaffee und Tee trinken, Kuchen essen und plaudern.

Die Eltern-Kind-Gruppen sind ebenfalls sehr beliebt: Jeden Montag von 10 bis 11.30 Uhr treffen sich Eltern mit Krabbelkindern, jeden Montag von 12 bis 13 Uhr Eltern mit Säuglingen zum Spielen, zu, Singen und zum Erfahrungsaustausch.

Die Patchwork-Gruppe trifft sich an jedem letzten Samstag im Monat von 10 bis 14 Uhr.

Beim Seniorentreff am Donnerstag, 10 bis 12 Uhr stehen Vorträge, Gedächtnistraining, Spielen, Basteln und Ausflüge auf dem wechselnden Programm.

Weitere Informationen gibt es vor Ort, Anni-von-Gottberg-Straße 14 und unter 0331/6261505. Stefanie Kelz ist immer Montag von 12 bis 14 Uhr und Donnerstag von 13 bis 16 Uhr vor Ort. Der Laden kann für selbst organisierte Feste und Feiern auch gemietet werden.

Von Nadine Fabian

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