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Potsdam Standort in Stadtmitte – Stark hatte anderen Favorit
Lokales Potsdam Standort in Stadtmitte – Stark hatte anderen Favorit
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00:21 21.01.2019
Der Potsdamer Landtag in Form des alten Stadtschlosses. Quelle: Ralf Hirschberger/dpa
Potsdam

An diesem Freitag jährt sich die Eröffnung des neuen Potsdamer Landtags zum 5. Mal. Neben diesem Interview mit Landtagspräsidentin Britta Stark (SPD) hat die MAZ auch einen kleinen Rückblick auf das damalige Bürgerfest geworfen.

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Seit 2014 ist Britta Stark die Präsidentin des Brandenburger Landtags. Einst war sie gegen den Neubau am Alten Markt, heute hält sie die Entscheidung für richtig. Die MAZ hat mit ihr über die Bedingungen im Haus, die umstrittene moderne Kunst und die Dekoration mit Dachfiguren und barockem Zierrat gesprochen.

Wie hat sich die Arbeit des Parlaments seit dem Umzug ins Zentrum vor fünf Jahren verändert?

Britta Stark: Sowohl die Mitarbeiter als auch die Abgeordneten freuen sich über die deutliche Verbesserung der Rahmenbedingungen – dieses helle, sehr freundliche Haus, die funktionalen Büros. Und wir haben mehr und größere Beratungsräume als auf dem Brauhausberg. Ich denke, dass wir ein gutes Maß gefunden haben zwischen dem Anschein eines Schlosses und dem bescheidenen Inneren.

Ist der Landtag denn auch in der Mitte der Stadt angekommen?

Absolut. Die Besucherzahlen sprechen für sich. Anders als früher haben wir jetzt viele internationale Besuchergruppen. Ich habe zahlreiche Staatsgäste empfangen und auch der Bundestag hat uns als Ausflugsziel neben Cecilienhof und Sanssouci entdeckt. Ich bin eine große Befürworterin einer lebendigen Demokratie. Die Menschen müssen mitmachen und auch Laut geben, also demonstrieren, und für solche Aktionen eignet sich der Alte Markt viel besser als der alte Standort.

Welches Gefühl hatten Sie, als es vom Brauhausberg in die Stadt ging?

Ich bin seit 1990 Mitglied des Landtags und hatte den Brauhausberg schätzen gelernt, weil er landschaftlich so schön gelegen war. Die Kühle des Hauses und die alten Bäume in der Umgebung hatten ihren Charme. Aber auch die Idee, die Potsdamer Mitte zu entwickeln, hatte etwas. Insbesondere auf die neue Funktionalität des Hauses habe ich mich gefreut.

Waren Sie als Abgeordnete für die Idee des Landtags im Schloss?

Mein Favorit war der Standort in der Speicherstadt direkt an der Havel. Ich kannte die Landtage in Düsseldorf und Dresden, die auch nah am Wasser sind. Mir hatte diese Naturnähe schon oben auf dem Brauhausberg gefallen. Es gab aber gute Argumente für den Alten Markt. Im Nachhinein muss ich sagen, dass die Befürworter dieser Variante sich zu Recht durchgesetzt haben.

Ärgert es Sie, wenn Ihr Haus nicht als Landtag, sondern als Stadtschloss bezeichnet wird?

Nein. Ich werde aber nicht müde, was draußen auf französisch dran steht, immer wieder auf deutsch zu sagen: „Das ist kein Schloss“.

Wie stehen Sie zur „Dekoration“ des Hauses mit barocken Skulpturen oder neuerdings der Puttentreppe?

Das passt zusammen. An der Außenfassade darf die Vergangenheit gezeigt werden durch die Skulpturen, die Adlerfiguren oder bald auch die Puttentreppe. Aber im Inneren des Hauses zeigen wir, dass es ein Parlament und kein Schloss ist, ein modernes Gebäude. Das ist ein guter Kompromiss. Ich freue mich darüber, dass viele Potsdamer und die entsprechenden Vereine sich darum bemühen, die Historie nicht zu vergessen und Teile davon instand zu setzen und wieder daran zu erinnern. Die Initiative für die Wiederherstellung der historischen Kutschdurchfahrten fällt hier aber nicht auf fruchtbaren Boden. Da gibt es erhebliche Bedenken.

Wann kommt die Spendenbox des Stadtschlossvereins in den Hof?

Die kommt bald. Der Architekt Peter Kulka hat die Spendenbox selbst entworfen und wir wollen sie zum nächsten Tag der offenen Tür am 6. April aufstellen.

Im Gegensatz zum barocken Schmuck wird über die modernen Sanssouci-Pavillons im Hof viel gelästert. Was ist ihre persönliche Meinung zu diesem Kunstwerk?

Über Kunst lässt sich streiten und die beiden Pavillons sind auch nicht meine Favoriten. Sie sind mir ganz persönlich zu kitschig, wenn ich das so profan sagen darf. Aber wenn ich sehe, wie Kinder dort spielen und auch wie viele Fotos von Besuchern dort entstehen, denke ich mir, dass sie doch ihren Sinn haben.

Gibt es Pläne, die Pavillons durch ein anderes Kunstwerk zu ersetzen?

Die Kommission für den Wettbewerb für Kunst am Bau hatte ihre Aufstellung nicht befristet und ohne einen Auftrag der Abgeordneten gibt es keinen Grund für mich oder mein Präsidium, tätig zu werden.

Die Landtagsverwaltung beklagt die Raumnot – wie eng ist es?

Die nächste Landtagswahl steht bevor und wir müssen langfristig planen. Die Verwaltung selbst braucht mehr Platz für Nach- und Vorbereitung von Sitzungen, für Stenografen oder das neue Referat für Europaangelegenheiten. Der Platzbedarf errechnet sich außerdem aus der Zahl der Fraktionen, die sich bilden, unabhängig von den 88 Abgeordneten. Die Umfragen sprechen dafür, dass es mehr Fraktionen werden, weshalb ich auf den Präsidenten des Landesrechnungshofs zugegangen bin. Mittlerweile steht fest, dass der Landesrechnungshof aus dem Gebäude ausziehen wird und wir genügend Platz haben werden.

Von Beginn an wurde beim Raumprogramm eine mögliche Fusion mit dem Land Berlin mitgedacht. Würde aus heutiger Sicht für die Berliner überhaupt noch genug Platz sein?

Im Plenarsaal ist der Platz für 150 Abgeordnete vorhanden. Ob die Büroflächen dann noch ausreichen, kann ich nicht sagen. Ich kann mir vorstellen, dass dann ergänzende Bürobauten nötig werden, aber die Frage stellt sich gerade nicht.

Von Ihrem Schreibtisch haben Sie die beste Sicht auf das Hotel Mercure. Hätten Sie lieber freien Havelblick?

Da bin ich ganz eigennützig, denn ich schlafe häufig dort in den Sitzungswochen. Auch einige andere Abgeordnete nutzen das Hotel regelmäßig. Ich finde aber auch, dass DDR-Baukultur nicht zwingend abgerissen werden muss. Das gehört zur Geschichte dazu. Ich hatte häufig von ausländischen Gästen gehört, wie sie sich beim Abriss der Fachhochschule wunderten, warum wir vieles aus der DDR platt machen würden. Ich bin dafür, dass das Hotel bleibt. Es erfüllt seinen Zweck.

Von Peter Degener

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