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Shakespeares Sonette auf dem Pfingstberg

Potsdam Shakespeares Sonette auf dem Pfingstberg

Das Glindower Wandertheater Ton und Kirschen erlebt bislang eine erfolgreiche und turbulente Saison. Eine Tour durch Frankreich brachte die vielsprachige Theatertruppe an den Rand der Leistungsfähigkeit, dann ging es quer durch Deutschland. Für die Potsdamer und speziell für Flüchtlinge haben sich die Schauspieler etwas besonderes ausgedacht.

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Margarete Biereye und David Johnston im Glindower Garten.

Quelle: Mende

Glindow. Für drei Wochen war das Glindower Wandertheater Ton und Kirschen im Juli in Frankreich unterwegs, spielte dort Shakespeares Sonette. „Und wir hatten immer volle Bänke“, berichtet Margarete Biereye und noch blitzt die Freude über die erfolgreiche Tournee in ihren Augen.

Zum achten Male nahm die aus neun Schauspielern verschiedener Nationalitäten bestehende Glindower Truppe am Theaterfestival Le Pont du Bonhomme in Lannester in der Bretagne teil. Das sei auch immer ein wunderbares Wiedersehen mit langjährigen Freunden, sagt sie. Außerdem hatten die Betreiber einer Ziegenfarm das Wandertheater eingeladen auf ihrem Hof zu spielen. Das Paar hat eine Scheune zum Theater ausgebaut, selbst ein Laienensemble gegründet.

Das Festival La Belle Rouge in der Auvergne war die letzte Station der Tour. „Wir haben die vertonten Sonette in Deutsch und Englisch gesungen, die gesprochenen waren allerdings in Französisch“, erklärt Margarete Biereye. „Wir sind alle mehrsprachig, da war das kein großes Problem.“ Die Frage, ob Frankreich Höhepunkt der Saison war, lässt Margarete Biereye einen Moment nachdenken: „Ich würde das nicht so sagen. Für uns ist jeder Auftritt ein besonderes Ereignis.“ Das Wetter habe es mit ihnen, die ja überwiegend unter freiem Himmel auftreten, in diesem Sommer richtig gut gemeint, strahlt die Theaterchefin. Machmal habe es kurz zuvor noch geregnet, aber mit den ersten Zuschauern kam auch die Sonne. Als in den Bergen der Auvergne ein Hagelschauer niederprasselte, waren die Kulissen gerade eingepackt, alles blieb heil.

Ton und Kirschen

1992 gründeten Margarete Biereye und David Johnston das Wandertheater Ton und Kirschen nachdem beide lange an verschiedenen Bühnen in England und auch Frankreich gearbeitet hatten.

Zum Ensemble gehören derzeit neun Künstler, die sechs unterschiedlichen Nationalitäten angehören.

Shakespeares Sonette kann man am 17., 18. und 19. August um 20 Uhr auf dem Potsdamer Pfingstberg erleben, vom 24. bis 27. August in der Berliner ufa-Fabrik.

Neben Shakespeares Sonetten spielt das Ensemble in diesem Sommer auch noch Brechts „Hans im Glück“ sowie Michail Bulgakows „Hundeherz“, Inszenierungen, mit denen es schon in der vorigen Saison unterwegs war. Das sei manchmal ganz schön turbulent gewesen, den Lkw mit Kulissen und Kostümen schnell in Glindow umzupacken, ehe es nach Köln, Bielefeld, Bremen oder in die Prignitz weiterging, erinnert sich Margarete Biereye.

Gemeinsam mit David Johnston hat sie seit 24 Jahren die künstlerischen Leitung von Ton und Kirschen. „Die nächsten Wochen werden etwas ruhiger“, versichert Johnston. Vom 17. bis 19. August werden auf dem Potsdamer Pfingstberg und vom 24. bis zum 27. August in der Berliner ufa-Fabrik Shakespeares Sonette gezeigt. Keine weiten Anreisen also.

Am kommenden Sonntag möchten die Theaterleute für die Flüchtlinge im Fercher Heim spielen. Dafür haben sie ihr Stück „Perpetuum mobile“ noch einmal aufgefrischt, das weitgehend ohne Worte auskommt.

Wann immer Zeit dafür bleibt arbeiten die beiden künstlerischen Leiter am nächsten Stück. Aus Herman Melvilles Erzählung „Bartleby der Schreiber“, die an der New Yorker Wall Street spielt, entsteht eine Bühnenfassung. Premiere soll im November sein.

Von Edith Mende

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