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Potsdam Sicherheitskampagne der Polizei angerollt
Lokales Potsdam Sicherheitskampagne der Polizei angerollt
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18:55 22.02.2018
Polizisten kontrollieren an der Kreuzung Zeppelinstraße/Ecke Geschwister-Scholl-Straße. Hier kommt es häufig zu Unfällen durch Rechtsabbieger. Quelle: Foto: A. Jensen
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Potsdam

Das Funkgerät piept, knistert laut auf und dann hören die Polizeibeamten die Stimme des Kollegen: „Ein Radfahrer ist über Rot gefahren, bitte anhalten.“ Und schon kommt der Mann um die Ecke gefahren, direkt in die Verkehrskontrolle der Polizeidirektion West. „Sie sind gerade über eine rote Ampel gefahren“, sagt Polizeihauptmeister Uwe Jachmann. „Das ist kein Kavaliersdelikt. Ich werde eine Ordnungswidrigkeitsanzeige schreiben müssen. Das bedeutet, Sie werden mindestens 100 Euro zahlen müssen und bekommen einen Punkt in Flensburg.“ Das Gesicht des Mannes ist von Schock gezeichnet. „Oh, Scheiße“, sagt er. Und etwas später: „Ich ärgere mich über meine eigene Dummheit. Im Moment kann ich mir das überhaupt nicht leisten.“ Er steht an seinem Fahrrad, darauf ist ein Kindersitz montiert.

Endro Schuster, Polizeidirektor Quelle: Annika Jensen

Polizei will mit Sicherheitskampagne sensibilisieren

Die Szene spielt sich am Donnerstagmittag in der Geschwister-Scholl-Straße ab, direkt an der Zeppelinstraße. Hier steht die Polizeidirektion West und führt über zwei Stunden intensive Verkehrskontrollen durch. Schon am Dienstag standen sie in der Pappelallee und zogen dort Sünder aus dem Verkehr. Die Kontrollen sind Teil einer breit angelegten Sicherheitskampagne. Sie sind eine Reaktion auf den schweren Unfall in Brandenburg an der Havel im Januar. Damals war ein zehnjähriges Mädchen ums Leben gekommen, nachdem es von einem rechtsabbiegenden Lkw-Fahrer erfasst wurde. Mit der Kampagne wollen die Polizisten vor allem für das richtige Verhalten an gefährlichen Kreuzungen und die Gefahren des „toten Winkels“ sensibilisieren.

„Wir haben leider immer noch zu viele Tote und Verletzte im Straßenverkehr zu beklagen“, sagt Polizeidirektor Endro Schuster. „Das ist größtenteils auf menschliches Versagen zurückzuführen.“

Verkehrsunfälle in Brandenburg

Im Jahr 2016 gab es 121 Verkehrstote im Land Brandenburg. Das geht aus der aktuellsten Verkehrsunfallbilanz hervor. Im Vergleich zum Vorjahr bedeutet das einen Rückgang von insgesamt 32,4 Prozent.

Etwas über 82 400 Verkehrsunfälle ereigneten sich in Brandenburg in 2016. Dabei wurden knapp 11 400 Menschen verletzt. Darunter waren rund 2 670 schwer verletzte Personen.

Einen großen Anteil an den Unfallgründen haben die Geschwindigkeitsverstöße. Um zwölf Prozent auf über 3 760 Unfälle sind sie gestiegen. Zum Vergleich: Im gleichen Zeitraum gab es etwa 1 150 Alkoholunfälle und 123 Unfälle unter Drogeneinfluss.

Besonders gefährliche Kreuzung in der Brandenburger Vorstadt

Schuster kontrolliert am Donnerstag mit einem Team von insgesamt neun Beamten in der Brandenburger Vorstadt. Sie halten die Autos und Lkws an, wenn ein Fahrer nicht angeschnallt war, wenn er das Handy am Ohr hatte oder wenn er bei rot über die Ampel gefahren ist. Doch es geht ihnen nicht nur um die motorisierten Verkehrsteilnehmer. Auch die Radfahrer, wie jener, der über die rote Ampel gefahren ist, werden an diesem sonnigen Tag von der Polizei angehalten – sofern es Gründe dafür gibt.

Und die Kreuzung Zeppelinstraße/Ecke Geschwister-Scholl-Straße liefert diese Gründe offenbar zuhauf. Die Ampel für die geradeaus fahrenden Radfahrer nehmen viele rechtsabbiegenden Radler offenbar nicht so richtig ernst. Die Kreuzung ist aber auch ohne dieses Missverständnis eine besonders gefährliche für Radfahrer. Denn die Autofahrer, die rechts abbiegen, sehen die Radler, die geradeaus fahren, nicht immer. Der Winkel ist zu spitz. Der Blick über die Schulter ist eine Verrenkung.

„Sie werden nie ausschließen können, dass Fehler gemacht werden.“

Die Beamten halten zudem jene Auto- und Lkw-Fahrer an, die Radfahrer und Fußgänger bedrängen, weil eben jener Schulterblick ausblieb. Davon gibt es an diesem Tag aber nicht so viele, weil nur wenige Radler und Spaziergänger unterwegs sind und eine entsprechende Situation nicht aufkommt. Im Sommer sieht das natürlich anders aus. „Das Thema Rechtsabbiegen ist immer relevant“, sagt Uwe Jachmann, nachdem der sündige Radfahrer, der über die rote Ampel gefahren war, wieder verschwunden ist. „Und das wird es immer bleiben. Sie werden nie ausschließen können, dass Fehler gemacht werden.“

Von Annika Jensen

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