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Potsdam Siedlung mitten im Sumpfgebiet
Lokales Potsdam Siedlung mitten im Sumpfgebiet
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09:52 24.07.2015
Der Milanhorst in der ersten Bauphase 1984. Quelle: Peter Degener Sen.
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Potsdam

Auf einem früheren Sumpf zwischen Nuthe, der einst als Schafweide genutzten Alten Zauche und der Straßenbahntrasse zum Stern steht heute das Neubaugebiet „Am Schlaatz“. Fast 6000 Plattenbau-Wohnungen wurden dort zwischen 1980 und 1987 mit großem Aufwand errichtet, denn der sumpfige Grund der Nuthewiesen musste erst in bebaubaren Boden verwandelt werden. Dazu wurde Sand herangeschafft, der mit Wasser vermengt durch eine Rohrleitung direkt auf die Baustelle gespült und dann bis zu zwei Meter dick auf dem Sumpf verteilt wurde. Ein Nebeneffekt dieses „Saugspülverfahrens“: So entstand der Baggersee zwischen Schlaatz und dem Wohngebiet am Stern.

An der Bezeichnung der Straßen lässt sich noch heute der Baufortschritt ablesen. Zuerst wurden die nach Greifvögeln benannten „Horste“ errichtet, anschließend die nach Pflanzen benannten „Höfe“ und das Stadtteilzentrum. Bis zu diesem Zeitpunkt konnten die ersten Bewohner nur in provisorischen Kaufhallen Lebensmittel einkaufen und Kinder mussten jeden Tag in andere Stadtteile zur Schule fahren. Stichstraßen in die äußeren Höfe sorgten für ein autofreies Zentrum. Schnellwachsende Hybridpappeln bildeten rasch hochaufragendes Grün.

Der letzte Bauabschnitt umfasste die „Kieze“. Vollendet wurde das Wohngebiet jedoch nie. Ursprünglich waren insgesamt sechs Hochhäuser geplant, von denen drei jedoch wegen des geringeren Aufwands durch Würfelhäuser ersetzt wurden. Dafür musste im dritten Bauabschnitt verdichtet werden. Die Grundrisse der Wohnungen wurden verkleinert, um die geplanten Wohnungszahlen zu erreichen. Geplant wurde der Schlaatz für rund 15 000 Einwohner. Heute leben dort etwa 9000 Menschen.

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Von Peter Degener

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