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Potsdam Leben in Krampnitz: Potsdam bekommt einen Central Park
Lokales Potsdam Leben in Krampnitz: Potsdam bekommt einen Central Park
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15:39 17.04.2018
Geplanter Central Park im Herzen des neuen Wohngebietes Krampnitz. Quelle: Ildiko Röd
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Krampnitz

Jetzt ist es raus, wie das neue Krampnitz-Viertel im Potsdamer Norden aussehen könnte – und es soll perspektivisch deutlich größer werden, als bislang in der breiten Öffentlichkeit kommuniziert. Bis zu zehntausend Menschen sollen innerhalb der nächsten zehn bis 15 Jahre in zwei Ausbaustufen im Potsdamer Norden eine neue Heimat in denkmalgeschützten Ex-Kasernen und Neubauten finden. Bislang war immer nur von 7000 Neu-Krampnitzern die Rede gewesen; am Anfang sogar nur von rund 4000 Einwohnern. Verhältnisse wie mancherorts in der Potsdamer Innenstadt, wo sich Nachbarn fast von Fenster zu Fenster die Hand reichen können, würden allerdings angesichts der Weitläufigkeit des Areals nicht drohen, hieß es am Dienstag bei der Präsentation der Ergebnisse des städtebaulichen Wettbewerbs für ein 83 Hektar großes Areal in Krampnitz.

Hintergrund der wundersamen Einwohnervermehrung: „Hinsichtlich der Bevölkerungsentwicklung in Potsdam hat Krampnitz eine Schlüsselrolle“, erklärte Bert Nicke, Geschäftsführer des Entwicklungsträgers Potsdam.

Mutmaßlicher Sieger ist das Team des Berliner Architekturbüros Machleidt mit dem ebenfalls aus Berlin stammenden Landschaftsarchitektur-Büro Sinai – letztere hat bereits die Havel-Uferpromenade vor dem Museum Barberini realisiert. Ganz in trockenen Tüchern ist die Sache für die Erstplatzierten aus den insgesamt neun Entwürfen aus der Endrunde aber noch nicht. Den endgültigen Zuschlag gibt es erst nach weiteren Verhandlungen zu Konditionen und Details, erklärten Nicke, Baudezernent Bernd Rubelt (parteilos) und der Jury-Vorsitzende Uli Hellweg am Dienstag bei der Vorstellung der drei erstgereihten Entwürfe.

Hubert Lakenbrink vor dem Siegerentwurf für Krampnitz Quelle: Ildiko Röd

Dennoch ist es schon relativ wahrscheinlich, dass sich die Vision von Machleidt und Sinai durchsetzen wird. Und die sieht folgendermaßen aus: Die Bebauung wird sich am Vorbild der denkmalgeschützten Kasernenbauten von Krampnitz orientieren. „Diese Struktur wird nicht knechtisch aufgenommen, sondern weiterentwickelt“, hob Hellweg das Plus dieses Entwurfs hervor. So finden sich zum Beispiel die Höfe der Kasernen in den Höfen im Neubauteil wieder. „Sehr stimmig“, gab Hellweg die einhellige Jury-Meinung wieder. Im Zentrum des Krampnitzer Neubaugebiets erstreckt sich eine acht Hektar große Grünfläche – bereits jetzt „Central Park“ getauft – und drumherum stehen Fünfgeschosser, viele von ihnen mit Sozialwohnungen. Einziger höhenmäßiger „Ausreißer“ wird ein achtstöckiges Gebäude nahe dem Central Park sein. Zu den Rändern des neuen Wohnviertels nehmen die Gebäudehöhen stetig ab. Dort, wo das Quartier in die Döberitzer Heide übergeht, sind die Häuser dann nur noch dreigeschossig. Im nördlichen Teil ist eine dreigeschossige Reihenhaussiedlung geplant – ideal für Selbstnutzer und Baugemeinschaften, betonte Nicke.

Voraussichtlicher Siegerentwurf der Büros Machleidt/Sinai für das Neubauviertel Krampnitz Quelle: Ildiko Röd

Dann ist da noch die zentrale Magistrale, die etwas über einen Kilometer lang sein wird. Auf dieser Straße mit drei Haltestellen fährt die Straßenbahn. Sie führt zu einer Wendeschleife in der Nähe der Ketziner Straße nach Fahrland, wo auch der Park&Ride-Platz geplant ist. Wichtig zu wissen: Pro Wohnung ist nur jeweils ein halber Stellplatz geplant – ohnehin sollen die Kiez-Bewohner eher auf den öffentlichen Personennahverkehr umorientiert werden.

Eine Grundschule und vier Kitas sollen in dem Viertel gebaut werden. Dazu eine weiterführende Schule, wobei noch nicht klar ist, ob es sich um ein Gymnasium oder um eine Gesamtschule handeln wird. Im rechten Winkel zum Herzstück des „Centrals Parks“ ist das sogenannte „soziale Infrastrukturband“ geplant. Zum Einkaufen oder für den Arztbesuch muss man nicht den langen Weg in die Innenstadt auf sich nehmen. „Wir wollen bis zu 20 Prozent Gewerbeeinheiten umsetzen“, erklärte Dezernent Rubelt die Zielsetzung, ein durchaus städtisch geprägtes Viertel zu entwickeln – mit Strahlkraft etwa auch für das Umfeld Fahrland. Vor allem: „Es soll keine Schlafstadt werden, sondern ein lebendiger Kiez“, betonte Nicke. Auch ein Ärztehaus soll es geben, dessen Ansiedlung überhaupt erst angesichts der nun angepeilten zehntausend Einwohner machbar sei, betonte Jury-Chef Hellweg.

Bert Nicke (Pro Potsdam), Bernd Rubelt (Beigeordneter für Stadtentwicklung, Bauen und Umwelt der Landeshauptstadt Potsdam) und Uli Hellweg, Vorsitzender der Wettbewerbsjury, bei der Vorstellung der Siegerentwürfe für Krampnitz. Quelle: Ildiko Röd

Noch in diesem Jahr soll der Masterplan stehen, in dem es um die konkrete Architektur geht. Für neuralgische Punkte im Kiez sind zudem in der Folge Architekturwettbewerbe geplant.

Bestandteil des städtebaulichen Wettbewerbs sind auch die Neubaugebiete der „Deutschen Wohnen“. Wie berichtet, hat die Berliner Wohnungsbaugesellschaft 2017 zentrale Teile von Krampnitz erworben – vor allem mit den denkmalgeschützten Mannschaftsgebäuden.

Schon nächste Woche am Dienstag rollen die ersten Bagger und Baustellenfahrzeuge im Ex-Kasernengelände an, um marode – und nicht denkmalgeschützte – Gebäude abzureißen. Läuft alles nach Plan, können die ersten Mieter auf dem Areal der Deutschen Wohnen bereits Ende 2020 einziehen. Mit der Vermarktung der ersten Flächen im Neubaugebiet soll voraussichtlich noch in diesem Jahr begonnen werden. 2024/25 sind dann voraussichtlich die ersten Teile des Neubaugebiets fertig.

Von Ildiko Röd

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