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Potsdam Sitzfleisch und Sommerkleider
Lokales Potsdam Sitzfleisch und Sommerkleider
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18:39 25.08.2013
Nauener Vorstadt

Es waren düstere Geschichten und Sommerkleider, traurige Kindheitserinnerungen und bissiger Humor, mit denen zwölf Jungautoren und Jugendbuchautoren den Auftakt der zweiten Sommerlesung "Brandenburg liest" im Akkord bestritten. "Die Reihe ist seit letztem Jahr ein großer Erfolg mit Autoren aus Brandenburg oder starkem Berlin-Brandenburg-Bezug", sagte Brandenburgs Wissenschaftsministerin Sabine Kunst.

Was Texte dazu gewinnen, wenn ihre Autoren sie lesen und erklären, zeigte als nächstes der Berliner Schriftsteller Klaus Kordon. Er hatte Auszüge aus seinem Buch "Das Karussell" vorbereitet. "Es ist ein Roman, der mit meiner Familiengeschichte spielt", sagte Kordon, der seinen Vater nie kennengelernt und seine Mutter verloren hatte, als er 13 Jahre alt war. Im Gespräch erzählte er von den Recherchen für sein "Buddenbrook"-Vorhaben: "Was du weißt, bringst du rein. Für den Rest hast du Fantasie. So machen das Romanciers."

Kordon wattierte Schicksalsschläge in der Zeit des Zweiten Weltkriegs und rührsame Momente zwischen Menschen, die sich eigentlich nicht mögen wollen, in liebe Worte. Mit nüchternem Witz. Etwa die Ferntrauung im Krieg: "Da wird der Stahlhelm mit Lisa verheiratet." Besonders schön: Kordons warme, tiefe Erzählerstimme.

Ganz anders der nächste Programmpunkt an diesem Sommernachmittag im Haus des Theodor-Fontane-Archivs. Sabine Ludwig mochte sich nicht setzen. Also las sie stehend am Pult. "Ich will das blöde Mikro nicht, bah", waren die ersten Worte ihres Auftritts. Einer der nächsten Sätze, zitiert aus ihrem Werk "Painting Marlene": "Friedhöfe habe ich immer geliebt." Bissig, augenzwinkernd und sarkastisch ging es weiter. Ludwig, im kleinen Schwarzen, rezitierte mit dem ganzen Kopf: mit fies-funkelnden Blicken, mit hämischen Augenbrauenbewegungen, mit rotem Lippenstift, mit herzhafter Berliner Schnauze. Herrlich unterhaltsam und kurzweilig. Auch Emma Bading fand im Publikum Gefallen an der Vorstellung. Sie kicherte und lachte nicht nur einmal. Sabine Ludwig: "Der fiese Hausmeister hat mir am meisten Spaß gemacht beim Schreiben."

Die Potsdamer Autorin Antje Wagner nutzte das Heimspiel für eine Verlängerung. "Ich lese einfach ganz frech weiter", sagte sie, nachdem die ihr zugestandenen 20 Minuten verstrichen waren. Ihr aktuelles Werk "Vakuum"präsentierte sie als dystopischen Endzeitroman. "Wissen Sie, was das ist?", fragte sie so, wie sie es sonst in Schulklassen tue. Und erklärte: "Da geschieht immer eine Katastrophe." In diesem Fall: ein mysteriöses Nebelszenario, das offenbar nur fünf Jugendliche überlebt haben. Der Nebel, so Wagner, sei ein Motiv dafür, "dass man sich in sich selbst nicht auskennt".

Das Düstere möge sie "unheimlich gerne". Auf Happy Ends, so Wagner, stehe sie nicht. Sie bevorzuge es, wenn ein Text "wie ein Haken im Fleisch bleibt". An diesem Lesetag am Fuße des Pfingstbergs haben das die Autoren geschafft. Im nächsten Jahr dann vielleicht vor mehr jungem Publikum.

Von Michaela Grimm

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