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Potsdam Skandal in Potsdam: Misshandlung in Seniorenresidenz?
Lokales Potsdam Skandal in Potsdam: Misshandlung in Seniorenresidenz?
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15:06 16.11.2016
Die Betreuung Demenzkranker erfordert Fachkenntnis. Quelle: dpa
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Bornstedter Feld

Die heutige Einweihung der Evangelischen Seniorenresidenz Luisengarten im Bornstedter Feld wird von schweren Vorwürfen überschattet: Eine Mitarbeiterin soll einen demenzkranken Bewohner in seinem Zimmer eingeschlossen haben und ihm zwei Schlaftabletten gegeben haben, obwohl nur eine nötig gewesen wäre.

Das Brandenburger Sozialministerium bestätigt auf MAZ-Anfrage, dass eine entsprechende Anzeige bei der Aufsicht für unterstützende Wohnformen im Landesamt für Soziales und Versorgung eingegangen sei. „Die Anzeige erfolgte durch die Einrichtung selbst“, erklärt Ministeriumssprecherin Marina Ringel. Die Heimaufsicht habe daraufhin gestern eine unangemeldete Vor-Ort- Prüfung vorgenommen. Vorläufiges Ergebnis: „Die Meldung über das Verschließen der Zimmertür eines dementiell erkrankten Bewohners hat sich im Grundsatz bestätigt“, so Ringel. In Bezug auf die Gabe von Medikamenten habe hingegen kein heimrechtlicher Mangel festgestellt werden können. Die Einrichtung sei nach dem Vor-Ort-Termin nun in der Pflicht darzulegen, wie sie die festgestellten Mängel abstellen will. „Nach erstem Eindruck ist die Einrichtung entschlossen dabei, eine Wiederholung eines solchen Vorfalls auszuschließen“, erklärt die Ministeriumssprecherin. Die der Aufsicht unterliegenden Einrichtungen sind gesetzlich verpflichtet, besondere Vorfälle zu melden.

Eine Pflegerin brachte den Fall ins Rollen

Ins Rollen gebracht hat den Fall aber offenbar eine Pflegekraft. Sie informierte die Heimleitung über das von ihr beobachtete Fehlverhalten der Kollegin, doch die Leitung habe zunächst nicht reagiert. Die Kollegin sei weiter beschäftigt worden. Deswegen habe sie am 5. November die Aufsicht einschalten wollen. Dort habe man ihr gesagt, dass die Heimleitung ihrer Anzeige schon zuvor gekommen sei. „Jemanden im Zimmer einzuschließen ist Freiheitsberaubung, das ist Misshandlung Schutzbefohlener“, sagt die ausgebildete Pflegefachkraft, die seit 22 Jahren in dem Beruf arbeitet, der MAZ. Ihr Einsatz wurde aber nicht belohnt: Gestern habe sie die Kündigung erhalten. Die Frau war noch in der Probezeit. Die Heimleitung war am Dienstag nicht für eine Stellungnahme zu erreichen.

Die Seniorenresidenz Luisengarten des Landesausschusses für Innere Mission (Lafim) war Anfang September eröffnet worden. Heute findet die offizielle Einweihung unter Beisein des Sozialbeigeordneten Mike Schubert (SPD) statt. Das Heim bietet für die Landeshauptstadt 79 dringend benötigte neue Pflegeplätze. Rund zehn Plätze sind bereits bezogen. Zudem gibt es in 18 barrierefreien Zwei-Raum-Appartements mit Küche die Möglichkeit des betreuten Wohnens.

Von Marion Kaufmann

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