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Skater wollen unter die Humboldtbrücke

Rollsport in Potsdam Skater wollen unter die Humboldtbrücke

Seit Jahren wird in Potsdam nach einer Alternative für die 2008 geräumte Skatehalle in der Kurfürstenstraße gesucht – bislang vergeblich. Nun diskutieren Potsdams Rollsportler über einen Platz, der zumindest gegen Regen und Schnee geschützt wäre.

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André Frosch unter der Auffahrt zur Humboldt-Brücke.

Quelle: Volker Oelschläger

Potsdam. Potsdams Skater haben unter der Auffahrt zur Humboldtbrücke einen neuen Platz für eine wettergeschützte Sportanlage entdeckt. Der Platz sei zentral gelegen und mit seiner Pflasterung bereits „sehr gut vorbereitet“, sagte Szene-Veteran André Frosch (40) am Dienstag bei einer ersten Begehung. Zudem sei es derzeit ein „verlorener Ort“ ohne jede Nutzung.

Voraussetzung für eine Skateanlage sei jedoch die Errichtung von möglichst vier Meter hohen Schutzwänden aus einfachen Doppelstabmatten rechts und links des Platzes, um zu verhindern, dass Skateboards nach missglückten Sprüngen „auf die Straße schießen“. Vor genaueren Planungen müsse geklärt werden, ob der Eigentümer der Einrichtung einer Anlage zustimmt. Zudem müsse auch aus haftungsrechtlichen Gründen ein Träger für das Projekt gefunden werden.

Die Suche nach Platz für eine wettergeschützte Skateanlage ist in Potsdam seit der Räumung der Skatehalle in der Kurfürstenstraße im November 2008 ein Dauerthema. Die Schaffung einer Alternative war zwar einer der zentralen Punkte eines „Rahmenkonzeptes Jugendkultur“, das 2009 von einer Arbeitsgruppe Jugend-/Soziokultur in Abstimmung mit der Kulturverwaltung vorlegt worden ist.

Die definitive Absage durch die Stadt sollte erst mit langer Verzögerung im Winter 2016 kommen: Bei der Diskussion eines Vorschlags der Linken, einen Teil der Neuen Halle auf dem alten RAW-Gelände an der Friedrich-Engels-Straße für Skater herzurichten, erklärte der Chef des zuständigen Kommunalen Immobilienservices, Bernd Richter, dass dafür keine Mittel vorhanden seien. Oberbürgermeister Jann Jakobs (SPD) sekundierte, dass es sich auch bei der alten Skatehalle nur um ein parallel als Lager genutztes Provisorium gehandelt habe.

Laut Frosch gibt es allerdings Bedarf. Die nächste überdachte Halfpipe gebe es erst in der Revaler Straße in Berlin-Friedrichshain. Unter der Auffahrt zur Humboldtbrücke sei genug Platz für eine wenigstens gegen Schnee und Regen geschützte Anlage. Ein Ersatz für eine reguläre Skatehalle wäre das allerdings nicht, sagt Frosch. Er begrüßt den Vorstoß des SPD-Fraktionsvorsitzenden Pete Heuer, der in der Debatte zur Zukunft der Biosphärenhalle auch den Einbau einer Skateanlage ins Spiel brachte: „Das wäre auf jeden Fall eine Maßnahme“, sagte Frosch.

Der Einzugsbereich einer solchen Halle würde nach seiner Einschätzung weit über die Stadtgrenzen hinaus reichen: „Die Leute würden sicher auch aus dem Südwesten Berlins und aus Spandau nach Potsdam kommen.“ Als spezielles Argument für die Landeshauptstadt mit ihren olympischen Traditionen verwies er darauf, dass Skateboarding 2020 in Tokio erstmals als olympische Disziplin aufgenommen werde.

Von Volker Oelschläger

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