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Potsdam So feiert die Oxymoron Dance Company
Lokales Potsdam So feiert die Oxymoron Dance Company
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12:49 19.09.2016
Luana Rossetti hebt ab. Quelle: Foto: Bernd Gartenschläger
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Potsdam

Regen rinnt das Fenster hinab. Die scharfe Kontur der Wipfel verschwimmt. Rauschen. Das Blau verliert seine Kraft. Menschen erscheinen im Dunkel am Ende des Saals. Ein DJ mit Laptop und Xylophon, ein Mann am Piano, zwölf Streicher. Der Kontabass setzt ein. Ein Tänzer erklimmt mühelos den chinesischen Mast im Zentrum der Bühne. Unterm Dach verharrt er spinnenhaft gekrümmt mit wachem Blick in die Tiefe, hin zu dem Mädchen, das dort auf allen vieren in Windeseile über den Boden tanzt. Die Violinen schmeicheln getragen, der Mann setzt an zum Sprung. Schluss.

„Am Abend“ ist der Titel der ersten von zwölf Episoden, die am Donnerstag in der Waschhaus-Arena, choreografiert von Anja Kozik, in einer Uraufführung zu erleben waren. Die zum Waschhaus gehörende Oxymoron Dance Company beschenkte das Publikum und sich selbst mit einer Inszenierung der „Pocket Symphonies“ von Sven Helbig, die in jeder Hinsicht bemerkenswert ist.

Komponiert und mit dem MDR-Sinfonieorchester eingespielt hat Helbig die zwölf sinfonischen Miniaturen 2013 als erstes eigenständiges Werk nach diversen Auftragsarbeiten für Partner wie Rammstein, Snoop Dogg und die Pet Shop Boys. Für Potsdam hat er die instrumentale Besetzung neu arrangiert. Mal minimalistisch dahintreibend, mal melancholisch verharrend, dann wieder mit Empörung aufwallend, entfalten die „Pocket Symphonies“ die perfekte Atmosphäre für große Emotionen. Erstmals sind Musiker der Kammerakademie Potsdam in einer Waschhaus-Produktion zu erleben. Der Komponist am DJ-Pult bedient die Elektronik selbst.

Der Saal der Arena ist geteilt. Zwischen dem Publikum und dem Tanzboden ist dunkle Gaze gespannt, die gelegentlich im Schein von Videosequenzen zur transparenten Leinwand wird, um dann wieder aus dem Blickfeld zu schwinden. Als es zwischen den Menschen erstmals ums Ganze geht, entspinnt sich auf dieser Gaze ein Netz aus grünen Laserfäden. Denn zu Raha Nejad und Allessandro di Sazio, die sich in der zweiten Episode „Gone“ erstmals einander umtanzend am Boden begegneten, gesellte sich in „Rise“ mit Luana Rossetti eine Dritte. Dumpfe Beats wummern, als sie in „A tear“ Ballettschuhe überzieht, sich erhebt und ein, zwei Mal die Arme wie Flügel bewegt. Seile reißen, sie steht allein und erschauert in heftigem Begehren.

Traumsequenzen folgen und leidenschaftliche Begegnungen, großartige, fast magische Augenblicke. Raha Nejad hat ihren unvergesslichen Auftritt in Episode neun mit dem Titel „Zorn“. Von den anderen verstoßen, wütet die Tänzerin atemberaubend wie im Zeitraffer. Auf die unmittelbare Nähe folgt Distanz. Wolken im Wasserspiegel, Regentropfen, Wellenkreise, schließlich die Baumwipfel des Eröffnungsbildes. Über das „Schlaflied“ legt der DJ das Kratzen alter Schallplatten.

Als es verstummt, 55 Minuten sind um, dauert es diesen bangen Augenblick. Dann folgt minutenlanger, jubelnder Applaus des Premierenpublikums. Und eine Zugabe. Was für ein schöner Abend!

Von Volker Oelschläger

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