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Potsdam So hilft Potsdam seinen Obdachlosen
Lokales Potsdam So hilft Potsdam seinen Obdachlosen
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21:02 06.01.2017
Ein Bett, etwas zu essen, ein warme Dusche: Wer kein Dach über dem Kopf hat und Hilfe braucht, findet sie in Potsdam an vielen Stellen. Quelle: Bernd Gartenschläger
Potsdam

Wie in ganz Deutschland leben auch in der Landeshauptstadt Potsdam immer mehr Obdachlose. Die aktuelle Zahl derer, die keinen festen Wohnsitz haben und in Notunterkünften untergebracht sind, liegt bei 299. Dies geht aus einer kleinen Anfrage des CDU-Stadtverordneten Clemens Viehrig hervor. Demnach gebe es in Potsdam zudem „einige Menschen“, die sich entschieden haben, auf der Straße zu leben. Sie seien dem Hilfssystem zum Teil bekannt, ihre Anzahl aber nicht konkret bezifferbar. Dem Vernehmen nach sind es um die zehn Personen, die auch an kalten Wintertagen draußen leben. Allein gelassen sind sie nicht: Sie werden laut Stadtverwaltung regelmäßig durch die von der Landeshauptstadt vertraglich gebundene Straßensozialarbeit mit den Unterstützungen, die sie benötigen und annehmen versorgt – etwa mit Schlafsäcken, mit Isomatten und Hygieneartikeln.

299 – die Zahl ergibt sich aus der Anzahl der Betten, die die Stadt für Wohnungslose vorhält. Allein 95 Betten stehen im Obdachlosenheim der Awo am Lerchensteig zur Verfügung, hinzu kommen 15 Notbetten. Die ebenfalls am Lerchensteig gelegene Unterkunft „Junge Wilde“ zählt 24 Betten, das Familienhaus Am Stern 60. Zudem gibt es 17 Gewährleistungswohnungen mit mehr als 50 Plätzen.

Auch wenn derzeit all diese Plätze belegt sind: „Mit der Arbeiterwohlfahrt, die im Auftrag der Stadt die Obdachlosenunterkunft im Lerchensteig betreibt, wurde vereinbart, dass an kalten Wintertagen niemand abgewiesen wird“, sagt Stadtsprecher Jan Brunzlow. Das Obdachlosenheim hat die Telefonnummer 0331/520692. Die Streetworker von Creso sind täglich von 8 bis 20 Uhr unter der 0176/12 10 98 96 und der 0176/12 10 98 94 zu erreichen. Wer außerhalb dieser Zeiten auf der Straße, im Park oder anderswo im öffentlichen Raum auf eine erkennbar hilfebedürftige oder gar hilflose Person stößt, wählt die Notrufnummer 112, so Brunzlow: „Wer kurz davor steht, seine Wohnung zu verlieren, kann sich an den Fachbereich Wohnen der Landeshauptstadt wenden. Erfahren wir von so einem Fall, helfen wir direkt.“ Weshalb die Zahl der Obdachlosen steigt, sei nicht klar. „Es gibt nie den einen Grund – da spielt eine Vielzahl verschiedener Dinge rein.“ So seien viele der Obdachlosen gar keine Potsdamer, sondern Durchreisende, die sich nur eine paar Tage oder wenige Wochen in der Stadt aufhalten und hier die Hilfsangebote nutzen.

Angebote wie die Suppenküche der Volkssolidarität auf dem Campus der Stadtverwaltung. Sie genießt seit Jahren einen guten Ruf bis weit nach Berlin hinein. In der Suppenküche gibt es nicht nur Frühstück und ein warmes Mittagessen, sondern auch die Möglichkeit zu duschen und Wäsche zu waschen. Außerdem ist dort die Kleiderkammer zu finden. Die Suppenküche ist montags bis freitags von 9 bis 14 Uhr, samstags und sonntags von 10 bis 14 Uhr geöffnet, je nach Wetterlage und Bedarf auch länger, in der Regel bis 18 Uhr.

Hilfe gibt es auch hier

Menschen, die in der Gefahr leben, ihre Wohnung zu verlieren oder diese bereits verloren haben, können sich an die Landeshauptstadt wenden: 0331/289 21 23 oder 289 21 62.

Das Arztmobil hält donnerstags 10-12 Uhr bei der BBW-Akademie Am Konsumhof 1-5.

Lebensmittel gibt die Tafel aus: dienstags 14-16 Uhr bei den Baptisten in der Schopenhauerstraße 8, donnerstags 15-17 Uhr und freitags 16-18 Uhr in der Drewitzer Straße 22a.

Von Nadine Fabian

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