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So klappt’s mit dem City-Trampen

Bürger aus Potsdams Norden gründen Mitfahrinitiative So klappt’s mit dem City-Trampen

Gemeinsam vorankommen statt einsam stillstehen – das ist der Gedanke, der hinter der Mitfahrinitiative PotsAb steht. Gegründet haben sie Bürger aus den nördlichen Ortsteilen Potsdams. Über PotsAb werden freie Plätze in Autos, die ohnehin fahren, anderen angeboten – so sollen insgesamt weniger Autos auf Potsdams Straßen unterwegs sein. Nun müssen Mitstreiter her.

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Karte raus und lächeln! Sabine Sütterlin aus Neu Fahrland hat an PotsAb mitgebastelt und macht vor, wie das City-Trampen funktioniert.

Quelle: Susanna Krüger

Potsdam. Sie haben die Nase voll vom Warten. Dem Warten darauf, dass es im Stau ein paar Meter weiter geht. Dass es irgendwann einmal bessere Bus- und Tramverbindungen gibt. Dass das Verkehrsproblem gelöst wird, das in diesen Tagen jedem offenbar wird, der die Stadt auf der B 273 erreicht oder verlässt, und unter dem vor allem die ländlichen Potsdamer Wohngegenden leiden.

Bürger aus den nördlichen Ortsteilen haben unter dem Motto „Gemeinsam vorankommen statt einsam stillstehen“ eine Mitfahrinitiative gegründet, mit der sie etwas gegen den Stau und gegen die Unterversorgung mit öffentlichen Verkehrsmitteln tun wollen. PotsAb heißt die Initiative, die kostenfrei ist und der sich jeder anschließen kann. Über PotsAb werden Fahrgemeinschaften organisiert. „Spontan oder regelmäßig. Auf jeden Fall möglichst unkompliziert“, sagt Susanna Krüger. Die Vize-Ortsvorsteherin von Satzkorn hat PotsAb mit erfunden: „Ich glaube, unsere Mitfahrinitiative kann helfen, dass viele Leute hier und jetzt besser vorankommen.“

Über PotsAb werden freie Plätze in Autos, die ohnehin fahren, anderen angeboten – so sollen insgesamt weniger Autos über Potsdams Straßen rollen. Die Idee wurde auf der B 2 und der B 273, den Hauptverkehrsadern zwischen dem Norden und der Innenstadt, geboren – also dort, wo sich täglich die Autos stauen und auch die Busse festsitzen. Der Knackpunkt: „Die meisten der Autos sind gar nicht voll besetzt, in vielen sitzt sogar nur der Fahrer“, so Susanna Krüger. Die Lösung: Mitfahren! Das vermindere den Stau, reduziere die Umweltbelastung und mache letztendlich die Bewohner der ländlichen Ortsteile mobil.

Lars Roskoden hat die Initiative mit aus der Taufe gehoben. Der 43-Jährige fährt täglich von Neu Fahrland über Potsdam nach Zossen und ist immer bereit, jemanden mitzunehmen – auch nur ein Stück des Wegs. Er hat die leuchtend orange PotsAb-Karte hinter die Windschutzscheibe gelegt und hält an, wenn jemand am Straßenrand mit der Karte winkt. „Das ist modernes, innerstädtisches Trampen“, sagt Roskoden. „Die Karte ist der verlängerte Daumen.“ Dennoch: „Es gibt viele Leute, die noch skeptisch sind. Ich möchte jeden ermutigen, es einfach mal auszuprobieren.“

Das System basiere auf Vertrauen, aber auch an die Sicherheit sei gedacht. „Wer mitmachen möchte, muss sich registrieren. Erst danach gibt’s die Karte“, so Roskoden. Drei, vier Dutzend Auto- und Mitfahrer haben das schon gemacht. „Wir brauchen noch viel, viel mehr Leute – eine kritische Masse. Im Moment sind vor allem Überzeugungstäter dabei.“ Und die versuchen nun, die Skeptiker und Zögerlichen zu überzeugen und machen in Ortsbeiräten, auf Dorf- und Stadtteilfesten Werbung für PotsAb. „Wir hoffen außerdem, dass die Stadt das Projekt unterstützt – so könnten die Karten zum Beispiel im Bürgerservice ausgegeben werden.“

Erst registrieren, dann Mitfahrer einladen

Wer sich registrieren will, schreibt entweder eine E-Mail mit Namen, Adresse, Telefonnummer an info@potsab.de oder kommt zu einer der Veranstaltungen, bei denen PotsAb vor Ort ist – dort gibt es die Karte direkt.

Die nächsten Gelegenheiten: 17. Juni, 14 Uhr, Sommerfest Satzkorn, Feuerwehrhaus; 8. Juli, 15 Uhr, Mittsommerfest Marquardt, Kulturscheune; 17. September, 11 Uhr, Potsdamer Umweltfest, Volkspark.

Mitfahrten sind auch über die Gruppe „PotsAb“ bei flinc.de zu verabreden. nf

Von Nadine Fabian

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