Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Potsdam So könnte Potsdams neues Wohnviertel aussehen
Lokales Potsdam So könnte Potsdams neues Wohnviertel aussehen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
11:08 28.12.2017
Pro-Potsdam-Geschäftsführerin Sigrun Rabbe. Quelle: Bernd Gartenschläger
Innenstadt

Nach zwei aufreibenden Jury-Sitzungen am 5. und 7. Dezember, die bis Mitternacht dauerten, stehen nun die Finalisten des Auswahlverfahrens für das neue Wohnkarree auf dem FH-Areal fest: Für die neun Grundstücke hat das Auswahlgremium aus Experten und Stadtpolitikern jeweils bis zu drei anonymisierte Entwürfe ausgewählt. Am Freitag wurden sie in der Roten Infobox am Alten Markt öffentlich präsentiert.

Die Finalisten des Auswahlverfahrens für das Karree auf FH-Areal stehen fest – die Entwürfe sind am Sonnabend öffentlich in der Roten Infobox am Alten Markt ausgestellt. Ab Januar kann man sie dann bis März immer am „Langen Donnerstag“ sehen. Wir zeigen die Entwürfe in unserer Bildergalerie.

Wer sich ein Bild davon machen möchte, wie das Karree zwischen dem Landtag und der neuen verlängerten Schwertfegerstraße künftig aussehen könnte, hat am Sonnabend von 11 bis 17 Uhr dazu die Gelegenheit. Aber auch im Neuen Jahr öffnet die Infobox ihre Pforten. Ab 11. Januar kann man die Entwürfe jeden Donnerstag von 16 bis 19 Uhr begutachten, ehe es im Frühjahr in die finale Runde geht. „Bis dahin haben die Bieter die Möglichkeit, ihre Gestaltung nochmals zu vertiefen und zu überarbeiten“, erklärten die Sanierungsträger-Chefs Bert Nicke und Sigrun Rabbe.

Genossenschaften sind gut im Rennen

Die drei großen Wohnungsgenossenschaften – die Wohnungsgenossenschaft „Karl Marx“, die Potsdamer Wohnungsgenossenschaft 1956 (PWG) und die Potsdamer Wohnungsbaugenossenschaft (PBG) – haben sich mit je drei Entwürfen auf die neun Grundstücke beworben.

Nach der Jury-Sitzung sind von den Entwürfen der „Karl Marx“ noch zwei im Rennen, wie Geschäftsführer Bodo Jablonowski auf Anfrage erklärte. Die PBG ist noch mit allen drei Entwürfen dabei. Bei der PWG war niemand zu erreichen. „Wir werden uns sehr ernsthaft und gründlich mit dem Empfehlungsschreiben der Jury befassen“, sagte Jablonowski hinsichtlich der Empfehlungen für Nachbesserungen.

An der Ausschreibung für Block III nehmen Projektentwickler, private Investoren, Selbstnutzer und Genossenschaften teil.

Auch in punkto Gebäudenutzung oder Mietpreisbindung müssen die Bieter dann bis dahin verbindlich Nägel mit Köpfen machen. Im März entscheidet die Jury, welche neun Entwürfe aufs symbolische Siegertreppchen kommen. Noch vor der Sommerpause könnten die Stadtverordnetenversammlung dann ihren Beschluss über die Vergabe fassen. „Der Anspruch ist nicht die Barockisierung, sondern eine zeitgenössische, klare Formensprache“, sagte Baudezernent Bernd Rubelt (parteilos).

Bernd Rubelt erläutert die Entwürfe. Quelle: Bernd Gartenschläger

Was lässt sich auf den ersten Blick über die Entwürfe sagen? Eine Überraschung fällt sofort ins Auge: Die sogenannte „Fuge“ neben dem Achteckengebäude in der Schwertfegerstraße/Ecke Friedrich-Ebert-Straße ist in zweierlei Hinsicht interessant: Zum einen ist sie eine Art Reststück aus der Veränderung der Parzellenstruktur. Zum anderen könnte hier eine architektonische Reminiszenz an das FH-Gebäude entstehen – die wabenartige Rasterkonstruktion der Fassade erinnert stark an die Verzierungen an dem DDR-Bau, der derzeit abgerissen wird. „Für mich ist das ein ganz wichtiges Zeichen, dass wir uns mit den Zeitschichten auseinandersetzen“, schwärmte Rubelt. Auch die BI „Mitteschön“ hat keine Probleme damit – mit einem zweiten Entwurf für das Fugen-Haus hingegen schon: „Mit diesem Glasbau können wir uns nicht anfreunden“, sagte BI-Sprecherin Barbara Kuster.

Das Fugen-Haus in der Schwertfegerstraße 11 – hier zwei Varianten mit Wabenstruktur in der Fassade. Quelle: Ildiko Röd

Originalgetreu beziehungsweise an das historische Original angelehnt sollen die Eckgebäude im Karree wiedererstehen: der Plögersche Gasthof an der Schlossstraße/Friedrich-Ebert-Straße, der Knobelsdorff-Bau am Alten Markt, das Eckhaus an der Schwertfegerstraße/Alter Markt und das Achteckenhaus an der Schwertfegerstraße/Friedrich-Ebert-Straße. Die zwei Einfahrten zur Tiefgarage werden an der Schwertfegerstraße gebaut; die Zufahrt erfolgt über die neue Kaiserstraße vom Platz der Einheit aus. Bei etlichen Ideen die Jury jetzt Nachbesserungen sehen. Beispiel: „Es gab Entwürfe mit sehr guten Eckgebäuden, bei denen die Flanken aber abfielen“, erklärte Nicke. In der Diskussion ist auch noch, ob es Gauben geben wird oder ob flache Dachfenster eine einheitliche Dachlandschaft schaffen sollen.

Vorstellung der Entwürfe für das Fachschulareal in der Roten Infobox am Alten Markt in Potsdam: Sanierungsträger-Chef Bert Nicke (l.), Barbara Kuster (BI „Mitteschön“) und Baudezernent Bernd Rubelt (parteilos). Quelle: Bernd Gartenschläger

In das Jury-Votum flossen neben der Bereitschaft zum Sozialwohnungsbau auch die geplante Nutzung ein. Schon jetzt ist klar: Es wird hauptsächlich Gastronomie und Läden geben. Aber auch unorthodoxe Vorschläge finden sich im Nutzungsmix. Im „Fugen-Haus“, Schwertfegerstraße 11, sieht ein Entwurf ein „Haus der Musik“ mit entsprechenden Angeboten vor. Auch der Eckbau Schwertfegerstraße/Alter Markt gegenüber von St. Nikolai könnte eine kreative Nutzung bekommen – immerhin deutet ein Saal mit Kinobestuhlung darauf hin. Wie handfest dieser Plan ist, muss aber ebenfalls in der Nachbesserungsphase dargelegt werden.

Vorstellung der Entwürfe für das Fachschulareal in der Roten Infobox am Alten Markt in Potsdam Quelle: Bernd Gartenschläger

Von Ildiko Röd

Potsdam Potsdamer Mega-Event - Stadtwerkefest bleibt kostenlos

Aufatmen bei Potsdams Party-Fans: Auch künftig wird jeder Besucher kostenlos aufs Stadtwerkefest kommen. Das hat der Aufsichtsrat am Freitag beschlossen. Gleichzeitig sollen die Sicherheitsmaßnahmen für das Mega-Event im Lustgarten verstärkt werden.

09.12.2017

Mit der Spende von 500 Euro knackt der Spargel- und Erlebnishof Klaistow die 3000-Euro-Marke in der MAZ-Weihnachtsaktion für das Kinderheim Am Stern. Der Spendenstand erhöht sich auf 3060 Euro. „Wenn wir dazu beitragen können, den Heimkindern einen Ort zu geben, an dem sie sich geborgen fühlen, ist das toll“, sagt Geschäftsführerin Antje Winkelmann.

12.12.2017
Potsdam Potsdamer Kuratorenpreis - Auf Recherchereise in Potsdam

Folakunle Oshun bekommt den mit 30 000 Euro höchstdotierten Kunstpreis der Landeshauptstadt – und begibt sich auf die Suche nach Möglichkeiten ein Projekt in der Stadt umzusetzen

08.12.2017