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Potsdam So oft kommt es zu Übergriffen am Hauptbahnhof
Lokales Potsdam So oft kommt es zu Übergriffen am Hauptbahnhof
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01:16 18.04.2019
Sicherheitsleute sind schon jetzt im Bahnhof unterwegs, die Straftaten sind trotzdem angestiegen. Quelle: Gartenschläger
Potsdam

Als Kriminalitätsschwerpunkt hat Oberbürgermeister Mike Schubert (SPD) den Hauptbahnhof vor den Stadtverordneten bereits im Januar bezeichnet. Nun bestätigt auch Brandenburgs Innenminister Karl-Heinz Schröter (SPD) auf eine parlamentarische Anfrage der CDU-Abgeordneten Steeven Bretz und Björn Lakenmacher: „Der Hauptbahnhof Potsdam wurde als Kriminalitätsbrennpunkt im Bereich der Polizeiinspektion (PI) Potsdam erkannt.“ Vor allem Diebstähle und Rohheitsdelikte wie Körperverletzung oder Raub haben laut Schröter stark zugenommen. Darüber berichteten die „Potsdamer Neueste Nachrichten“ zuerst.

Zahl der Straftaten steigt auf 1784

Mit der Antwort des Innenministers liegen erstmals auch konkrete Kriminalitätszahlen zum Hauptbahnhof vor. Bisher hatte die Polizei nur Angaben für den gesamten Stadtteil gemacht. Grundlage der Daten ist eine Auswertung des Polizeilichen Landesdatenbestandes Straftaten (Polas) für die Jahre 2014 bis 2018. Ergebnis: Die Zahl der erfassten Straftaten im und am Hauptbahnhof hat sich von 1273 in 2014 auf insgesamt 1784 in 2018 deutlich erhöht.

Dabei unterscheidet die Auswertung zwischen dem videoüberwachten Bereich und dem angrenzenden Bereich – auffällig vor allem der überwachte Bereich: Dort haben die Diebstähle (vor allem Fahrräder) am stärksten zugenommen, stiegen allein von 2017 (132 Delikte) auf 2018 um 82,6 Prozent (241 Delikte). Um 63,4 Prozent haben im selben Zeitraum die Rohheitsdelikte (vor allem Körperverletzungen) zugenommen, lagen 2018 bei insgesamt 67 Fällen.

Nur leichter Anstieg im nicht überwachten Bereich

Deutlich geringer sind die Zahlen im nicht überwachten Bereich, dort registrierte die Polizei bei den Rohheitsdelikten von 2017 auf 2018 lediglich einen Anstieg von 129 auf 142 Fälle und bei den Diebstählen sogar einen Rückgang von 995 Taten 2017 auf 737 in 2018.

Die Probleme führt der Minister darauf zurück, dass Bahnhof und Einkaufspassage vor allem im Winter und nachts „von zahlreichen Gruppen unterschiedlichster Klientel und Nationalität als Aufenthaltsort genutzt“ wird. Daraus entstünden „Reibungspunkte“, heißt es, Alkohol indes spiele nur in wenigen Fällen eine Rolle.

Zu dem Ergebnis seiner Anfrage sagt der CDU-Abgeordnete Steeven Bretz: „Ich hoffe, dass diesen Worten nun auch Taten folgen und die Polizeipräsenz deutlich verstärkt wird.“

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Von Anna Sprockhoff

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