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Potsdam So schmeckt’s im „Elise“
Lokales Potsdam So schmeckt’s im „Elise“
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06:08 24.08.2018
Kellnerin Katja Kahler serviert im Bistro Elise am Bayrischen Haus. Quelle: FotoS: Bernd Gartenschläger
Potsdam

Hasenkeule käme heute Abend nicht in Frage. Zu niedlich war das Langohr, das über den zum Hotel Bayrisches Haus führenden Weg hoppelte. Kaum im Dickicht verschwunden öffnet sich die Auffahrt des 4-Sterne-Plus-Hotels. Ruhe, die Kühle des Waldes an einem Sommerabend, Vogelgezwitscher, Idylle pur im Süden Potsdams.

Bis 29. August hat das Sternerestaurant Friedrich Wilhelm von Küchenchef Alexander Dressel noch Sommerpause. Das Bistro Elise hingegen ist täglich geöffnet. Die Gäste, darunter auch Hotelgäste mit Halbpension, genießen die große Terrasse: Sonnenuntergang hinter den Wipfeln inklusive.

Restauranttest „Aufgetischt“: Ein Besuch im „Elise“, das Bistro im Hotel Bayrisches Haus.

Wunderbare alte Schule

Es dauert eine kleine Weile, bis wir bemerkt werden, dann aber geht es hurtig zur Sache. Die „Dame mit Rock“, wie sie von der Kollegin genannt wird, bringt die Speise- und Weinkarte. Das ist eigentlich nichts, worüber man sich länger auslassen müsste. Allerdings verdient genau das einmal Beachtung. Service ist nicht nur Teller tragen. Mal abgesehen von einer freundlichen Begrüßung, von Kompetenz und Beratung gibt es Details, die die Spreu vom Weizen trennen. Im Bistro eines Luxushotels wird ganz selbstverständlich dem Gast die zuvor geöffnete Speisekarte gereicht. Das ist wunderbare alte Schule, die nie aus der Mode kommen sollte.

Brot und gesalzene Butter kommen von der Kollegin, die sich als „Tellerbringerin und Unterhalterin“ vorstellt. Letzteres stellt sie den ganzen Abend unter Beweis, ersteres ist eine Untertreibung. Die junge Frau hat ihr Handwerk gelernt, was man an der Handhaltung der Tellerjonglage sieht.

Die Speisekarte liest sich wie eine Ode an den Sommer: Tafelspitzessenz, Curryschaumsuppe mit Nordseekrabben, Krustentierrisotto mit Limonenfilets, Bachsaibling mit Schmorgurken, halbgefrorenes Cassata mit Kirschragout. Außerdem gibt es ein Menü, drei Gänge für 37 Euro, vier für 46 Euro. Menüs sind meist eine gute Entscheidung in punkto Preis-Leistungs-Verhältnis. Brandenburger Büffelmozzarella mit bunten Tomaten und Basilikumpesto gefolgt von Gurkensuppe mit Garnelen, Joghurt und Minze, Maishähnchenbrust mit Pfifferlingen in Rahm und Kartoffelrösti sowie gebrannter Lavendelcrème mit Heidelbeerkompott und Aprikosensorbet sind ein unkomplizierter Durchmarsch, der für Wohlbefinden sorgt. Der erste Gang kommt schnell. Hübsch drapiert, die Qualität des Mozzarellas steht außer Frage, die roten, gelben und grünen Tomaten geschmacksintensiv. Die Gurkensuppe kühl, die Garnelen frisch gebraten und köstlich. Den Begleiter freut es. Ich labe mich derweil am marinierten Label Rouge Lachs neben einem Avocado-Strich und einer süß-pikanten Sauce mit weißem und schwarzem Sesam. Die Grapefruitstückchen sorgen für Säue – um es jetzt schon zu sagen, der kulinarische Höhepunkt des Abends.

Gastro-Steckbrief

Bistro Elise im Hotel Bayrisches Haus, Im Wildpark/Elisenweg 2, 14471 Potsdam, Tel. 0331 5505-0, www.bayrisches-haus.de.

Plätze: Terrasse 50, Elisenstube 20, Nebenraum 12

Öffnungszeiten: Täglich 12 bis 14, 18 bis 22 Uhr, Küchenschluss 21 Uhr

Preise:

– Menü: 37 bis 46 Euro (3 oder 4 Gänge)

– Vorspeisen, Suppen und Zwischengerichte: 9,50 bis 19,50 Euro

– Hauptgerichte: 19 bis 29 Euro

– Desserts: 9,50 bis 16 Euro

– Softdrinks: 0,2l 3 Euro

– Bier: 0,3l 3 Euro

– Wein: offen 0,1l 5 Euro, 0,2l 8,50 Euro, Flaschen ab 28 Euro

Sparsamkeit bei Meeresfrüchten

Köche kann man an der Sauce messen. Bei der zum Huhn kommt die klassische französische Küche durch. Die Pilze in Rahm sind so zubereitet, dass sie ihr Potential voll entfalten und der Rahm nur eine leichte Verfeinerung darstellt. Leicht krosse Haut beim saftigen Huhn, Qualitätsware. Das Rösti ähnelt mehr einem Kartoffelkuchen. Als Fan des Schweizer Originals schlägt das Herz für eine gröbere Raspelung und etwas mehr Farbe. Beim Risotto zeigt sich wieder die Saucenkompetenz. Der Reis wurde in einer wunderbaren und kräftigen Krustentieressenz gegart. Für mich sind die Körner jedoch noch nicht al dente.

Getoppt wird das Risotto von Tintenfisch-Röllchen, Mini-Pulpos und wildem Broccoli. Obwohl kein Freund großer Portionen, muss eine Sparsamkeit bei den Meeresfrüchten nicht sein, nicht bei einem Preis von 24 Euro. Zudem macht Risotto auf einem flachen Teller keinen Spaß.

Inzwischen ist die Terrasse gut gefüllt, das Service-Duo kommt trotz Professionalität an die Grenzen. Kompott und Sorbet sind kleine Sommerfreuden, die Kruste der Creme leider nicht mehr warm. Beim Bezahlen mit Karte muss man in die Lobby, dort heißt es noch einmal Warten. Doch der Grund ist kulinarischer Art und daher völlig okay. Die „Dame im Rock“ musste noch eine Dorade am Tisch filettieren. Das Häslein, das eh nicht auf der Karte stand, ist damit also auch aus dem Schneider – ein gutes Gefühl zum Abschied.

Das Fazit der Genussexpertin

Essen: 4

Trinken: 5

Service: 4

Ambiente: 4

Preis-Leistungs-Verhältnis: 3,5

» Alle Testergebnisse unter www.maz-online.de/restauranttest.

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