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So viele Übernachtungen wie noch nie

Tourismusbilanz 2015 für Potsdam So viele Übernachtungen wie noch nie

Trotz neuer Rekordwerte im Tourismus liegt Potsdam nur im Mittelfeld der Landeshauptstädte. Ein Grund könnten fehlende Kapazitäten für Messen und Kongresse sein. Erstmals gab es 2015 mehr als 1,1 Millionen Übernachtungen, zum vierten Mal in Folge wurde die Marke von einer Million übertroffen.

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Touristen im Schloss Sanssouci.

Quelle: Friedrich Bungert

Potsdam. Zum vierten Mal in Folge meldete das Gastgewerbe der Landeshauptstadt 2015 mehr als eine Million Übernachtungen. Mit mehr als 1,1 Millionen Übernachtungen wurde das Vorjahresergebnis um 6,7 Prozent überboten. Stefan Frerichs, Chef der Wirtschaftsförderung, sprach am Dienstag bei der Vorstellung der aktuellen Statistik zum Tourismus von einem „Rekord“. Der Trend hält an. Im ersten Halbjahr 2016 gab es im Vergleich zum Vorjahreszeitraum erneut einen Zuwachs um 5,8 Prozent.

Reserven gibt es allerdings. Bei einem Vergleich der Landeshauptstädte in der Kategorie Gäste je 1000 Einwohner lag Potsdam im Jahr 2014 mit rund 2700 Gästen nur im guten Mittelfeld. „Wir sind so in etwa wie Mainz“, sagte die Leiterin des Bereichs Statistik und Wahlen, Heike Gumz. Dass Berlin, Dresden, München und Düsseldorf bei diesem Ranking weitaus besser abschneiden, könnte auch an den in Potsdam fehlenden Messen liegen, vermutet Ines Krüger, die Projektmanagerin Tourismus im Rathaus.

Gedeckt wird diese Mutmaßung durch eines der Defizite, die von der Berliner Firma BTE Tourismus- und Regionalberatung bei der Analyse des Potsdamer Tourismusbetriebes festgestellt wurden: „Kein Tagungs- und Kongresszentrum“ heißt es kurz und bündig in einer Auflistung von Stärken und Schwächen. Die BTE ist mit der Erarbeitung einer neuen „Tourismuskonzeption 2025“ für Potsdam beauftragt, die im September als Entwurf vorliegen sollte und laut Frerichs im Dezember von den Stadtverordneten verabschiedet werden könnte.

Weitere von den Experten ausgemachte Schwachpunkte: „starke Saisonalität; wenig ausländische Gäste“. Der Anteil der ausländischen Gäste an der Gesamtanzahl von 475 419 Besuchern im Jahr 2015 war mit 11,7 Prozent allerdings so hoch wie noch nie in der bis 2005 zurück führenden Statistik. Dass die Anzahl der Spanier sich 2015 im Vergleich zum Vorjahr um satte 228 Prozent auf 7950 Besucher steigerte – damit Platz drei hinter den Niederländern (14 299) und den Briten (8709) –, zählt zu den Phänomenen, über die Statistikerin Gumz sagt: „Jedes Jahr hat seine Besonderheiten.“

Saisonal schwankend ist die Anzahl der Übernachtungen. Im besucherstarken Sommer können es schon mal mehr als 120 000, im Winter fällt die Zahl dann auf gut 60 000 im Dezember und auf gut 40 000 im Januar und Februar ab. Zu den Potsdamer Phänomenen zählten die BTE-Experten, dass die Touristenzahl anders als in anderen Städten gerade in der Vorweihnachtszeit zurück ging. Frerichs bekannte freimütig, dass es Stimmen im Rathaus gibt, die statt einer Vielzahl kleinerer Weihnachtsmärkte „eine Riesensause auf dem Alten Markt“ befürworten: „Ich persönlich“, sagt Frerichs, bin ein Freund von Vielfalt. Aber wer bin ich?“

Sanssouci ist der Touristenmagnet

Schloss Sanssouci war 2015 mit insgesamt fast 350 000 (Vorjahr 344 000) Gästen Potsdams Besuchermagnet Nummer 1. Auf Platz zwei folgte als Vorjahressieger der Filmpark Babelsberg mit 320 000 (Vorjahr 350 000) Besuchern, auf Platz drei das Neue Palais mit kapp 165 000 (Vorjahr 149 000) Gästen.

Den rasantesten Besucherzuwachs verzeichnete 2015 das Schloss Sacrow. Nach 891 Besuchern in 2014 kamen im Folgejahr 2999 Gäste, das waren 236,6 Prozent mehr. Ebenfalls außergewöhnlich war die Entwicklung der Besucherzahl beim Klausberg-Belvedere. 2014 kamen 3516 Gäste, 2015 waren es 5326, das ergibt eine Veränderung um 51,5 Prozent.

Die Kritik der BTE, Potsdams Touristiker hätten beim Marketing den „Digitalisierungstrend komplett verschlafen“, weist Frerichs zurück: „Dass wir da rückschrittlich sind, ist nicht meine Wahrnehmung.“ Wenn 70 Prozent der Gäste sich über Apps und andere neue Medien einbuchten, „dann muss ja was da sein“. Unbeantwortet ließ er die Frage zur Zukunft der umsatzstarken Tourist-Information im Hauptbahnhof, für die im Wirtschaftsplan der Betreibergesellschaft ab Oktober keine Zuschüsse mehr vorgesehen sind. Der Betrieb dieser Filiale sei „eine Frage des Könnens, nicht des Wollens“, sagte er. Noch sei offen, „ob man irgendwo was kompensieren kann“.

Von Volker Oelschläger

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