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Sogar ein Taufkleid aus glitzernder Wolle dabei

Wollspenden für Potsdamer-Tafel Sogar ein Taufkleid aus glitzernder Wolle dabei

Eine Initiative von Potsdamer Wollhändlern hat 40 Potsdamerinnen dazu animiert, für sozial schwache Kinder warme Winterkleidung zu stricken. Nach drei Monaten Handarbeit wurde jetzt an einer Ausgabestelle der „Potsdamer Tafel“ die Wollkleidung an Kinder übergeben.

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Ilona Schünemann hat nicht nur Freude am Stricken, sondern auch bei der Verteilung der bunten Spenden.

Quelle: Friedrich Bungert

Potsdam. Normalerweise wird an den Ausgabestellen der Potsdamer Tafel günstiges Essen angeboten. Am Mittwoch gab es dagegen einen besonderen Nachtisch für die Besucher der Tafel an der Drewitzer Straße in Waldstadt. Auf einem Holztisch waren über 200 Kleidungsstücke für Babys und Kleinkinder bereit gelegt und mit großer Neugierde kamen Kinder und Eltern heran. Bei den schönen Teilen wagten manche gar nicht zu fragen, wie teuer sie wohl seien. Die Antwort von Audrey Schneider und ihren Begleiterinnnen lautete meist: „Das sind Spenden, suchen Sie sich etwas aus!“

Audrey Schneider vom „Garnatelier“ legt bunte und warme Kleidungsstücke bereit, die von Potsdamern gestrickt und gespendet wurden

Audrey Schneider vom „Garnatelier“ legt bunte und warme Kleidungsstücke bereit, die von Potsdamern gestrickt und gespendet wurden

Quelle: Friedrich Bungert

Bunt und warm, vor allem aber selbst gemacht waren die Socken, Schals, Handschuhe, Decken und Jacken, die über 40 Potsdamerinnen seit dem „Tag der Handarbeit“ am 14. Juni für die Spendenaktion hergestellt haben. „Wir haben 35 Kilogramm Wolle verarbeitet“, sagt Audrey Schneider, die als Inhaberin des „Garnateliers“ in der Benkertstraße weitere Händler, sowie Hersteller zu Wollspenden aufgerufen hatte. In ihrer Freizeit haben dann die meist weiblichen Helfer daraus ganz besondere Unikate geschaffen. Sogar ein Taufkleid aus weißer und glitzernder Wolle war dabei.

35 Kilogramm Wolle wurde verarbeitet

„Gerade Kinder aus sozial schwachen Familien sollten auch einmal etwas Neues, Gutes und Schönes bekommen und nicht immer nur aussortierte Kleidung tragen müssen“, sagte Thekla Heyne. Die Inhaberin von „DerRoteFaden“ in der Gutenbergstraße hatte über Wochen eine Patchwork-Decke als Spende genäht. Viele Stammkundinnen der lokalen Handarbeits-Läden mussten zur Teilnahme nicht lange überredet werden. Ilona Schünemann aus Marquardt aktivierte ihren Strickkreis, der aus zehn Rentnerinnen besteht. Bei den zweiwöchigen Treffen wurden zwei ganze Säcke voller gespendeter Wolle verarbeitet. „Wir haben fast die Hälfte der Teile hier erarbeitet“, sagt Schünemann nicht ohne Stolz.

Es kann nicht nur um warme Sachen gehen – auch Kuscheltiere waren dabei

Es kann nicht nur um warme Sachen gehen – auch Kuscheltiere waren dabei.

Quelle: Friedrich Bungert

Jetzt sollen Flüchtlinge Mützen zu Weihnachten bekommen

„Ein Drittel der wöchentlich rund 1000 T afel-Kunden sind Kinder und die Zahl wächst stetig. Sie sind sehr dankbar, wenn sie für den Winter warme Sachen bekommen“, sagte Imke Eisenblätter, die Leiterin der Institution. Tatsächlich staunten die Menschen erst über das unerwartete Geschenk und anschließend über die hohe Qualität der Kleidungsstücke. Audrey Schneider möchte auch in Zukunft zu Spenden animieren: „Jeder Flüchtling sollte zu Weihnachten eine warme Mütze bekommen.“

Initiative Handarbeit

Die führenden Anbieter der Handarbeitsbranche in Deutschland, Österreich und der Schweiz werben als „Initiative Handarbeit“ für das Stricken, Nähen, Filzen, Sticken und Häkeln.

Kostenfreie Anleitungen für moderne, selbstgemachte Kleidungsstücke für Kinder und Erwachsene werden auf der Internetseite www.initiative-handarbeit.de angeboten.

Eigens für Kinder gibt es das Portal www.kinitti.de. Dort finden Anfänger kindgerechte Erklärungen der Techniken und Ideen zum Selbermachen.

Mit dem „Tag der Handarbeit“ hatte die Initiative im Juni dazu aufgerufen für Kinder warme Kleidung zu schaffen und als Spenden zur Verfügung zu stellen.

Von Peter Degener

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