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Sorgen in Sanssouci nach dem Dauerregen

Unwetter über Potsdam Sorgen in Sanssouci nach dem Dauerregen

Der starke Regen am Donnerstag und Freitag hat nicht nur dutzende Straßen und Keller in Potsdam geflutet, sondern auch den königlichen Gärten und Parkanlagen zugesetzt – vor allem die Wege sind betroffen. Der aufgeweichte Boden macht auch den teils Jahrhunderte alten Bäumen zu schaffen.

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Die Wege am Ruinenberg sind futsch: Die Stiftung rechnet nicht nur hier mit Reparaturkosten im fünfstelligen Euro-Bereich.

Quelle: Bernd Gartenschläger

Potsdam. Der Dauerregen der letzten Tage hat in den königlichen Gärten und Parkanlagen erhebliche Schäden verursacht. So haben die Wassermassen vor allem den Wegen zugesetzt, sagte Frank Kallensee, Sprecher der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg (SPSG): „Wir haben es nach den Niederschlägen mit bis zu 85 Litern pro Quadratmeter nun mit massiven Ausspülungen zu tun.“

Besonders getroffen habe es die Hanglagen, also den Ruinenberg, den Neuen Garten mit dem Pfingstberg, den Park Babelsberg und den Park Sanssouci im Bereich der Orangerie und der Bildergalerie. Die Stiftung rechne dort jeweils mit Schäden, die sich im satten fünfstelligen Euro-Bereich bewegen. „Noch ist die Schadensaufnahme aber nicht beendet“, so Kallensee.

Gelitten haben auch die zumeist Jahrhunderte alten Bäume. So sind laut Kallensee auf der Pfaueninsel eine Eiche und eine Linde umgestürzt. Nördlich des im Park Sanssouci gelegenen Marlygartens habe es eine mächtige Eiche mit einem Stammdurchmesser von 1,40 Meter umgeworfen – der Baum beschädigte die Gartenmauer. Die Bäume behalte man in den nächsten Tagen weiter im Auge, sagte Kallensee: „Sollte Wind aufkommen, besteht durch die massive Durchfeuchtung des Bodens die Gefahr des Umstürzens.“ In Potsdam habe die Stiftung – anders als in Berlin – aber bisher keinen ihrer Parks schließen müssen. In der Hauptstadt war der Charlottenburger Schlossgarten laut Kallensee kurzzeitig für Besucher gesperrt. Heil davon gekommen seien in Potsdam auch die Schlösser selbst: Die Dächer und Fenster haben dem Starkregen standgehalten. „Einen leichten Wassereinbruch in den Cecilienhof-Keller konnten wir schnell beheben“, so Kallensee. Im Schloss Oranienburg (Oberhavel) habe man hingegen einen stärkeren Wassereinbruch zu beklagen.

Am Marlygarten hielt es eine Eiche nicht mehr im feuchten Boden

Am Marlygarten hielt es eine Eiche nicht mehr im feuchten Boden. Der Baum beschädigte eine Mauer.

Quelle: Bernd Gartenschläger

Im Dauer-Pump-Einsatz waren auch die Potsdamer Berufsfeuerwehr und die freiwilligen Feuerwehren der Stadt- und Ortsteile. Bis Freitagmorgen 6 Uhr waren sie zu 46 Einsätzen in Potsdam ausgerückt, im Tagesverlauf kamen acht Einsätze hinzu. Insgesamt löste die in der Holzmarktstraße gelegene Leitstelle Nordwest, die neben der Landeshauptstadt auch die Landkreise Havelland, Ostprignitz-Ruppin und Prignitz betreut, 112 Einsätze aus. Zum Vergleich: Am Donnerstag zuvor waren innerhalb von drei Stunden 500 Anrufe eingegangen. Alles in allem habe man die Situation gut im Griff gehabt, sagt Leitstellen-Chefin Christina Gerlach. „Wir haben die Besetzung der Leitstelle verdoppelt, um alle Notrufe möglichst schnell abarbeiten zu können.“ Die Potsdamer Berufsfeuerwehr sei mit 20 Kollegen im Einsatz gewesen, die freiwilligen Feuerwehren schickten 40 ihrer Leute in den Regen.

„Besonders kritisch war es in Groß Glienicke“, berichtet Christina Gerlach. „Dort drohte ein Rückhaltebecken überzulaufen, wovon viele Haushalte betroffen gewesen wären.“ Im Horstweg bekamen laut Gerlach einige Studenten in ihrem Wohnheim nasse Füße – ein Parkdeck hatte nicht dicht gehalten, das Wasser lief in die Apartments. Im Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur an der Dortustraße kamen die Pumpen der Feuerwehr ebenso zum Einsatz wie in dutzenden Privathaushalten.

Großes Herz zeigten die Feuerwehrleute, als eine Kindergartengruppe aus Eiche pitschnass und verängstigt um Hilfe bat: „Die Kinder waren bei einem Ausflug in die Stadt vom Regen überrascht worden – die Feuerwehr hat sie mit einem Mannschaftstransportwagen nach Hause gebracht.“

Unwetterschäden in ganz Brandenburg >

Unterstützung für die Feuerwehr

Geflutete Keller kann die Feuerwehr nicht in jedem Fall trockenlegen. Laut Auskunft der Leitstelle arbeiten die Pumpen erst ab einem Wasserstand von 20 Zentimetern.

Für eine schnelle, effektive Hilfe bei einer Havarie benötigen Leitstelle und Feuerwehr genaue Angaben. Vor allem Bewohner von Mietshäusern sollten sich informieren, wie ihr Vermieter zu erreichen ist, wo sich im Gebäude die Hausanschlüsse und Sicherungen befinden und wo die nächsten Gullyabläufe liegen. Das sei auch wichtig, um selbst Hand anlegen zu können. nf

Von Nadine Fabian

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