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10:26 10.04.2014
Charmant, aber marode: das Quartier an der Behlertstraße. Quelle: Bernd Gartenschläger
Potsdam

Wenn es in der 50. Sitzung des Stadtforums Potsdam am 3. Juli um Soziokulturelle Zentren und die "Räume, Orte und Lebenswelten junger Menschen in Potsdam" geht, wird im Bildungsforum am Platz der Einheit auch über ein "Sorgenkind" der Wohnungswirtschaft diskutiert.

Mit der "Quadratur des Kreises" vergleicht Oberbürgermeister Jann Jakobs die Sanierung des maroden Quartiers aus den 1930er Jahren an der Behlertstraße zwischen Berliner und Kurfürstenstraße. "Da wurde wegen der Rückgabeansprüche noch nie etwas gemacht", sagte Jakobs am Mittwoch. "Aber nachdem die Pro Potsdam das Restitutionsverfahren gewonnen hat, muss sie auch sanieren." Das dürfte nach Schätzungen der städtischen Bau- und Wohnungsholding aber um die 2000 Euro je Quadratmeter kosten und die Mieten steigern. "Da wohnen vor allem jüngere Leute für einen schmalen Taler", sagte Jakobs: "Die sollen dort auch wohnen bleiben können." Die Sache sei "politisch aufgeladen. Wir müssen das Problem lösen, wenn es uns nicht um die Ohren fliegen soll." An einen Verkauf der Wohnungen werde nicht gedacht, versicherte Jakobs.

Die Themen Wohnen und Schulen, die sich das Stadtforum für dieses Jahr gestellt hat, belegen eine Schwerpunktverlagerung in der Arbeit des Beratergremiums, dessen Tagungen gewollt öffentlich sind, um ein Maximum an öffentlicher Meinung einzufangen. "Bislang haben wir uns eher mit städtebaulichen, baupolitischen und architektonischen Problemen befasst", bilanzierte Günter Schlusche am Mittwoch als Leiter der Geschäftsstelle des Forums. Über das Ex-Kasernenquartier Krampnitz als "Chance für den Potsdamer Norden" hat man diskutiert, über soziale Wohnungspolitik und den Tourismus in der Landeshauptstadt. Jetzt wende man sich deutlicher den sozialen und kulturpolitischen Problemen zu.

Restitution kostet Geld

  • Im Mai 2013 gewann die städtische Holding Pro Potsdam vor dem Bundesverwaltungsgericht einen Prozess um 264 Wohungen in fünf Quartieren.
  • Die Wohnungen gehörten bis zur Enteignung durch die sowjetische Besatzungsmacht zwischen 1945 und 1949 der „Wohnungsbau GmbH“, als deren Rechtsnachfolger sich der „Wohnungsbau Bonn“ sieht.
  • Das Gericht entschied aber, dass die Enteignung gültig und die heutige Pro Potsdam der Eigentümer bleibt.

Am Donnerstagabend geht es ab 17 Uhr im Treffpunkt Freizeit um die Schulbildungslandschaft in Potsdam und dabei vor allem um das "Wie" der Schulneubauten. "Die Finanzierung und die Standorte sind beschlossen", sagte Jakobs: "Jetzt müssen wir Formen suchen, wie man kostensparend baut." Man prüfe, ob man Typenbauten errichten kann nach dem Vorbild der Kitas im Bornstedter Feld.

Nach den soziokulturellen Zentren am 3. Juli geht es am 13. November um die Stadtentwicklung im Weltkulturerbe.

Von Rainer Schüler

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