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Potsdam Sozialer Wohnungsbau in der Mitte gefährdet
Lokales Potsdam Sozialer Wohnungsbau in der Mitte gefährdet
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10:36 29.12.2016
Nach dem Abriss der Fachhochschule sollen auf der Fläche zwei Wohnkarrees gebaut werden. Quelle: MAZ
Innenstadt,

Harte Anklage: André Tomczak, Sprecher der Initiative „Potsdamer Mitte neu denken“, wirft Oberbürgermeister Jann Jakobs (SPD) „Scheinheiligkeit“ vor. Der Grund für Tomczaks Wut ist die Zukunft der beiden geplanten Wohnkarrees auf dem FH-Areal: „Die versprochene Sozialverträglichkeit wird nicht eingelöst.“

André Tomczak von „Potsdamer Mitte neu denken“. Quelle: Archiv

Wie sich nun nämlich herausstellt, werden die drei großen Wohnungsgenossenschaften dem gewünschten Bau von Sozialwohnungen in den zwei Wohnblöcken auf dem FH-Areal wohl eine Absage erteilen. Das geht aus einem der MAZ vorliegenden Brief hervor, den die Genossenschaft „Karl Marx“, die Potsdamer Wohnungsgenossenschaft 1956 (PWG) und die Potsdamer Wohnungsbaugenossenschaft (PBG) an Stadtplanungschef Andreas Goetzmann geschrieben haben. Der Brief wurde bereits Anfang November abgeschickt. Seit damals muss die Rathausspitze davon gewusst haben.

So sollen die beiden neuen Karrees auf dem FH-Areal einmal aussehen. Quelle: Pro Potsdam

In dem Schreiben erklären die Genossenschaften zwar, dass sie sich an dem Wettbewerb für den Wohnblock III neben dem Landtag beteiligen wollen. Allerdings komme für sie der Bau von „miet- und belegungsgebundenem Wohnraum“, wie Sozialwohnungen im Fachjargon heißen, kaum infrage. Unmissverständlich machen die Genossen klar, mit welchen Preisen bei ihnen zu rechnen wäre – mit „Nettokaltmieten von über zwölf Euro pro Quadratmeter“. Zum Vergleich: In Sozialwohnungen, deren Bau vom Land gefördert wird, kostet der Quadratmeter nur 5,50 Euro Miete.

Wolfram Gay, Vorstandssprecher der PWG 1956. Quelle: Christel Köster

Die Genossenschaften betonen: „Unter ,bezahlbar’ verstehen wir an dieser Stelle nicht die Kostenmiete des sozialen Wohnungsbaus, sondern die langfristig verträgliche Miete für unsere Mitglieder“. Die Linke läuft Sturm. Sie hatte den Kompromiss zur Gestaltung der Mitte vorgeschlagen unter der Voraussetzung, dass Sozial- und Studentenwohnungen entstehen. Dafür handelte sich die Linke von Seiten der Initiatoren des Bürgerbegehrens gegen den Abriss von DDR-Architektur den Vorwurf des Verrats ein. „Wir wollen bezahlbaren Wohnraum für die breite Masse in der Mitte“, sagte Kreischef Sascha Krämer.

Linken-Kreischef Sascha Krämer. Quelle: Christel Köster

Wie berichtet, sollen nicht zuletzt dank des Bürgerbegehrens der Initiative „Potsdamer Mitte neu denken“ die Kriterien für den Bau der Wohnblöcke erweitert werden. Wer sozialen Wohnungsbau plant, soll bei der Grundstücksvergabe bevorzugt werden. Im Januar soll der Bauausschuss über diese Kriterien beraten.

„Ich erwarte von Jakobs, dass er zu seinem Wort und der Beschlusslage steht, dass in der Mitte sozialverträglicher Wohnraum entsteht“, fordert Krämer. Nachsatz: „Wenn nötig, dann halt ohne die Genossenschaften.“

Von Ildiko Röd

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