Volltextsuche über das Angebot:

8 ° / 3 ° Regen

Navigation:
Spezialist für Stunts mit PS

Filmpark Babelsberg Spezialist für Stunts mit PS

Wer schon einmal die Stuntshow im Filmpark Babelsberg besucht hat, kennt ihn: Andreas Tietz ist der Spezialist für atemberaubende Motorrad-Stunts. Bei einem Dreh zum Actionkracher „Point Break“ verletzte er sich 2014 schwer – und kämpfte sich erfolgreich zurück ins Filmgeschäft.

Babelsberg 52.3875629 13.1028718
Google Map of 52.3875629,13.1028718
Babelsberg Mehr Infos
Nächster Artikel
Vermummte spannen Seil über die Fahrbahn

Cooler Typ: Stuntman Andreas Tietz gehört zur Stuntcrew Babelsberg.

Quelle: Julian Stähle

Babelsberg. Kürzlich cruiste Andreas Tietz mit einem froschgrünen Lamborghini herum. Eine attraktive Blondine neben sich. Tietz saß als Stuntman am Steuer, deshalb geriet der Trip nicht zur Spazierfahrt, sondern war ein im Drehbuch geforderter rasanter Spurwechsel stets zwischen Beschleunigen und Bremsen. „Die Schauspielerin war nach dem Dreh ziemlich blass um die Nase“, erzählt Tietz: „Mir hat’s Spaß gemacht.“ Die Szene ist demnächst im Babelsberg produzierten RTL-Serienhit „Gute Zeiten, schlechte Zeiten“ zu sehen. (Der Name der zart besaiteten Aktrice sowie die ganze Lamborghini-Story werden an dieser Stelle nicht verraten.)

Tietz gehört seit Jahren zu den stillen Helden im Filmgeschäft – sorgt er als Double doch dafür, dass Stars wie Til Schweiger bei Actionszenen gut aussehen. Laut wird es dagegen bei seinen Stunts: Der 36-Jährige hat Benzin im Blut, ist Spezialist für alles, bei dem er viele röhrende PS unterm gut trainierten Po hat. In der täglichen Stuntshow im Filmpark Babelsberg begeistert Tietz nun schon seit 17 Jahren auf seinem Motorrad mit actiongeladenen Fahrmanövern und atemberaubenden Performances. Ganz ungefährlich ist sein Job nicht.

2014 verletzte sich Tietz bei Dreharbeiten in Österreich schwer. Er fuhr für den Actionkracher „Point Break“ mehrere neue Motorräder ein, bei einem heiklen Stuntsprung kam er falsch auf – die Folge: ein komplizierter Trümmerbruch in der Schulter. Insgesamt acht Monate verbrachte Tietz in der Reha, ist weiterhin in Behandlung. „Die Physiotherapie war gut und hat zum Glück sofort angeschlagen“, erzählt er rückblickend. Nur „zwei Minuten“ habe er im Krankenhaus ans Aufhören gedacht, aber: „Schluss ist erst mit 60.“ Tietz hat sich zurückgekämpft, ist seit dem vergangenen Jahr wieder voll da: „Ich bin aktiver als vorher.“ Seither gab es Jobs für die US-Agentenserie „Homeland“ oder gerade für die ZDF-Krimireihe „Kommissar Marthaler“. Momentan darf Tietz für den Nachkriegsfilm „Auf Wiedersehen, Deutschland“ mit einem ollen Opel Kapitän – laut Skript – „durch ein Trümmerfeld brettern“.

Von „Æeon Flux“ bis „Homeland“

Stuntman und Schauspieler, Rennfahrer, Model und Mountainbike-Tester: Andreas Tietz ist auf vielen Hochzeiten unterwegs. Seine Spezialität sind Motorrad- und Autostunts. Er doubelt Schauspieler nicht nur, sondern steht für Mini-Rollen selbst vor der Kamera.

Bei 16 internationalen Kinoproduktionen war Tietz bereits im Einsatz. Los ging’s 2005 mit dem US-Science-Fiction-Film „Æeon Flux“, eine Koproduktion von Studio Babelsberg. 2015 drehte der 1,80-Meter-Mann Stunts für die US-Agentenserie „Homeland“.

Momentan arbeitet der Großbeerener für die 1946 angesiedelte Kinokomödie „Auf Wiedersehen Deutschland“ um sieben befreundete Holocaust-Überlebende, die mit allen Tricks Geld verdienen wollen. Regisseur Sam Garbarski dreht an Schauplätzen in Luxemburg, Görlitz, Gera Saalfeld und Weißenfels. In den Hauptrollen spielen Moritz Bleibtreu und Antje Traue.

Live zu sehen ist Andreas Tietz in der Stuntshow im Filmpark Babelsberg, die täglich um 14.30 Uhr in der Vulkan-Arena startet.

Weil Tietz nicht nur als Stuntman vor Filmkameras eine gute Figur macht, sondern sich auch vor Fotoapparaten professionell inszeniert, ist ein legendärer Motorrad-Hersteller auf den attraktiven Großbeerener aufmerksam geworden. Demnächst soll ein Fotoshooting für Harley Davidson auf Mallorca stattfinden, erzählt er. Die Leidenschaft für (Zwei-)Räder entwickelte Tietz schon als Jugendlicher, kurvte zunächst auf BMX-Rädern herum, fuhr später Motocross. Inzwischen nimmt der 1,80-Meter-Mann erfolgreich an „Flat Track“-Rennen teil – ein vor allem in den USA und Großbritannien äußerst populäre Sportart. Gefahren wird ohne Vorderradbremse und nur in Schräglage. Bei seinem ersten Rennen kürzlich in London landete er direkt auf dem dritten Rang. „Ich bin einer der wenigen Deutschen, die Flat Track fahren“, erzählt er stolz. Auch Jetski-Rennen stehen bei Tietz, der sich mit Boxtraining bei Motor Babelsberg fit hält, auf dem Programm.

Und sollte mal eine Anfrage für eine 1-PS-Produktion mit Rittern und Pferden oder so ins Haus flattert, kann Tietz zusagen. Er nimmt inzwischen Reitunterricht.

Von Ricarda Nowak

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Potsdam
Potsdams Innenstadt - vor und nach dem Krieg

Der 14. April 1945 ist ein sonniger, warmer Frühlingstag – ein Sonnabend.  Um 22:15 Uhr ertönen die Sirenen, Bomben fallen auf Potsdam und wenig später marschiert die russische Armee in Potsdam ein. Das Stadtbild ist ein anderes geworden.

Das Protokoll zum Luftangriff: www.maz-online.de/Nacht-von-Potsdam

57811e88-cc1d-11e5-9fb5-3858ea6ed044
Babys aus Oberhavel (6)

Babys aus Oberhavel, Januar/Februar 2016

MAZab: Termine

Was geht ab? Jede Menge Events in Potsdam und im Land Brandenburg

Kinoprogramm

Alle aktuellen Filme in den Kinos von Potsdam und im ganzen Land Brandenburg