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Spielen bis zur Rockerrente

Die „Puhdys“ gaben gestern im ausverkauften Nikolaisaal Potsdam ein gefeiertes Akustikkonzert Spielen bis zur Rockerrente

Mit dem Feiern ist es so eine Sache. Wenn man es lange nicht gemacht hat, braucht man einen Moment, bis man in Fahrt gerät, bis man die Schüchternheit ablegt und sich der Musik hingibt.

POTSDAM. Zwischen den Frauen und Männern, die gestern zum Puhdys-Konzert in den ausverkauften Nikolaisaal drängten, herrschte schon beim Einlass eine ungeduldige Anspannung.

Als Leadsänger Dieter „Maschine“ Birr das Publikum mit „Hallo Potsdam!“ begrüßt, grüßt dieses mit einem lauten „Hallo Maschine!“ zurück. Ein Johlen, ein Klatschen und dann eine ganze Weile nichts mehr. Bevor er singt, gratuliert Dieter Birr von der Bühne „einer besonderen Frau“. In der letzten Reihe sitzt Vera-Christel Herrmann, die an diesem Abend ihren 85. Geburtstag feiert. „Wo ist sie?“, will der Sänger wissen. Vera-Christel Herrmann winkt mit ihren Krücken. Maschine Birr winkt zurück. Dann singt er. Und während Maschine den „Perlentaucher“ singt, klopfen einige den Takt auf ihren Sitzen mit, manche machen Fotos, in der letzten Reihe schunkeln zwei junge Frauen – zwischen den vorwiegend Älteren eher die Ausnahme.

Für die meisten im Saal sind die Puhdys alte Bekannte, die sie seit 44 Jahren begleiten. Und weil die neuen Lieder klingen wie die alten, können sie ihr Publikum damit auch nicht verstören. „Der Tod kann mich am Arsch lecken!“, sagt der Sänger, der später auch die „Rockerrente“ singen wird.

Die Musik der Puhdys hat viele begleitet. Durch die erste Liebe und manche auch durch den größten Schmerz. Sie haben die Lieder bei Grillfesten im Schrebergarten gesungen. Drei Songs dauert es, bis es die ersten dann doch von den Sitzen hebt, zwei weitere, bis man aus den Reihen Gesang hören kann, rund eine Stunde, bis das gesamte Publikum stehend, tanzend, stampfend die Texte mitsingt. „Alt wie ein Baum möchte ich werden“ und „Wenn ein Mensch lebt". Sie singen mit bis zur letzten Zeile.

„Puhdys unplugged“ lautet der Titel dieser Tour. Unplugged, das bedeutet Musik, die ohne Strom auskommen soll, die ruhig und besinnlich ist. Die Puhdys nehmen es mit dieser selbst gesetzten Vorgabe nicht so genau. Ihre Musik dröhnt aus den Lautsprecherboxen in den Saal. Zusätzlich verstärkt wird sie spätestens bei der Zugabe durch den Gesang der Menge. „Hey, wir woll’n die Eisbären sehen!“, grölt die Stadionhymne durch den Saal, die Leute reißen begeistert die Arme hoch. Die Gesang hallt noch lange nach. (Von Marion Schulz)

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