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Spinnergift-Einsatz verunsichert Bürger

Hubschrauber kreisten gestern über den Parks in Potsdam / Radfahrerin bekam Tropfen vom Insektizid „Dipel ES“ ins Gesicht Spinnergift-Einsatz verunsichert Bürger

Pünktlich um zehn Uhr konnte gestern der erste Hubschrauber von der Tresckow-Kaserne in Geltow starten, um das Insektizid „Dipel ES“ auf die Eichen in den gesperrten Potsdamer Parks zu sprühen.

POTSDAM. Mit dem Fraßgift wird in diesem Jahr erstmals der Eichenprozessionsspinner bekämpft (MAZ berichtete). Bis 14 Uhr war Pilot Günter Unger von der Firma „DHD Heliservice“ bei trockenem und windstillem Wetter dreizehnmal über dem Park Sanssouci und dem Ruinenberg gekreist. Ab 18 Uhr verteilte er das Gift über dem Neuen Garten und dem Pfingstberg.

„Wir sind froh, dass das Wetter mitgespielt hat“, sagte Marius Porstendörfer, der den Einsatz für die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten vor Ort begleitete. Wie beim Formel-Eins-Boxenstop musste es nach jeder Landung des Helikopters schnell gehen. Zwei Feuerwehrleute der Gemeinde Schwielowsee lieferten sauberes Wasser zum Mischen der „Dipel ES“-Lösung, von der drei Liter pro Hektar versprüht wurden.

Über dem Park Babelsberg konnte gestern allerdings noch nicht geflogen werden. „Erst kurzfristig hat sich herausgestellt, dass wir wegen der Sperrzone über dem Wannsee-Reaktor dort eine Sondergenehmigung zum Fliegen brauchen“, sagte Marius Porstendörfer. Erst wenn die Erlaubnis vom Bundesluftfahrtamt vorliegt, kann ein neuer Termin für die „Dipel ES“-Flüge über dem Park bekannt gegeben werden.

Von dem Spinnergift-Einsatz verunsichert waren gestern mehrere Bürger, die sich bei der MAZ meldeten. So sorgte sich eine Leserin, dass ihr Salat, den sie am Rand des besprühten Gebietes angepflanzt hat, „Dipel ES“-Tropfen abbekommen hat. Michael Kopka vom Landesbetrieb Forst gab jedoch Entwarnung: „Das Mittel ist für den ökologischen Landbau zugelassen.“ Selbst wenn der Salat etwas abbekommen habe, könne er durchaus noch gegessen werden. „Er sollte nur ordentlich abgewaschen werden“, so Kopka.

Mehr als irritiert war eine Radfahrerin auf der Bornstedter Straße, wo ihr gestern Mittag eine Gebläsekanone begegnete, die völlig ohne Absperrung anscheinend ebenfalls das Spinnergift versprühte. „Ich habe mehrere Tropfen ins Gesicht bekommen“, sagte sie empört. Wie Sylvia Klarenbeek vom Gesundheitsamt im MAZ-Interview sagte, ist „Dipel ES“ für den Menschen zwar grundsätzlich ungefährlich, direkt in Berührung sollten Bürger mit dem Mittel allerdings nicht kommen. Eine Nachfrage bei der Stadt ergab: Potsdam hat auf der Bornstedter Straße keinen Auftrag zum Besprühen der Eichen gegeben. Die Stadt konnte nicht sagen, wer dafür verantwortlich ist. „Eigentlich müssen die Einsatzorte vor und nach dem Sprühen gekennzeichnet sein“, sagte Pressesprecher Jan Brunzlow.

Auch im Umland hat der Kampf gegen den Spinner begonnen. Morgen wird unter anderem über dem Caputher Campingplatz „Himmelreich“ gesprüht. „Unser Zeltplatz ist deshalb leer“, so Betreiber Roger Groß, der hofft, die Tiere nach dem Einsatz los zu sein. (Von Meike Jänike)

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