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Potsdam Spirellibande bangt um Sponsoren
Lokales Potsdam Spirellibande bangt um Sponsoren
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18:59 21.03.2018
Mädchen und Jungen aus der 1. und 2. Klasse der Schule am Nuthetal frühstücken gemeinsam mit der Spirellibande. Quelle: Christel Köster
Potsdam

Das seit Schuljahresbeginn laufende Modellprojekt „Offenes Frühstücksbuffet“ der Stadt Potsdam an fünf staatlichen Grundschulen bringt die Spirellibande der Arbeiterwohlfahrt (AWO) in finanzielle Bedrängnis. Der Grund: Viele Spender und Sponsoren der Spirellibande, die seit Jahren an sieben anderen Schulen sozial benachteiligte Kinder und Jugendliche mit einem kostenlosen Frühstück versorgt, glauben, die Stadt würde generell für die Finanzierung des kostenlosen Frühstücks aufkommen. Also reduzieren sie ihre Zahlungen für das Projekt der AWO.

Versorgung für 350 Kinder gefährdet

Auf diesen misslichen Zustand wies die Koordinatorin der Spirellibande, Franziska Löffler, unlängst auf der Stadtverordnetenversammlung hin. „Es wird der Eindruck erweckt, dass die Stadt ein kostenloses Frühstück für alle organisiert. Sponsoren bleiben aus. Dadurch ist die Weiterführung des Projekts Spirellibande und somit die tägliche Versorgung von circa 350 Potsdamer Kindern mit gesundem Frühstück gefährdet“, erklärte sie. Auch sei es langfristig kein sinnvoller Zustand für dieses Anliegen, zwei Projekte mit demselben Ziel und einer unterschiedlichen Finanzierung nebeneinander bestehen zu lassen.

„Wir wollen kein Gegeneinander“, versicherte Franziska Löffler. „Doch es gibt Dinge, die müssen nachgebessert werden, für alle Kinder.“ Sie fragte die Stadtverordneten insbesondere, „warum die Akteure der Spirellibande mit all dem Wissen und Erfahrungen nicht in das Projekt der Landeshauptstadt mit einbezogen wurden“.

Es besteht Redebedarf – Anfang Oktober soll es ein Gespräch geben

Die Antwort der Kommune: Dies sei doch geschehen. „So fand im Januar 2017 ein Gespräch zwischen der AWO und dem Fachbereich Bildung und Sport statt. Ergebnis des Gespräches war, dass die AWO das Projekt Spirellibande an den sieben Schulen weiterführen wird“, erklärte Stadtsprecher Jan Brunzlow auf MAZ-Anfrage. Doch offenbar gibt es Redebedarf, Anfang Oktober soll es unter der Regie der neuen Bildungsbeigeordneten Noosha Aubel (parteilos) ein Gespräch zur künftigen Kooperation beider Projekte geben.

Franziska Löffler, Koordinatorin der Spirellibande: „Wir wollen kein Gegeneinander.“ Quelle: Bernd Gartenschläger

Seit 15 Jahren weist die AWO auf das Problem der Kinderarmut hin, das auch um die brandenburgische Landeshauptstadt keinen Bogen macht. Seit zehn Jahren betreibt der AWO Bezirksverband Potsdam das Projekt Spirellibande, das insbesondere von Sponsoren – jährlich werden rund 140 000 Euro benötigt – und der ehrenamtlichen Tätigkeit vieler Helfer lebt. Kinder und Jugendliche in der Pierre-de-Coubertin Oberschule, der Schule am Nuthetal, der Käthe-Kollwitz-Oberschule, der Weidenhof-Grundschule, der Grundschule „Am Priesterweg“, der Grundschule „Am Pappelhain“ und der Fröbelschule erhalten täglich vor dem Unterricht , in der Regel zwischen 7.15 und 7.45 Uhr ein kostenloses, gesundes Frühstück, das vor Ort frisch zubereitet und mit den Helfern gemeinsam eingenommen wird. „Dadurch starten die Kinder besser in den Tag“, sagt Franziska Löffler.

Der einjährige Modellversuch kostet 50 000 Euro

Da Anfragen weiterer Schulen vorlagen, beschlossen die Stadtverordneten im November 2016 auf Antrag der Linken und der SPD, „die Voraussetzungen dafür zu schaffen, dass mit Beginn des Schuljahres 2017/2018 an staatlichen Grundschulen in Potsdam von Armut betroffenen oder bedrohten Kindern ein kostenloses Frühstück zur Verfügung gestellt werden kann.“ Für den Modellversuch wurden 50 000 Euro aus dem Potsdamer Haushalt bereitgestellt.

Seit Anfang September erhalten die Schüler der Waldstadt-Grundschule, der Grundschule Am Humboldtring, der Grundschule Hanna von Pestalozza und der Regenbogenschule Fahrland ein kostenloses Frühstück, das in der ersten größeren Pause ausgereicht wird. Je nach Anbieter gibt es ein Buffet oder abgepackte Brötchen und Obst. Ab kommenden Montag soll noch die Oberschule Theodor Fontane hinzukommen.

Von Jens Trommer

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