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Potsdam Spitzen-Kunst unter dem Hammer
Lokales Potsdam Spitzen-Kunst unter dem Hammer
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22:29 19.10.2015
Ausschnitt aus dem Bild „Der 9.10.1989“ von Michael Fischer, das er unter seinem Künstlernamen Fischer-Art veröffentlicht hat. Quelle: MAIK Boerner
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Babelsberg

Marc Chagall, Neo Rauch, Otto Dix, Werner Tübke – große Namen kommen unter den Hammer, wenn am 14. November in der Oberlinkirche Werke bekannter Künstler versteigert werden. Die zweite Benefiz-Kunstauktion der Oberlinstiftung in diesem Jahr kommt dem zur Hälfte fertiggestellten Sinnesgarten für Taubblinde und Hörsehbehinderte zu Gute.

Versteigert werden Gemälde, Zeichnungen und Grafiken der Leipziger Schule und anderer internationaler Künstler. Darunter finden sich zum Beispiel Wolfgang Mattheuers „Schutzversuch“, ein Holzschnitt aus dem Jahre 1984, der signierte Farbsiebdruck „Der 9.10.1989“ von Fischer-Art und eine ebenfalls signierte Farblithographie von Werner Tübkes „Zeus und Prometheus (Prometheus bringt Zeus das Licht)“ aus dem Jahre 1982, ein Hauptblatt aus dem Oeuvre des Künstlers. Viele Exponate sind in ihrer in Babelsberg angebotenen Form einzigartig, wie etwa der weibliche Akt von Carl Lohse aus den 1950er Jahren: da die Federzeichnung aquarelliert ist, kann sie als Unikat gelten.

Die Benefiz-Kunstauktion veranstaltet die Oberlinstiftung gemeinsam mit dem Leipziger Buch- und Kunstantiquariat von Michael Ulbricht. Fünfzehn Prozent jedes versteigerten Bildes fließen in das Projekt Sinnesgarten. Gerade ist ein weiterer Bauabschnitt des Erlebnisraumes für Menschen mit Behinderungen im Hör- und Sehbereich, der seit 2012 auf dem Gelände des Oberlinhauses in Babelsberg errichtet wird, fertiggestellt worden: ein neues Hochbeet zum Tasten, Schmecken und Riechen wurde Anfang Oktober zwischen Taubblinden-Schule, Feierabend- und Hertha-Schulz-Haus ebenso eingeweiht wie ein kleiner Wasserlauf, den die Bewohner der Einrichtung bereits freudig angenommen haben.Nun geht es um die Finanzierung der zweiten Hälfte des ambitionierten Projekts.

Tradition in Babelsberg

Taubblindheit ist eine komplexe Sinnesbehinderung, bei der Gehörlosigkeit und Blindheit zusammen auftreten.

Diese Behinderung kann sowohl seit der Geburt bestehen als auch erworben werden und tritt in unterschiedlichen Schweregraden auf. Je nach Umfang der Beeinträchtigung spricht man auch von Hörsehbehinderung.

Das Oberlinhaus ist ein diakonisches Unternehmen aus Potsdam mit 1800 Mitarbeitern. Schwerpunkte sind Rehabilitation, Bildung und Gesundheit.

Seit 1887 widmet sich das Oberlinhaus der Taubblindenarbeit.

Am Standort Babelsberg leben 45 erwachsene taubblinde oder hörsehbehinderte Bewohner sowie 20 Kinder und Jugendliche.

Hinzu kommen derzeit 32 Schüler der Oberlinschule, die nach individuell angepassten Lehrplänen unterrichtet werden, aber nicht auf dem Gelände wohnen.

Mit dem Sinnesgarten entsteht auf dem Campus seit 2012 ein Erlebnisraum für Taubblinde und Hörsehbehinderte. Der Bau der Lehrstationen und wird mit Spenden finanziert.

Auf 200 000 Euro beziffert Stefanie Hahn von der Oberlinstiftung die gesamten Baukosten. Rund 100 000 Euro sind durch verschiedene Spendenaktionen sowie Zuwendungen von Privatpersonen, Stiftungen und Firmen bisher zusammengekommen.

Auch die MAZ beteiligte sich daran. Bei einer Leser-Aktion sind 15 000 Euro gespendet worden. Mit der diesjährigen MAZ-Weihnachtsaktion wird im Dezember noch einmal Geld für den Sinnesgarten gesammelt. Damit soll unter anderem eine sogenannte Rollstuhlschaukel finanziert werden. Das Spielgerät, das ebenso therapeutisch genutzt werden soll, kann auch von körperlich behinderten Bewohnern selbstständig bedient werden, ohne dass Hilfe von Außen vonnöten ist.

Ausschnitt aus der Federzeichnung eines weiblichen Aktes von Carl Lohse, die aufgrund der Aquarellierung ein Unikat ist. Quelle: Oberlinstiftung

Für die November-Kunstauktion können alle Versteigerungsobjekte von interessierten Bietern vorbesichtigt werden. Dazu ist am Freitag, dem 13. November, zwischen 11 und 18 Uhr, und auch noch am Auktionstag selbst, am Samstag, dem 14. November, ab 11 Uhr Gelegenheit gegeben. Ab 15 Uhr werden dann die Gebote angenommen. Mitbieten kann jeder, der das möchte. Die Oberlinstiftung ist sich sicher: „Vom kleinen bis zum großen Geldbeutel, es ist für fast jeden etwas dabei.“

Während der Vorbesichtigung bietet der Auktionator Kunstfreunden zudem einen besonderen Service an. Wer selbst im Besitz von Gemälden oder anderen „Schätzen“ ist, kann diese von ihm bewerten lassen – allerdings nur, wenn es sich um Werke des 20. und 21. Jahrhunderts handelt.

Von Marcel Kirf

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