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Potsdam Sportschule ist Energiesparmeister
Lokales Potsdam Sportschule ist Energiesparmeister
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17:16 08.07.2016
Robert Heiduck von der Mittelbrandenburgischen Sparkasse und Tanja Loitz von co2online überreichten den Potsdamern den Preis. Quelle: PHIL_DERA
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Potsdam West

Flaschen gibt es an der Sportschule „Friedrich Ludwig Jahn“ in Potsdam West nicht. Im übertragenen wie im wörtlichen Sinn. Das Klima an der Sportschule „Friedrich Ludwig Jahn“ ist vielmehr ausgezeichnet. Sonst siegen die Schüler bei sportlichen Wettkämpfen, diesmal klettern sie in einer ganz anderen Disziplin aufs Treppchen: Die Potsdamer holen den Bundessieg für das beste Klimaschutzprojekt nach Brandenburg. 5000 Euro sicherten sich die Sportschüler in dem vom Bundesumweltministerium ausgelobten Wettbewerb – mit einer Kampagne, die Einweg-Plastikfalschen den Kampf ansagt.

„TrinkWasser!“ haben die Sportschüler ihr Konzept getauft, das zuvor schon mit dem Klimapreis der Stadt Potsdam ausgezeichnet worden war. Als Energiesparmeister des Landes Brandenburg war die Schule dann für den Bundestitel nominiert. Gerade an einer Sportschule werde natürlich viel getrunken, erklären die Schüler ihren Ansatz. „Eine Umfrage an der Schule hat ergeben, dass jedes Jahr rund fünf Tonnen Kunststoffmüll aus PET-Einwegflaschen anfallen“, heißt es in der Projektbeschreibung. Dadurch fielen jährlich 16 Tonnen CO² an. Das entspricht einer dreifachen Weltumrundung mit einem modernen Auto – eine veritable Umweltsünde.

Kampf den Plastikflaschen

Um die Plastebutteln vom Pausenhof zu verbannen, haben sich die Schüler im Alter zwischen 16 und 19 Jahren etwas Besonderes ausgedacht: Sie kreierten eine klimafreundliche Edelstahlflasche, die jederzeit neu befüllt werden kann – bevorzugt mit Leitungswasser. Mittlerweile wird die „InBottle“ von mehr als 500 Schülern und Lehrern unterstützt. Jedes Jahr soll eine neue Flaschengeneration in frischem Design dazukommen. Am Dienstag wird zudem der erste Wasserspender an der Schule eingeweiht.

Per Online-Voting mussten sich die Potsdamer gegen die Konkurrenz aus den anderen Bundesländern durchsetzen. Das Projekt, das bis zum 3. Juli die meisten Stimmen einheimsen konnte, trug den Sieg davon. Am heutigen Freitag wurde der Preis dann auf der Jugendmesse You in Berlin verliehen. Zuvor hatte eine Experten-Jury das beste, kreativste und effizienteste Konzept aus jedem Bundesland ausgewählt. „Die Umdenker“ aus Brandenburg, wie sich die Potsdamer Gruppe nennt, konkurrierte im Endausscheid unter anderem mit den „Rebellen“ aus Berlin, die fair produzierte T-Shirts an Mitschüler verkauften oder den „Erleuchteten“ aus Hamburg, die eine Solaranlage und einen Solarbrunnen in ihrer Schule aufgestellt haben. Mit einer eigens eingerichteten Facebook-Seite machten die Potsdamer auf ihren Wettbewerbsbeitrag aufmerksam – offenbar mit Erfolg.

Mit bundesweiten Wettbewerben haben die Sportschüler schon Erfahrungen gemacht. In diesem Jahr war die Sportschule neben dem Potsdamer Humboldt-Gymnasium für den renommierten Deutschen Schulpreis nominiert. Am Ende ging der Sieg an eine Grundschule in Niedersachsen. Das Humboldt-Gymnasium belegte den zweiten Platz. Die Gesamtschule in der Zeppelinstraße, die als Eliteschule des Sports ein brandenburgweit einmaliges Profil hat, ging da noch leer aus.

Umweltministerin ist Schirmherrin

32 000 Schüler aus ganz Deutschland haben sich in diesem Jahr mit 297 Projekten für den Energiesparmeister-Titel beworben – so viele wie nie zuvor.

Der vom Bundesumweltministerium geförderte Wettbewerb kürt jährlich die besten Klimaschutzprojekte an Schulen und steht unter der Schirmherrschaft von Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD). In diesem Jahr fand er zum achten Mal statt.

Durchgeführt wird der Wettbewerb von der gemeinnützigen co2online GmbH. Seit 2003 helfen die Energieexperten privaten Haushalten, ihren Storm- und Heizengierverbrauch zu reduzieren.

50 000 Euro sind die Preise wert, die an engagierte Schulen auf der Jugendmesse You in Berlin vergeben wurden. Insgesamt 16 Schulen wurden nicht nur mit Geld- und Sachpreisen für ihr Idee belohnt, sondern bekommen auch eine Patenschaft eines Partners aus Wirtschaft oder Gesellschaft. In Brandenburg ist die Mittelbrandenburgische Sparkasse der Partner.

Von Marion Kaufmann

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