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Staatsanwaltschaft stellt Ermittlungen ein

Missbrauchsverdacht an Potsdamer Kita Staatsanwaltschaft stellt Ermittlungen ein

Über ein Jahr lang ermittelte die Staatsanwaltschaft Potsdam im Missbrauchsverdachtsanfall an der Potsdamer Kita „Am Heiligen See“. Nun ist das Verfahren eingestellt – wie vorher schon Ermittlungen zu Verdachtsfällen an anderen Kitas des Evangelischen Jugend- und Fürsorgewerks (EJF).

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Die Kita „Am Heiligen See“.

Quelle: Foto: Christel Köster

Potsdam. Das Verfahren zu Missbrauchsvorwürfen an der Kita „Am Heiligen See“ ist eingestellt worden. Das bestätigte der Sprecher der Potsdamer Staatsanwaltschaft, Christoph Lange, am Freitag auf MAZ-Anfrage. „Es konnte kein Täter ermittelt werden“, so Lange. Damit ist auch das letzte Missbrauchsverfahren, das eine Potsdamer Kindertagesstätte des Evangelischen Jugend- und Fürsorgewerk (EJF) betrifft, im Sande verlaufen.

Wie berichtet, richteten sich die Ermittlungen im Fall der Kita „Am Heiligen See“ gegen Unbekannt. Zwei Jungen hatten sich ihren Eltern anvertraut und von Übergriffen im Sommer 2015 in der Kita und außerhalb berichtet. Eltern hatten daraufhin Anzeige zunächst gegen Unbekannt erstattet. Ungereimtheiten gab es, als eine Mutter im Dezember 2015 die Anzeige vom September konkretisieren wollte und gegenüber der Polizei drei Personen aus dem Kita-Umfeld angab, die angeblich mit den Vorfällen in Verbindung stehen sollen. Die Anzeige wurde wie berichtet bei der Polizei nie als solche geführt, sondern nur als Aktenergänzung, worauf die Familie eine Dienstaufsichtsbeschwerde beim Polizeipräsidenten einlegte – ohne Erfolg. Gegen konkrete Personen wurde in dem Fall offiziell nie ermittelt.

Im November wurde ein anderes Missbrauchsverfahren eingestellt

Anders bei den Missbrauchsvorwürfen an den EJF-Kitas „Am Kanal“ und „Clara Zetkin“ in der Potsdamer Innenstadt. Dort richtete sich der Verdacht gegen einen Hausmeister. Unter den mutmaßlichen Opfern waren in diesem Fall auch Mädchen. Das Verfahren war vergangenen November eingestellt worden – zum dritten Mal. Die Ermittlungen war zuvor schon zweimal eingestellt, nach erfolgreicher Elternbeschwerde aber jedes Mal wieder aufgenommen worden. Eltern hatten sich wegen aus ihrer Sicht begangener Fehler bei der Befragung der Kindern auch an Brandenburgs Generalstaatsanwalt Erardo Rautenberg gewandt. Nach der dritten Einstellung des Verfahrens hatte die Staatsanwaltschaft erklärt, dass unter anderem das Handy des Verdächtigen untersucht worden war, aber kein belastendes Material gefunden worden sei.

Zur Einstellung der Ermittlungen gegen Unbekannt machte Staatsanwaltssprecher Christoph Lange am Freitag keine weiteren Angaben. Nach MAZ-Informationen soll es ein Gutachten geben, dass die Glaubwürdigkeit der Kita-Kinder, die die einzigen Zeugen in dem Fall sind, in Zweifel zieht. Eltern wollen gegen die Einstellung des Verfahrens Widerspruch einlegen. Einen Zusammenhang zwischen den verschiedenen Missbrauchsvorwürfen an mehreren Kitas eines Trägers hatten die Ermittler nicht gesehen.

Von Marion Kaufmann

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