Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Potsdam Staatsschutz ermittelt gegen Pegida-Anmelder
Lokales Potsdam Staatsschutz ermittelt gegen Pegida-Anmelder
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
18:39 29.01.2016
Pegida-Anmelder Christian Müller Quelle: MAZ
Anzeige
Potsdam

Der polizeiliche Staatsschutz ermittelt gegen den Potsdamer Pegida-Anmelder Christian Müller (32). „Es wird geprüft, ob ein Anfangsverdacht wegen Volksverhetzung vorliegt“, sagte der Sprecher des Potsdamer Polizeipräsidiums, Mario Heinemann, am Freitag der MAZ.

Am Abend nach der Pegida-Demonstration hatte wie berichtet ein Mitglied der linken Szene Anzeige per Internetwache Anzeige gegen Müller erstattet, weil er während der Kundgebung Parolen mit NS-Bezug verbreitet. Auf Tonmitschnitten ist zu hören, wie Müller ruft: „Und ich fordere ein Nürnberg 2.0, wo die Volksverräter und Verbrecher wieder mal vorgeführt werden und abgeurteilt werden.“ Damit spielt er auf die Nürnberger Prozesse gegen NS-Kriegsverbrecher an. „Nürnberg 2.0“ ist eine beliebte Formulierung unter Rechtsextremisten.

Müller gegen Müller

Am Freitag wurde wegen desselben Sachverhalts noch eine zweite Anzeige gegen Müller erstattet – von seinem Potsdamer Namensvetter Norbert Müller, der für die Linken im Bundestag sitzt. „Wir müssen rechtsextremen Volksverhetzern das Handwerk legen“, so der Politiker.

Christian Müller, der auf Facebook-Videos zum Demo-Aufruf mit Schlange um den Hals posiert, war früher Mitglied der NPD, betont aber inzwischen, dass er sich von der Szene distanziere. Dass Hooligans und Nazis bei der Pegida in Potsdam mitlaufen, sei für ihn aber in Ordnung, hatte er erklärt. „Nazis dürfen bei uns mitlaufen“, so Müller vergangene Woche gegenüber der MAZ. „Aber wir dulden keine verfassungsfeindlichen Parolen, Zeichen oder Grüße. Wenn wir das sehen, schmeißen wir die Leute raus.“

Anna Spangenberg, Leiterin des Brandenburger Aktionsbündnisses gegen Rechtsextremismus, warnt im MAZ-Interview: Die Pegida-Demos seien „ der Versuch der Neonazi-Szene, in Potsdam den Fuß in die Tür zu bekommen.“

Jugendliche bedrohen Döner-Verkäufer

Zum Verdacht der Volksverhetzung ermittelt die Polizei auch in einem anderem Fall. Fünf bis sechs männliche Jugendliche haben am späten Donnerstagabend den türkischen Mitarbeiter eines Döner-Imbisses in Babelsberg verbal bedroht. Einige Jugendliche sollen Knüppel dabei gehabt haben. Verletzt wurde bei dem Vorfall niemand, und es kam auch zu keinen Sachbeschädigungen. Die Polizei sucht Zeugen des Vorfalles unter Telefon (0331) 5508-1224.

Lesen Sie auch:

Interview mit Rechtsextremismus-Expertin: Pegida Potsdam ist „Nazi-Veranstaltung“

Potsdamer Demo-Abend vom 27. Januar ohne Ausschreitungen

Der Demo-Liveticker zum Nachlesen

Von Marion Kaufmann

Überraschende Attacke in einem Supermarkt im Potsdamer Hauptbahnhof: Dort hat am Donnerstagmittag ein 34-jähriger Mann aus Syrien auf einen 29-jährigen Landsmann eingestochen. Der Grund für den Angriff ist noch völlig unklar. Die Polizei ermittelt wegen versuchten Mordes, der Angreifer sitzt in Haft.

29.01.2016
Potsdam Verdacht der Volksverhetzung - Anzeige gegen Pegida-Anmelder?

Der Anmelder der Pegida-Demos in Potsdam, Christian Müller, ist nach MAZ-Information nach der Demo am Mittwoch wegen des Verdachts der Volksverhetzung angezeigt worden. Er forderte ein „Nürnberg 2.0“ damit „Volksverräter“ wieder abgeurteilt werden können. Die Anzeige gegen Müller ist aber nicht die einzige, die nach den Demos gestellt wurde.

29.01.2016

Wieder steht uns ein Tag mit frühlingshaften Temperaturen ins Haus. Schüler der Oberlinschule werden sich auf den Weg auf den Brauhausberg machen, um Spenden an die dort untergebrachten Flüchtlinge zu übergeben. Eine tolle Aktion, bei der die Jugendlichen alte Fahrräder aufgemöbelt haben, um sie den Asylsuchenden zu übergeben. Mobilität ist alles!

29.01.2016
Anzeige