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Potsdam Jubilarin: „Wir hatten kein Geld, wir hatten uns“
Lokales Potsdam Jubilarin: „Wir hatten kein Geld, wir hatten uns“
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01:15 04.11.2018
60 Jahre lang sind Ursula und Günter Borchert nun schon verheiratet. Die Stadt beglückwünschte das Paar mit Blumen. Quelle: Foto: Bernd Gartenschläger
Babelsberg

In einem Mehrfamilienhaus in Babelsberg stehen die Eheleute Ursula und Günter Borchert auf ihrer Terrasse. Sie halten sich im Arm und schauen sich liebevoll in die Augen.

Am 1. November 1958 haben Ursula und Günter Borchert geheiratet. Gestern feierten sie die diamantene Hochzeit. Die Potsdamer Stadtverwaltung schickte einen großen Blumenstrauß und ließ durch den Blumen-Kurier Glückwünsche ausrichten. Diamantene Hochzeiten sind sehr selten, nur etwa 0,1 Prozent aller Ehepaare in Deutschland schaffen es laut Statistiken, 60 Jahre lang verheiratet zu bleiben.

„Ich war solo und wollte reden“

Wie sie und ihr Mann sich kennen gelernt haben? Das war in den 1950er-Jahren in der Handwerkskammer Potsdam. Günter war Meisterschüler, sie hat als Sachbearbeiterin gearbeitet. „Ich war gerade solo und wollte viel reden“, erzählt sie. Beim ersten gemeinsamen Kinobesuch sei zwar noch Günters Mutter mit dabei gewesen, aber sie stand den beiden nicht im Wege. Als wenige Jahre später ein Baby unterwegs war zu Ursula und Günter, war der Hochzeitstermin schnell gefunden.

Auch 60 Jahre später ist es immer noch eher Ursula, die redet. Ihr 85-jähriger Mann kommt kaum zu Wort, obwohl er auch einiges zu erzählen hat. Zum Beispiel von seinen preisgekrönten Brieftauben. 70 wertvolle Tiere leben in einem Schlag im Garten. Etwa 30 große und kleine Pokale, die auf der Wohnzimmer-Schrankwand der Borcherts stehen, zeugen vom Erfolg des Taubenzüchters Günter Borchert.

Geld war nie Streitthema

Was das Geheimnis einer 60-jährigen Ehe ist? So genau könne sie das nicht beschreiben, sagt Ursula Borchert. Eines sei jedoch sicher: Über Geld hätten sie sich nie gestritten. Bevor ihr Mann ihr widersprechen kann, erzählt sie weiter: „Wir hatten kein Geld, aber wir hatten uns.“

Ursprünglich sollte der Potsdamer Oberbürgermeister persönlich am Hochzeitstag vorbei kommen und die Borcherts beglückwünschen. Das hätte die beiden sehr gefreut. Doch wenige Tage vor dem Termin habe jemand aus dem Rathaus angerufen und abgesagt, berichtet Ursula Borchert. Mit dem Besuch der Lokalpresse hatten die beiden Ehe-Jubilare gar nicht gerechnet. Eigentlich wollten sie ihren Hochzeitstag in aller Ruhe verbringen, später am Nachmittag sollte noch ein Enkel vorbei kommen, vielleicht kommt dann auch eines der beiden Ur-Enkelkinder mit.

Aus Oberschlesien geflohen

„Wir haben ein glückliches Leben. Und wir haben uns immer gut ergänzt“, sagt Ursula Borchert. Ihre Familie ist mit ihr im Krieg aus Oberschlesien nach Potsdam geflohen. Günter Borchert ist in Babelsberg geboren. Noch heute leben die beiden nur wenige hundert Meter vom „Weberhaus“ entfernt, dem Haus, in dem sie bis 1993 gewohnt haben. Seit dem Umzug haben sie zwar weniger Platz, aber dafür müssen sie zur Toilette nicht mehr über den Hof laufen.

Ursula ist stolz auf ihren Mann. Während seines ganzen Arbeitslebens als Maurer sei er nur drei Wochen krank gewesen – wegen eines gebrochenen Armes. Ob sie noch einen Tipp für junge Paare hätten? „Ach“, sagt Ursula, „die jungen Leute heiraten heutzutage ja alle gar nicht mehr.“ Das stimmt, die Zahl der Eheschließungen ist in Deutschland seit den 1950er Jahren um fast die Hälfte gesunken.

Von Jonas Nayda

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