Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Potsdam Stadt investiert ins Rechenzentrum
Lokales Potsdam Stadt investiert ins Rechenzentrum
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
22:23 07.03.2018
Animation mit wiederaufgebautem Garnisonkirchturm. Zweieinhalb Meter trennen ihn vom Kunsthaus im Rechenzentrum. Quelle: Bernd Gartenschläger/ Detllev Scheerbarth
Anzeige
Potsdam

Die Stadt Potsdam investiert erstmals fast 500 000 Euro, um den Betrieb des Kunsthauses im Rechenzentrum für eine Übergangszeit zu sichern. Die Stadtverordneten sollen in ihrer nächsten Sitzung Mitte September eine überplanmäßige Auszahlung von bis zu 460 000 Euro bewilligen. Finanziert werden Maßnahmen begleitend zum Bau des Garnisonkirchturms, der ab Oktober in der unmittelbaren Nachbarschaft des Rechenzentrums errichtet werden soll.

„Wir fördern damit nicht den Bau der Garnisonkirche“, sagte am Donnerstag Bürgermeister Burkhard Exner (SPD), „sondern übernehmen nur die Mehrkosten, die durch den weiteren Bestand des alten Rechenzentrums entstehen.“ Finanziert werde die Förderung über Mehreinnahmen aus Steuern und über Einsparungen bei der Miete, die sich aus einer verspäteten Eröffnung von Schulneubauten ergäben.

Schutz des nur zweieinhalb Meter entfernt geplanten Turms

Rund 100 000 Euro sind für Brandschutzmaßnahmen am Bau des Rechenzentrums eingeplant, so am Donnerstag Harald Kümmel, Bürochef des Oberbürgermeisters. Unter anderem müssten die zum Kirchturm weisenden Fensteröffnungen geschlossen und das Dach des Baus mit einem speziellen Schutz gegen „Brandüberschlag“ von dem nur zweieinhalb Meter entfernten Turm versehen werden.

345 000 Euro sollen an die Stiftung Garnisonkirche gehen, um Mehrkosten auszugleichen, die sich durch die Nachbarschaft des Rechenzentrums ergeben. Denn ursprünglich sollte dieses Gebäude vor dem Baustart für den Turm abgerissen sein. Änderungen sind unter anderem beim Bau der Bodenplatte, bei der Anordnung der Fluchttreppe und bei der Platzierung des Kranes nötig. Aus diesem Etat soll zudem eine permanente Überwachung der Gebäudestatik des Rechenzentrums für die Zeit der Bauarbeiten finanziert werden.

30 000 Euro kamen bereits vorbereitend aus dem Treuhandfonds des Sanierungsträgers für ein Statik-Gutachten zur Standsicherheit des Rechenzentrums.

Abriss des Rechenzentrums für 2019 geplant

Das um 1970 errichtete Rechenzentrum sollte bereits vor Jahren für den Neubau der Garnisonkirche abgerissen werden. Doch bei der Finanzierung der Kirche gibt es ebenso Probleme wie beim Auszug des Landes-IT-Dienstleisters. Die Rechnerhalle an der Dortustraße werde voraussichtlich im Frühjahr 2019 abgerissen, sagte Kümmel am Donnerstag.

Der bereits komplett freigezogene Verwaltungsbau an der Breiten Straße mit dem populären Kosmos-Mosaik an der Sockelfassade wurde vor zwei Jahren für eine Übergangszeit als Zentrum für Künstler und andere Kreative freigegeben. Am 1. September 2015 war die offizielle Eröffnung. Aktuell arbeiten in den 225 Räumen gut 250 Nutzer, so am Donnerstag die Betreibergesellschaft SPI, von denen fast 60 Prozent hauptberuflich und weitere 20 Prozent im Nebenberuf erwerbstätig sind.

Der erste Dreijahresvertrag für das Kunsthaus endet im August 2018. Bis zum Ende 2017 soll es laut Kümmel eine „Vereinbarung zur Verlängerung der Zwischennutzung geben“. Diskutiert wird über eine Fünfjahresfrist bis 2023. Mit der Verlängerung käme für die Nutzer, die aktuell sieben Euro Monatsmiete pro Quadratmeter zahlen, ein erster finanzieller Aufschlag.

Exner schließt nichts aus

Denn nach einer Ende 2016 vorgelegten Untersuchung de Verwaltung müsste bei einer Verlängerung um fünf Jahre zumindest in die Instandsetzung von Dachabdichtung, Heizung und Brandschutz investiert werden. Die kalkulierte Investitionssumme von knapp 480 000 Euro würde über die Miete auf die Nutzer umgelegt.

Eine Verlängerung des Kunsthauses im Rechenzentrum über 2023 hinaus schloss Kümmel am Donnerstag aus: „Es bleibt ein temporär genutztes Abrissobjekt.“ Exner hingegen räumte ein, dass man durchaus noch mit einem „Erkenntnisgewinn“ rechnen könne zur Frage, was nötig und was möglich sei: „Aber im Moment kann man nur über fünf Jahre reden.“

Von Volker Oelschläger

Potsdam Jobs und Ausbildung in Potsdam - Keine Lockerung am Arbeitsmarkt

Der Sommer und die Ferienzeit sind fast vorbei, doch die Rückkehr in den Job ist nicht allen Potsdamern vergönnt. Viele Arbeitsverträge laufen nämlich aus, ohne dass es nahtlosen Ersatz gibt. Nahtlos von der Schule in den Berufs geht es auch nicht immer. Zwar gibt es mehr Lehrstellen als Bewerber, doch häufig nicht in den Wunschberufen.

31.08.2017
Potsdam Schildkröte, Pfau und Bartagame - Exotenwoche bei der Tierrettung Potsdam

Die Potsdamer Tierrettung kümmert sich buchstäblich um jedes in Not geratene Tier, vom Mäuschen bis zum Pferd reicht die Klientel. Doch auch für die erfahrenen Retter gibt es immer wieder besondere Fälle. So hatten es die Helfer in dieser Woche mit gleich drei Exoten zu tun.

31.08.2017
Potsdam Landeshauptstadt startet Sauberkeitskampagne - Potsdam sagt dem Schmutz den Kampf an

Die Landeshauptstadt sagt dem Schmutz den Kampf an. Die Kampagne „Unser Potsdam“ appelliert in erster Linie an den Gemeinschaftsinn und setzt auf bereits laufende Projekte. Mehr Papierkörbe, häufigere Leerungen und strengere Kontrollen wird es indes nicht geben. „Unser Potsdam“ ist ein Ergebnis des im Juni gegründeten „Runden Tisch Stadtbild“.

31.08.2017
Anzeige