Volltextsuche über das Angebot:

12 ° / 4 ° Sprühregen

Navigation:
Stadt investiert ins Rechenzentrum

Kulturförderung in Potsdam Stadt investiert ins Rechenzentrum

Erstmals seit der Eröffnung des Kunst- und Kreativhauses im alten Rechenzentrum investiert die Stadt Potsdam fast 500 000 Euro für eine verlängerte Nutzung des Abrisshauses. Grund ist der im Oktober beginnende Bau des Garnisonkirchturms. Im Rechenzentrum arbeiten aktuell rund 250 Künstler und andere Kreative.

Voriger Artikel
Keine Lockerung am Arbeitsmarkt
Nächster Artikel
Kultür sucht dringend Unterstützung

Animation mit wiederaufgebautem Garnisonkirchturm. Zweieinhalb Meter trennen ihn vom Kunsthaus im Rechenzentrum.

Quelle: Bernd Gartenschläger/ Detllev Scheerbarth

Potsdam. Die Stadt Potsdam investiert erstmals fast 500 000 Euro, um den Betrieb des Kunsthauses im Rechenzentrum für eine Übergangszeit zu sichern. Die Stadtverordneten sollen in ihrer nächsten Sitzung Mitte September eine überplanmäßige Auszahlung von bis zu 460 000 Euro bewilligen. Finanziert werden Maßnahmen begleitend zum Bau des Garnisonkirchturms, der ab Oktober in der unmittelbaren Nachbarschaft des Rechenzentrums errichtet werden soll.

„Wir fördern damit nicht den Bau der Garnisonkirche“, sagte am Donnerstag Bürgermeister Burkhard Exner (SPD), „sondern übernehmen nur die Mehrkosten, die durch den weiteren Bestand des alten Rechenzentrums entstehen.“ Finanziert werde die Förderung über Mehreinnahmen aus Steuern und über Einsparungen bei der Miete, die sich aus einer verspäteten Eröffnung von Schulneubauten ergäben.

Schutz des nur zweieinhalb Meter entfernt geplanten Turms

Rund 100 000 Euro sind für Brandschutzmaßnahmen am Bau des Rechenzentrums eingeplant, so am Donnerstag Harald Kümmel, Bürochef des Oberbürgermeisters. Unter anderem müssten die zum Kirchturm weisenden Fensteröffnungen geschlossen und das Dach des Baus mit einem speziellen Schutz gegen „Brandüberschlag“ von dem nur zweieinhalb Meter entfernten Turm versehen werden.

345 000 Euro sollen an die Stiftung Garnisonkirche gehen, um Mehrkosten auszugleichen, die sich durch die Nachbarschaft des Rechenzentrums ergeben. Denn ursprünglich sollte dieses Gebäude vor dem Baustart für den Turm abgerissen sein. Änderungen sind unter anderem beim Bau der Bodenplatte, bei der Anordnung der Fluchttreppe und bei der Platzierung des Kranes nötig. Aus diesem Etat soll zudem eine permanente Überwachung der Gebäudestatik des Rechenzentrums für die Zeit der Bauarbeiten finanziert werden.

30 000 Euro kamen bereits vorbereitend aus dem Treuhandfonds des Sanierungsträgers für ein Statik-Gutachten zur Standsicherheit des Rechenzentrums.

Abriss des Rechenzentrums für 2019 geplant

Das um 1970 errichtete Rechenzentrum sollte bereits vor Jahren für den Neubau der Garnisonkirche abgerissen werden. Doch bei der Finanzierung der Kirche gibt es ebenso Probleme wie beim Auszug des Landes-IT-Dienstleisters. Die Rechnerhalle an der Dortustraße werde voraussichtlich im Frühjahr 2019 abgerissen, sagte Kümmel am Donnerstag.

Der bereits komplett freigezogene Verwaltungsbau an der Breiten Straße mit dem populären Kosmos-Mosaik an der Sockelfassade wurde vor zwei Jahren für eine Übergangszeit als Zentrum für Künstler und andere Kreative freigegeben. Am 1. September 2015 war die offizielle Eröffnung. Aktuell arbeiten in den 225 Räumen gut 250 Nutzer, so am Donnerstag die Betreibergesellschaft SPI, von denen fast 60 Prozent hauptberuflich und weitere 20 Prozent im Nebenberuf erwerbstätig sind.

Der erste Dreijahresvertrag für das Kunsthaus endet im August 2018. Bis zum Ende 2017 soll es laut Kümmel eine „Vereinbarung zur Verlängerung der Zwischennutzung geben“. Diskutiert wird über eine Fünfjahresfrist bis 2023. Mit der Verlängerung käme für die Nutzer, die aktuell sieben Euro Monatsmiete pro Quadratmeter zahlen, ein erster finanzieller Aufschlag.

Exner schließt nichts aus

Denn nach einer Ende 2016 vorgelegten Untersuchung de Verwaltung müsste bei einer Verlängerung um fünf Jahre zumindest in die Instandsetzung von Dachabdichtung, Heizung und Brandschutz investiert werden. Die kalkulierte Investitionssumme von knapp 480 000 Euro würde über die Miete auf die Nutzer umgelegt.

Eine Verlängerung des Kunsthauses im Rechenzentrum über 2023 hinaus schloss Kümmel am Donnerstag aus: „Es bleibt ein temporär genutztes Abrissobjekt.“ Exner hingegen räumte ein, dass man durchaus noch mit einem „Erkenntnisgewinn“ rechnen könne zur Frage, was nötig und was möglich sei: „Aber im Moment kann man nur über fünf Jahre reden.“

Von Volker Oelschläger

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Potsdam
dfdbc0d4-af48-11e7-b225-97bf4e5da6db
Potsdam – damals und heute

Zeitreise durch Potsdam: Anhand von historischen und aktuellen Aufnahmen zeigt die MAZ, wie sich die Stadt Potsdam verändert hat – und was wieder aufgebaut wurde. Besuchen Sie mit Klick durch die Galerie Potsdams markante Ecken – damals und heute.

Die Karikaturen von Jörg Hafemeister aus 2018

Jörg Hafemeister karikiert seit Jahren die Potsdamer Lokalpolitik. Nun hat er immer mittwochs seinen festen Platz im Potsdamer Stadtkurier. Wir zeigen an dieser Stelle alle Karikaturen aus dem Jahr 2018.

MAZab: Termine

Was geht ab? Jede Menge Events in Potsdam und im Land Brandenburg

Kinoprogramm

Alle aktuellen Filme in den Kinos von Potsdam und im ganzen Land Brandenburg