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Potsdam Stadt macht Druck für „Waldcampus“
Lokales Potsdam Stadt macht Druck für „Waldcampus“
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21:05 08.02.2018
Die Campuserweiterung ist für das Waldstück in der Bildmitte und auf der anderen Seite der Bahngleise vorgesehen. Oben im Bild: Uni-Gebäude und Plattner-Institut. Quelle: Lutz Hannemann
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Griebnitzsee/Golm

Mit Volldampf voraus – dieses Motto gilt sowohl für den Universitäts- und Wissenschaftsstandort am Griebnitzsee als auch in Golm. An beiden Orten soll deutlich expaniert werden. Am Griebnitzsee will neue Fakultät für Digital Engineering, die von SAP-Gründer Hasso Plattner finanziert wird und gemeinsam mit der Universität begründet worden ist, dank deutlich aufgestockter Forschungs- und Studienkapazitäten auf Wachstumskurs gehen. In den nächsten Jahren soll gegenüber vom Universitätsgebäude 1 – dem ehemaligen DRK-Präsidialgebäude – ein „Waldcampus“ mit Laboren und Unterrichtsräumen entstehen. Vorbild: Campus-Areale wie etwa die kalifornische Elite-Universität Stanford, die ebenfalls in die Natur eingebettet sind. Sofern es mit den Genehmigungsprozessen – Änderung des Flächennutzungsplans und des B-Plans – wie gewünscht läuft, könnte bereits im nächsten Jahr Startschuss für den neuen Komplex sein, wie Baudezernent Bernd Rubelt (parteilos) am Donnerstag bei der Vorstellung des Projekts erklärte. Am nächsten Dienstag soll das Vorhaben zunächst einmal im Bauausschuss diskutiert werden.

Bernd Rubelt Quelle: Friedrich Bungert

Die Stadt will bei dem Projekt augenscheinlich aufs Tempo drücken. Hintergrund ist, dass die Fakultät für Digital Engineering – nicht einmal ein Jahr nach ihrer Gründung – wächst und gedeiht. Derzeit sind es 13 Professuren; zwölf weitere sollen hinzukommen. „Wir möchten gleich in mehreren zukunftsrelevanten Bereichen der Informatik neue Studiengänge in den nächsten Jahren schaffen“, erklärte Christoph Meinel, Direktor und Geschäftsführer des Hasso-Plattner-Instituts für Digital Engineering.

Eröffnung der Fakultät für Digital Engineering mit Hasso Plattner (Mitte) im April 2017. Quelle: Bernd Gartenschläger

Zu den derzeit 750 Studenten sollen 300 weitere kommen. Was derzeit fehlt, ist der Platz. Der Waldcampus wird eine Bruttogeschossfläche von zwei bis 2,5 Hektar haben. Die Anzahl der Gebäude und ihre Verteilung über das Gelände stehen noch nicht fest; das soll im Rahmen eines Masterplans geklärt werden. Klar ist aber: Hasso Plattner wird ein gewichtiges Wort bei der Gestaltung des Projekts mitreden, das ihm sehr am Herzen liegt, versicherte Meinel. Wie viel Geld die Hasso-Plattner-Stiftung als Bauherrin investieren will, wurde nicht gesagt. Man wolle „ordentlich, aber preisbewusst bauen“, erklärte Meinel.

Christoph Meinel Quelle: Friedrich Bungert

Doch nicht überall herrscht helle Freude über die Campus-Pläne. Anwohner bangen um die Grünflächen. „Inanspruchnahme von Waldflächen“, heißt das im Behördendeutsch. Die grüne Zone entlang der Bahntrasse, die auch Frischluft produziert, würde wegfallen, räumte Stadtplanungschef Andreas Goetzmann am Donnerstag ein. Aus Sicht der Verwaltung wird der Verlust der Bäume aber allemal durch den Mehrwert für die Wissenschaftslandschaft ausgeglichen. Und: „Von einem Kahlschlag kann keine Rede sein“, betonte Rubelt. Die Campus-Gebäude sollen vielmehr „sensibel“ in den Baumbestand gesetzt werden; die notwendigen Ausgleichspflanzungen würden in Potsdam-Mittelmark vorgenommen.

Eröffnung Fakultät Digital Engineering des Hasso-Plattner Instituts und der Uni Potsdam Foto:Bernd Gartenschläger Quelle: Bernd Gartenschläger

Insgesamt soll der Waldcampus mit den bereits bestehenden Gebäuden der Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Fakultät und der Juristischen Fakultät zu einem kohärenten Wissenschaftscampus verschmelzen. Es wird eine zentrale Achse zwischen dem Vorplatz des Universitätsgebäudes 1 und den Neubauten geben. Derzeit wird diese Fläche, die umgangssprachlich wegen eines Kunstwerks den Namen „Rotkäppchenplatz“ trägt, noch teilweise als Parkplatz genutzt. Die Autos sollen in einer Tiefgarage Platz finden. Der relativ unspektakuläre Weg von der S-Bahn-Station Griebnitzsee aufs Gelände wird künftig aufgewertet. Universitätspräsident Oliver Günther schwebt eine „klare Eingangssituation“ in Form eines Portals vor. Für den neuen Eingangsbereich ist ein Wettbewerb geplant.

Oliver Günther Quelle: Friedrich Bungert

Für die Informatiker der Universität Potsdam steht eine Luftveränderung ins Haus. Sie werden ihren bisherigen Standort am Griebnitzsee verlassen und nach Golm übersiedeln. Dort wird sich ebenfalls viel verändern, nicht zuletzt weil sich wegen der neuen Gesundheitswissenschaftlichen Fakultät einiges tut. Im April wird sie aus der Taufe gehoben. Potsdam ist an der Gemeinschaftsfakultät – mit an Bord sind noch die BTU Cottbus-Senftenberg und die Medizinische Hochschule Brandenburg – mit sieben Professuren beteiligt. Voraussichtlich 2020/21 wird der Lehrbetrieb aufgenommen. Räumlich ist man in Golm ebenfalls auf Expansionskurs: Hinter dem Rewe-Markt soll auf einer vier Hektar großen Fläche ein Gebäudekomplex entstehen.

Von Ildiko Röd

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