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Potsdam Umzug der Fachhochschule endgültig abgesagt
Lokales Potsdam Umzug der Fachhochschule endgültig abgesagt
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10:18 24.10.2014
Nicht schön anzusehen, aber noch für drei Jahre am Alten Markt präsent: Das FH-Gebäude wird zum Oktober 2017 frei sein. Quelle: Christel Köster
Potsdam

Im Streit um einen Zwischenumzug der Fachhochschule (FHP) ist nun eine endgültige Lösung gefunden. Nachdem sich Anfang der Woche schon abzeichnete, dass der von der Stadt favorisierte, von der Fachhochschule aber strikt abgelehnte Zwischenumzug vom Alten Markt ins Rechenzentrum an der Breiten Straße/Dortustraße keine politische Mehrheit finden würde, haben sich die Stadtverwaltung und das Wissenschaftsministerium des Landes nun auf einen Kompromiss geeinigt, wie sie am Donnerstag mitteilten. Die Stadt verzichtet auf den Zwischenumzug, das Land stellt derweil sicher, dass das FH-Gebäude an der Friedrich-Ebert-Straße im Oktober 2017 leergezogen ist und an die Stadt übergeben werden kann.

Die Stadt wartet bereits ungeduldig darauf, denn Verzögerungen beim Umzug der dort noch ansässigen Fachbereiche in dem neu gebauten Campus der FHP an der Pappelallee sorgten dafür, dass die Pläne für den Abriss des Gebäudes und die Wiedergewinnung der Alten Mitte immer weiter in die Ferne rückten. Zuletzt wollte das Land den maximalen Spielraum ausnutzen und erst bis Ende 2018 mit den Neubauten an der Pappelallee fertig sein. Solange wäre das Grundstück blockiert. Aus Kreisen der Arbeitsgruppe, die nun den Konsens erzielte, hieß es am Donnerstag, hätte sich die Fachhochschule nicht gesperrt, wäre sogar ein noch früherer Termin erzielbar gewesen.

Der lange verzögerte Umzug

  • Rund 1500 Studenten der Fachhochschule Potsdam sind derzeit noch am Alten Markt untergebracht. Dort residiert unter anderem der Fachbereich Sozialwesen.
  • Der Umzug der Innenstadt-Studenten an den Campus Pappelallee, an dem fast alle anderen Fachbereiche der Hochschule in modernen Gebäuden untergebracht sind, sollte ursprünglich 2013 abgeschlossen sein, doch das Land baute aus Geldmangel nicht rechtzeitig die nötigen Gebäude.
  • Nun soll mit dem Neubau 2015 begonnen werden, zwei Jahre später will das Land ihn vollendet haben.
  • Das Land hat einen Mietvertrag bis Ende 2018 für den Standort an der Friedrich-Ebert-Straße. Bis dahin hätte der Umzug ohnehin vollzogen sein müssen.
  • Bei der Erstellung des Leitbautenkonzepts, das die Wiedergewinnung der Alten Mitte festlegt, war die Stadt von den ursprünglichen Umzugsdaten ausgeganen. Wären sie eingehalten worden, würden sich auf dem Areal bereits die ersten Kräne drehen.

Nun also wird der Campus Pappelallee 15 Monate früher fertig, und die Stadt hat 15 Monate früher Zugriff auf das Grundstück. Das wiederum gibt ihr Planungssicherheit für das Investorenauswahlverfahren, das ähnlich dem an der Alten Fahrt verlaufen wird. Das Leitbautenkonzept sah zunächst die Alte Fahrt und die Fläche rund um die geplante Synagoge an der Friedrich-Ebert-Straße vor, die bereits bebaut werden. Als nächstes stehen laut Konzept die Flächen an, auf denen das marode FH-Gebäude steht. Dort wollte man längst weiter sein. Geplant sind zwei Quartiere, in etwa auf dem barocken Standgrundriss, mit drei original zu rekonstruierenden Fassaden an den Eckgebäuden (Plögerscher Gasthof, Am Alten Markt 17 und Palazzo Barbaran da Porto) und drei Fassaden an Eckgebäuden, für die strenge Leitlinien definiert sind. Dazwischen darf – mit Auflagen – modern gebaut werden.

Anfang Oktober hatte Baudezernent Matthias Klipp den Zwischenumzug ins Gespräch gebracht. Die Kosten dafür wollte die Stadt übernehmen, sie ging nach eigenen Angaben „von einem mittleren sechsstelligen Betrag“ aus. Die Studenten hätten demnach im September 2015 umziehen sollen, bis dahin hätte die Stadt das Rechenzentrum ertüchtigt. Doch schnell regte sich Widerstand. Die FH-Spitze fand den doppelten Umzug unnötig, umständlich und unbequem: Das Rechenzentrum erfülle nicht die nötigen Anforderungen, ein zweiter Hörsaal hätte im städtischen Klinikum gelegen. Die Studenten drohten mit lautem Protest und Sitzblockaden auf Kreuzungen in der Stadt. Auch die Fraktionen der Stadtverordneten erteilten den Plänen wegen der Kosten und der Belastung für die FHP eine Absage.

Die Stadt drückt aufs Tempo, weil unklar ist, wie sich die Lage bei den Fördermitteln entwickeln wird. Für FHP und Rechenzentrum sind der Stadt 13 Millionen Euro zugesagt, über die Klipp sagte, es sei unklar, ob sie 2017 noch zur Verfügung stünden. Auch die Einnahmen aus den Grundstücksverkäufen – erwartet werden acht Millionen Euro – lassen dann länger auf sich warten.

Von Jan Bosschaart

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