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Stadt will Wäldchen am Havelufer zubauen

Zoff in Zentrum Ost Stadt will Wäldchen am Havelufer zubauen

Verwaltung will für neue Wohnungen zusätzliches Bauland schaffen. In Zentrum Ost sollen zwischen Hochhäusern und Havel sowie entlang der Nutheschnellstraße 270 neue Wohnungen entstehen. Die Schlösserstiftung schließt eine Klage für den Erhalt des Grünzugs nicht aus.

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In Zentrum Ost sollen zwischen Hochhäusern und Havel sowie entlang der Nutheschnellstraße 270 neue Wohnungen entstehen.

Quelle: Lutz Hannemann

Zentrum Ost. Die Landeshauptstadt riskiert einen neuen Konflikt mit der Schlösserstiftung und dem Landesdenkmalamt um die Unseco-geschützte Kulturlandschaft. Möglich, dass die Stiftung vor Gericht zieht. Grund ist ein Großbauprojekt am Humboldtring in Zentrum Ost: 270 Wohnungen, davon 50 Sozialwohnungen, und eine Schule oder Kita. Dabei soll durch eine Änderung des Flächennutzungsplans zusätzlich der Grünzug zwischen den Plattenbauten und dem Havelufer in Bauland umgewandelt werden.

Die Stadt will den Stadtverordneten am 13. September das überarbeitete städtebauliche Konzept „für die Abrundung des Baugebietes am Humboldtring“ vorlegen, sagte Stadtplanungschef Andreas Goetzmann am Montag vor Journalisten. Das Konzept sieht Geschosswohnungsbau vor, der sich von Fünfgeschossern im Osten bis hin zu Dreigeschossern im Westen staffelt. Entlang der Nutheschnellstraße soll eine „klare städtebauliche Kante“ entstehen. Dahinter ist eine aufgelockerte Gebäudestruktur geplant. Die „kleinteilige Bebauung“ in Richtung Havelufer ermöglicht laut Goetzmann „Ein- und Ausblicke vom Wohngebiet zum Havelufer und umgekehrt“.

Stadtplanungschef Andreas Goetzmann

Stadtplanungschef Andreas Goetzmann

Quelle: Archiv

Bei der Schlösserstiftung ist man wenig angetan. Sprecher Frank Kallensee erklärte am Montag, dass die Stiftung zwar die Bebauung mittragen würde, die sich innerhalb des derzeit gültigen Flächennutzungsplans befindet, nicht aber die geplante Bebauung in Richtung Neue Fahrt: „Es geht um einen Grünzug entlang der Havel, der immer mehr eingeengt wird.” Die dichte Bebauung würde den Blick vom Flatowturm in Richtung St. Nikolai beeinträchtigen.

Die zuletzt vorgenommenen Modifikationen in den Planungen – etwa dass die Bebauung an der Nuthestraße teilweise zugunsten einer Grünfläche zurückgesetzt werden soll – können die Stiftung nicht umstimmen. Ob sie wegen des B-Plans vor Gericht zieht, ließ Kallensee offen. Zunächst seien öffentliche Auslegung und politische Meinungsbildung abzuwarten: „Danach werden wir weitere Schritte prüfen.“

Grünen-Bauexpertin Saskia Hüneke

Grünen-Bauexpertin Saskia Hüneke.

Quelle: Bernd Gartenschläger

Auch Grünen-Bauexpertin Saskia Hüneke lehnt die Verwaltungspläne ab: „Zum einen ist die letzte freie Fläche des Sichtfächers der ,Langen Sicht’ aus dem Babelsberger Park in die Havellandschaft für die Wirksamkeit der Welterbelandschaft unverzichtbar; zum anderen möchten wir mit einem eigenen Beschlussantrag erreichen, dass der Nuthepark bis zur Humboldtbrücke fortgeführt wird.“

Goetzmann hält den Kritikern den hohen Bedarf an gut erreichbaren Wohnungsbauflächen entgegen. „Umso lieber, je zentraler sie in der Stadt liegen.“ Durch zentrumsnahes Wohnen soll der Autoverkehr etwas eingedämmt werden. Ein weiteres Argument sind laut Goetzmann die Sozialwohnungen, die der Bauherr zum Ausgleich für die Umwandlung des Grün- in Baulandes bereitstellen muss. 2015 war die SPD mit diesem Vorstoß erfolgreich. Das Potsdamer Baulandmodell sieht vor, dass der Planungsgewinn teilweise für Sozialwohnungsbau verwendet werden soll.

Läuft aus Sicht der Stadt alles glatt, könnte Anfang 2019 mit dem Bau begonnen werden.

 

Von Ildiko Röd

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