Volltextsuche über das Angebot:

1 ° / -5 ° wolkig

Navigation:
Stadtschloss weiter ohne Attikafiguren

Bürokratie behindert den Verein Potsdamer Stadtschloss Stadtschloss weiter ohne Attikafiguren

Das wiedererrichtete Potsdamer Stadtschloss zieht die Besucher in Scharen an - doch die historischen Attikafiguren auf dem Dach des Gebäudes fehlen weiterhin. Dabei sind einige längst restauriert. Doch ihre Aufstellung scheitert an Formalien – nicht nur zum Leidwesen der Besucher.

Voriger Artikel
Einkaufsmeile unter dem Stadtkanal abgesagt
Nächster Artikel
„Verstummung“ in der Fabrik

Das Landtagsschloss könnte noch prachtvoller sein: mit den Attikafiguren.

Quelle: dpa

Potsdam. Die für diesen Monat geplante Rückkehr der ersten Attikafiguren auf das Potsdamer Landtagsschloss verzögert sich. Grund sei die langwierige und aufwendige Bearbeitung der Bauanträge für die Aufstellung der Figuren auf dem Dach, sagte der stellvertretende Vorsitzende des Vereins Potsdamer Stadtschloss, Hans-Joachim Kuke. Wann die Figuren kommen, sei völlig offen

Landtagsdirektor Detlef Voigt hatte im März im Parlament erklärt, dass im Juni der fünf Tonnen schwere Herkules und der Jüngling auf dem westlichen Kopfbau platziert werden könnten. Im Herbst sollten dann die sitzenden Frauenfiguren Ariadne und Hygieia auf dem östlichen Kopfbau folgen.

Der Verein Potsdamer Stadtschloss muss alle Kosten für die Restaurierung der Figuren selbst stemmen. Denn das Land beteiligt sich daran nicht. Allein die Fertigstellung der ersten acht Figuren hat 300 000 Euro gekostet, hinzu kommen mindestens 6000 Euro pro Figur für die Platzierung auf den Dachgesimsen.

Geschaffen im 18. Jahrhundert

Geschaffen wurden die an die Antike angelehnten, überlebensgroßen Skulpturen Mitte des 18. Jahrhunderts. Auf dem historischen Stadtschloss standen insgesamt 76 Skulpturen.

1966 kamen die Attika-Figuren von Potsdam nach Berlin auf die Humboldt-Universität. Grundlage war ein Leihvertrag, der zwischen der DDR-Schlösserstiftung und der Humboldt-Universität geschlossen wurde.

Befürworter der Rückhol-Aktion verweisen unter anderem auf die „Charta von Venedig”, die als zentrale und international anerkannte Richtlinie in der Denkmalpflege gilt. In ihr heißt es: „Werke der Bildhauerei, der Malerei oder der dekorativen Ausstattung, die integraler Bestandteil eines Denkmals sind, dürfen von ihm nicht getrennt werden; es sei denn, diese Maßnahme ist die einzige Möglichkeit, deren Erhaltung zu sichern.”

„Im gerade beschlossenen Doppelhaushalt für 2015/2016 gibt es für die Aufstellung der Figuren kein Geld“, bestätigte Landtagssprecher Rainer Liesegang. Pikant ist dabei: Sobald sie auf dem Parlamentsbau stehen, gehen die Figuren in das Eigentum des Landtags über, weil sie dann Teil des Gebäudes seien, sagte Liesegang. Der Landtag habe großes Interesse an der Rückkehr des Dachschmucks.

Auf dem historischen Stadtschloss hat es ursprünglich 70 Attikafiguren gegeben. Nach der Sprengung der Schlossruine im Jahr 1960 wurden die Figuren teils mit Trümmern eingegraben oder eingelagert.

Einige erhaltene Figuren befinden sich heute als Leihgaben auf Dachgesimsen der Berliner Humboldt-Universität. Ihr Schicksal ist nach wie vor ungeklärt

Von MAZ-online

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Potsdam
Potsdams Innenstadt - vor und nach dem Krieg

Der 14. April 1945 ist ein sonniger, warmer Frühlingstag – ein Sonnabend.  Um 22:15 Uhr ertönen die Sirenen, Bomben fallen auf Potsdam und wenig später marschiert die russische Armee in Potsdam ein. Das Stadtbild ist ein anderes geworden.

Das Protokoll zum Luftangriff: www.maz-online.de/Nacht-von-Potsdam

57811e88-cc1d-11e5-9fb5-3858ea6ed044
Babys aus Oberhavel (6)

Babys aus Oberhavel, Januar/Februar 2016

MAZab: Termine

Was geht ab? Jede Menge Events in Potsdam und im Land Brandenburg

Kinoprogramm

Alle aktuellen Filme in den Kinos von Potsdam und im ganzen Land Brandenburg