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Potsdam Bornstedt bekommt lang ersehnten Stadtteilladen
Lokales Potsdam Bornstedt bekommt lang ersehnten Stadtteilladen
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02:18 28.05.2018
Stadtteilkoordinator Christian Kube (3.v.r.) mit dem Team des neuen Stadtteilladens in der Georg-Hermann-Allee 27. Quelle: Bernd Gartenschläger
Potsdam

Das Bornstedter Feld entwickelt sich weiter: Der langersehnte Stadtteilladen wurde mit einem Paukenschlag und Massenansturm eröffnet. Damit kommt der Stadtteil dem aktiven Nachbarschaftsleben eines Kiezes einen Schritt näher, der Zusammenhalt der Bornstedter wächst. Die aufgeregten Besuchermassen, die am Eröffnungstag die neuen Räume an der Georg-Hermann-Allee stürmten, zeigen einmal mehr die große Lücke auf, die nun geschlossen werden soll.

Bornstedt lockt mit relativ günstigen Mietpreisen und der Nähe zum Stadtzentrum viele Neuankömmlinge, die Wohnungen sind da, die Infrastruktur allerdings fehlt weitgehend, seit Jahren. „Dagegen wollten wir etwas tun, denn man möchte ja nicht nur wohnen sondern leben“, sagt Christian Spitz, einer der Initiatoren des Stadtteilladens. Und das Bornstedter Feld ist dabei so beliebt wie kein anderer Teil Potsdams, derzeit leben rund 13.000 Menschen im ehemaligen Kasernenort. „Wer aber durch den Kiez fährt, der kann Bornstedt derzeit noch nicht viel abgewinnen, Plattenbauten und leere Straßen dominieren das Bild“, sagt Spitz.

Endgültiger Treffpunkt wird noch gesucht

Der Stadtteilladen soll nun alles ändern, die Nachbarn näher zueinanderbringen und das Wohnen dort lebenwerter machen. „Dabei stellt der jetzige Standort nur eine Übergangslösung dar, wie arbeiten noch an einer dauerhaften Location für den Nachbarschaftstreff“, sagt Spitz. Er sei aber zuversichtlich, dass etwas passendes gefunden werde.

Spitz war es auch, der den Stein im Bornstedter Feld erst ins Rollen brachte: Gemeinsam mit seiner Frau Kristin und zwei weiteren Familien habe er bereits vor vielen Jahren versucht, etwas aus dem Stadtteil zu machen. „Dann haben wir einen Verein gegründet, damit unsere Anliegen auch Bedeutung haben“, sagt Spitz. Und seit der Entstehung des Stadtteil Initiative Bornstedt e.V. sei es ein Selbstläufer.

Aus sieben Gründungsmitgliedern zu Beginn wurden mittlerweile 30, bei den regelmäßigen Treffen kommen aber auch immer wieder neue Bornstedter und bringen sich ein. „So kam auch die Idee des Stadtteilladens zustande, den wir ohne die Unterstützung anderer Vereine nicht hätten realisieren können.“ Im Entwicklungsprozess hätten sich immer mehr Vereine, darunter die Stadtrandelfen und ProPotsdam, Politiker und schließlich sogar die Fachhochschule mit eingebracht.

Bornstedter bieten viele Aktionen an

Nähschule, Eltern-Kind-Angebote und Fitnesskurse – die Bornstedter haben sich bereits mit vielen Angeboten in die Gestaltung des Nachbarschaftszentrums eingebracht. Und genau so haben Verein und der frisch gebackene Stadtteilkoordinator Christian Kube auch gedacht. „Wir wollten einen Anstoß geben, die Bürger aber füllen den Raum letztlich mit Leben“, sagt Spitz. Die Gäste tummeln sich am Kuchentisch, tragen sich für Aktivitäten ein und erkunden das Gelände des Stadtteilladens – das Angebot kommt an. „Wir haben uns auf circa 60 Leute bei der Eröffnung vorbereitet, bisher haben wir schon über 100 gezählt“, sagt Spitz am Donnerstagabend, „es ist einfach überwältigend.“ Eine kleine Belohnung für die viele ehrenamtliche Arbeit der vergangenen Jahre sei es und der Beginn von etwas Großem.

„Wenn man ein Eigenheim hat, dann lebt man dort, aber ist im Endeffekt alleine, solange man seine Nachbarn nicht kennt. Bei uns war es so, dass unsere Hecke irgendwann so hoch war, dass ich mich auf einen Stuhl stellen musste, um darüber zu sehen, solche Hürden nehmen wir uns durch den Treffpunkt“, sagt Spitz.

Stadtteil vom Kopf auf die Füße stellen

Der Stadtteilladen soll aber nicht die einzige Baustelle des Vereins bleiben, mit politischer Unterstützung wollen Spitz und seine Mitstreiter den Stadtteil vom Kopf auf die Füße stellen. Dafür haben sie unter anderem Matthias Finken, CDU-Fraktionschef und Sprecher der Interessengemeinschaft Bornstedter Feld, ins Boot geholt. „Es gibt noch viele Baustellen, wie zum Beispiel die geplanten Eindämmung des Volksparks, um die wir uns als Nachbarschaft kümmern müssen“, sagt Finken. Letztlich ginge es doch für jeden Menschen auch darum, einen Ort zu finden, an dem er sich Zuhause fühle – eine gesunde Nachbarschaft gehöre dabei dazu.

Ein Thema, das in den kommenden Monaten besonders wichtig sein wird, ist die Entwicklung des Johann-Baumann-Platzes. „Es gibt Überlegungen, ob der Treffpunkt langfristig dorthin verlegt werden soll“, sagt Finken. Außerdem gäbe es mit den Besitzern der Gewerbeflächen Verhandlungen, freie Räume mit vielfältigen Angeboten zu belegen. „Bisher ist es eher kahl hier, viel zu entdecken gibt es nicht“, sagt Spitz. „Außer natürlich die Nachbarn, und um die kennenzulernen, haben wir mit dem Stadtteilladen eine gute Grundlage geschaffen.“

Von Leonie Zimmermann

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