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Potsdam Stadtwerke-Chefs: Untreue-Verdacht vom Tisch
Lokales Potsdam Stadtwerke-Chefs: Untreue-Verdacht vom Tisch
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09:43 06.07.2016
Wilfried Böhme (l.) und Holger Neumann Quelle: Bosschaart
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Potsdam

Die Potsdamer Stadtwerke-Affäre wird wohl keine strafrechtlichen Konsequenzen nach sich ziehen: Die Staatsanwaltschaft nimmt weder gegen Ex-Stadtwerke- und EWP-Geschäftsführer Wilfried Böhme, noch gegen die freigestellten Manager der Tochterunternehmen EWP und Step, Holger Neumann und Enrico Munder, Ermittlungen auf. Das bestätigte der Sprecher der Potsdamer Anklagebehörde, Christoph Lange, am Dienstag auf Anfrage. „Es gibt auf Grundlage der bisherigen Akten und Informationen keinen hinreichenden Anfangsverdacht“, so Lange.

Gegen Wilfried Böhme steht der Vorwurf der Vetternwirtschaft im Raum. Er soll der Bauschlosserei seines Schwagers einen lukrativen Auftrag bei der EWP verschafft haben. Verträge unter Verwandten seien „grundsätzlich nicht verboten“, erklärt Staatsanwalt Lange. Das wäre nur relevant, wenn dem Unternehmen dadurch Schaden entstanden wäre und das sei momentan nicht zu erkennen. Unabhängig davon prüft die Finanzbehörde, ob der Schwager wegen Scheinselbstständigkeit zu belangen ist – und damit auch die Stadtwerke, weil sie Sozialabgaben nicht bezahlt hätten.

Dem Unternehmen sei kein hoher Schaden entstanden

Einen Anfangsverdacht wegen Untreue können die Ankläger derzeit auch gegen den freigestellten EWP- und früheren Step-Geschäftsführer Holger Neumann nicht erkennen. Neumann soll gemeinsam mit Step-Manager Enrico Munder der Ex-Prokuristin Petra V. über einen Zeitraum von zehn Jahren Gehaltserhöhungen von insgesamt rund 480  000 Euro gezahlt haben – ohne Einwilligung der zuständigen Gremien. Das sei zwar ein Pflichtverstoß, erläutert Lange – strafrechtliche Ermittlungen wären aber auch hier nur angezeigt, wenn dem Konzern dadurch ein existenzgefährdender Schaden entständen wäre.

Korruptionsverdacht gegen Ex-Prokuristin wird noch geprüft

Ob gegen Ex-Prokuristin Petra V. wegen Korruptionsverdacht ermittelt wird, ist noch nicht entschieden. Sie soll einer Baufirma, die ihr Privathaus plante, Verträge zugeschanzt haben. Für ihren Fall ist die Schwerpunktstaatsanwaltschaft für Korruption in Neuruppin zuständig. „Wir prüfen noch, ob ein Anfangsverdacht vorliegt. Wir haben noch nicht alle Unterlagen“, so Oberstaatsanwalt Frank Winter.

Mitte Juli wird der Abschlussbericht der Stadtwerke-Innenrevision erwartet. Von ihm wird auch abhängen, ob die freigestellten Manager arbeitsrechtlich belangt und nachträglich gekündigt werden können.

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Von Marion Kaufmann

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