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Potsdam Stadtwerke Potsdam: Das sind die neuen Chefs
Lokales Potsdam Stadtwerke Potsdam: Das sind die neuen Chefs
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20:26 27.06.2016
 Die Neuen: Horst Müller-Zinsius (l.), neuer Geschäftsführer der Stadtwerke Potsdam (SWP), Christian Erdmann und Jörn-Michael Westphal (r.), Führungsduo der Energie und Wasser Potsdam GmbH (EWP).   Quelle: Michaela Grimm
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Potsdam

 Die Worte Neubeginn, Neuanfang und Stabilität fielen immer wieder, während am Montag Oberbürgermeister Jann Jakobs (SPD) in der Firmenzentrale in der Steinstraße das neue Führungstrio der Potsdamer Stadtwerke (SWP) und der Energie und Wasser Potsdam GmbH (EWP) nun auch öffentlich vorstellte. Christian Erdmann, Horst Müller Zinsius und Jörn-Michael Westphal sollen beide Unternehmen für die kommenden neun bis zwölf Monate interimistisch übernehmen und endlich einen Schlussstrich unter den Stadtwerke-Skandal ziehen, der offenbar in den vergangenen fünf Jahren nach dem Rücktritt von Peter Paffhausen nur unzureichend aufgearbeitet worden war. Denn immer sorgten Schlagzeilen über unrechtmäßige Zahlungen an Mitarbeiter(innen) und Vetternwirtschaft für Unruhe beim Stadtwerkeverbund, der sich wirtschaftlich und technisch eigentlich in einem guten Zustand befindet.

Erdmann, einst Kämmerer und derzeit Leiter des Rechnungsprüfungsamtes der Stadt, sowie die erfolgreichen Pro-Potsdam-Manager Müller-Zinsius und Westphal sollen dafür sorgen, dass bei den Stadtwerken fortan auch Transparenz und Compliance (Regelkonformität) die erforderliche Aufmerksamkeit zuteil wird. Das Trio hat alle nötigen Befugnisse, bis im Rahmen einer deutschlandweiten Ausschreibung und mit Hilfe eines Personalberatungsunternehmens neue Geschäftsführer gefunden worden sind.

Dabei soll das Prinzip der Doppelspitze beibehalten werden. Jakobs, der im August nach dem seit längerem avisierten Abschied von Elona Müller-Preinesberger (parteilos) wieder den Vorsitz des EWP-Aufsichtsrates übernehmen wird, wies ausdrücklich darauf hin, das er Bewerbern aus dem Umfeld von SWP und EWP „relativ wenige Chancen“ einräumt. Auf der anderen Seite wurden die Kompetenzen der Leiterin der internen Revision, Bettina Biffi, deutlich erhöht. Sie hat zukünftig Prokura.

Ob der klare Schnitt wirklich gelingt, muss die Zeit zeigen. Niemand weiß, welche Untoten noch in den Kellern der Stadtwerke herumgeistern. Auch ist die Aufarbeitung der Verfehlungen der einstigen Geschäftsführer Holger Neumann und Enrico Munder längst nicht bis ins letzte Detail erfolgt, die über Jahre einer Mitarbeiterin Gehaltserhöhungen und Boni von insgesamt fast 500 000 Euro am Aufsichtsrat vorbei genehmigt hatten.

 Jakobs hofft auf einen abschließenden Bericht Mitte bis Ende Juli. Dieser solle dann mit den Aufsichtsräten und dem Hauptausschuss der Stadtverordneten diskutiert und das weitere Vorgehen abgestimmt werden. Zugleich betonte der Oberbürgermeister die enge Zusammenarbeit mit den Staatsanwälten in Neuruppin und Potsdam, die die Vorgänge in den Stadtwerken juristisch auf Untreue und Korruption abklopfen.

Müller-Zinsius, der nun ironischerweise mindestens dreimal wöchentlich auf dem Chefsessel seines einstmals größten Widersachers Peter Paffhausen Platz nehmen wird, sprach von einer Chance, es im zweiten Anlauf doch noch gut zu machen. Dies habe er auch den Mitarbeitern gesagt. Auf die Frage, welche Aufgaben er zuerst angehen werde, blieb er zurückhaltend. „Es wäre vermessen, wenn ich das jetzt schon wissen würde.“

Einen Großauftrag hat ihm Jakobs indes erteilt: die Vollendung des Sport- und Freizeitbades „blu“ am Brauhausberg bis zum Ende diesen Jahres. „Die Sache hat mir der OB schon um den Hals gehängt“, sagte Müller-Zinsius. Denn welche Tücken beim Bäderbau lauern, kann der Nachbar Werder/Havel aus leidvoller Erfahrung erzählen. Doch das ist wieder eine andere Geschichte.

Von Jens Trommer

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