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Potsdam Stadtwerke: Staatsanwalt prüft Korruptionsverdacht
Lokales Potsdam Stadtwerke: Staatsanwalt prüft Korruptionsverdacht
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13:58 25.06.2016
Das Logo der Stadtwerke in Potsdam. Quelle: dpa-Zentralbild
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Potsdam

Neustart mit fadem Beigeschmack: Während am Freitag nach dem Rücktritt von Wilfried Böhme die neuen Interims-Geschäftsführer der Potsdamer Stadtwerke bestellt wurden, befassen sich nun schon zwei Staatsanwaltschaften mit den Ungereimtheiten in der kommunalen Holding.

Die für Korruptionsfälle zuständige Staatsanwaltschaft Neuruppin prüft, ob ein Anfangsverdacht wegen Korruption gegen die frühere Step-Prokuristin Petra V. vorliegt. Das bestätigte der Leitende Oberstaatsanwalt Wilfried Lehmann am Freitag gegenüber der MAZ. Die Potsdamer Staatsanwaltschaft prüft bereits Ermittlungen wegen Untreue gegen die beurlaubten Manager der Stadtwerke-Töchter Step und EWP, Enrico Munder und Holger Neumann. Ihnen wird wie berichtet vorgeworfen, der Vertrauten des früheren Stadtwerke-Chefs Peter Paffhausen, Petra V., überhöhte Gehaltszahlungen zugebilligt zu haben. Die Ex-Prokuristin wiederum soll einer Baufirma, die ihr Privathaus plante, Verträge zugeschanzt haben.

Christian Erdmann. Quelle: privat

Die Interims-Geschäftsführer sollen das Unternehmen „zukünftig im ruhigen Fahrwasser führen“, erklärte Oberbürgermeister Jann Jakobs (SPD) am Freitag. Er hatte vorgeschlagen, Pro-Potsdam-Chef Horst Müller-Zinsius und dem Leiter des Potsdamer Rechnungsprüfungsamtes, Christian Erdmann, die Leitung des Konzerns zu übertragen, bis durch eine Ausschreibung die Geschäftsführerposten dauerhaft neu besetzt werden. Der Aufsichtsrat blieb auf Jakobs-Linie und empfahl am Freitag die Einsetzung der beiden Manager. „Das Wichtigste ist jetzt, dass die Stadtwerke zurück zum Tagesgeschäft kommen“, so Aufsichtsratschef und Bürgermeister Burkhard Exner (SPD). Der Kämmerer spielte 2011 selbst übergangsweise den Ausputzer, nachdem Geschäftsführer Peter Paffhausen über die Spitzel-Affäre gestolpert war. Er soll – Ironie der Geschichte – Pro-Potsdam-Mann Müller-Zinsius ausspionieren lassen haben.

Strickte Trennung zwischen Pro Potsdam und Stadtwerken

Er werde den Stadtwerke-Mitarbeitern „mit Aufrichtigkeit gegenübertreten und um ihr Vertrauen werben“, kündigte Müller-Zinsius an, der seit 18 Jahren an der Pro-Potsdam-Spitze steht. Er wisse, dass es der erklärte Wille Jakobs sei, dass die Unternehmensverbünde Stadtwerke und Pro-Potsdam auch in Zukunft dauerhaft getrennt bleiben. „Dies halte ich auch für richtig“, so der 64-Jährige. An der Zusammenarbeit auf fachlicher Ebene werde sich aber nichts ändern. Er empfinde es als seine Aufgabe, darauf zu achten, „dass Interessenkonflikte zwischen der Pro-Potsdam und den Stadtwerken nicht entstehen“, so Co-Geschäftsführer Christian Erdmann, der – weitere Ironie der Geschichte – früher als Antikorruptionsbeauftragter der Stadt eingesetzt war.

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Von Marion Kaufmann

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