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Stahnsdorfer führt Nationalmannschaft der Köche an

Spitzenkoch Ronny Pietzner Stahnsdorfer führt Nationalmannschaft der Köche an

Der Stahnsdorfer Spitzenkoch Ronny Pietzner führt die Nationalmannschaft der deutschen Köche an. Das große Ziel sind zwei Weltmeisterschaften im kommenden Jahr. Mit der MAZ hat Pietzner über diese Aufgabe gesprochen und er erzählt, warum er als junger Koch Hausverbot in einer Tierhandlung bekam.

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Starkoch Ronny Pietzner

Quelle: privat

Stahnsdorf/Potsdam. Als Ronny Pietzner vor mehr als zehn Jahren seine Sturm-und-Drang-Phase als wilder junger Koch hatte, bekam er sogar einmal Hausverbot im Potsdamer Marktcenter. Genauer gesagt: in der Zoohandlung. Schuld war Pietzners kulinarische Kreation „Guppy im Glas“, die er auch augenzwinkernd „Flipper im Glas“ nennt. Guppys sind Süßwasser-Aquarienfische, die nur bis zu sechs Zentimeter groß werden.

Nachdem Pietzner ungefähr fünf Mal innerhalb von ein paar Tagen in die Zoohandlung spaziert war und immer einen Guppy mitgenommen hatte, wurden die Inhaber neugierig. Sie fragten, was er denn mit den Guppys mache, und Pietzner hielt mit der Wahrheit nicht hinterm Berg: „Ich koche sie.“ Dass jemand ihre Karibik-Fischlein zum Fressen gern hat, fanden die Zoohändler nicht so gut. Ganz anders sahen das die Japaner, als Ronny Pietzner dann in Chicago bei einem Wettkampf mit seinen „Guppys im Glas“ daherkam. Bei den Sushi-gewohnten Asiaten war das Fischgericht der absolute Renner.

Ein Jung-Koch im Wettbewerbsmodus

Ein Jung-Koch im Wettbewerbsmodus.

Quelle: dpa-Zentralbild

Mittlerweile macht der Star-Koch aus Stahnsdorf, der sich als Caterer für Top-Events einen überregionalen Namen gemacht hat, nicht mehr mit kleinen Fischen Schlagzeilen. Jetzt hat er einen echt dicken Fisch an der Angel. Seine Mission heißt: Gold für Deutschlands Köche. Seit kurzem ist Ronny Pietzner der neue Teammanager der deutschen Nationalmannschaft der Köche.

Am Wochenende war der 39-Jährige in Hamburg, um sein etwa 20-köpfiges Team auszuwählen. Das heißt: Dutzende Küchen-Cracks aus der ganzen Republik „casten“, damit daraus eine homogene und gleichzeitig kreative Einheit wird. Denn im Jahr 2018 geht’s gleich zweimal um die höchsten Ehren: Bereits im April findet die Gesamtweltmeisterschaft „Battle for the Lion“ in Singapur statt und gegen Jahresende rittern die Star-Köche dann in Luxemburg erneut um den Weltmeister-Titel eines anderen Kochverbandes.

Schweiz, USA und Kanada sind sehr stark – aber auch die Asiaten

Bis zu 60 Nationen gehen da in den Wettkampf um die ganz großen kulinarischen Weihen. „Skandinavien ist sehr stark“, analysiert Pietzner, „auch die USA und Kanada, weil sie hohe Budgets haben.“ Vorne an der Spitze kochen traditionell auch die Schweizer mit, die sich anscheinend erfolgreich von ihrer Rösti-Geschichte gelöst haben. Ebenfalls nicht zu unterschätzen sind die Asiaten mit ihrem Aushängeschild Singapur. Der Grund: „Dort gibt es unglaublich viele Sterne-Hotels.“

Fingerspitzengefühl ist gefragt

Fingerspitzengefühl ist gefragt.

Quelle: dpa-Zentralbild

Was man braucht, um auf den internationalen Bühnen glänzen zu können, weiß der Spitzenkoch aus eigener Erfahrung. Er kennt sich aus, wenn es um die Köche-Nationalmannschaft geht. Zunächst als Mitglied, später als Teammanager der Mannschaft, holte er Goldmedaillen bei Olympiaden, Europa- und Weltmeisterschaften. 2006 gewann das Team die „Battle for the Lion“ in Singapur – der Höhepunkt seiner Zeit als Manager.

Höchste Konzentration bei den Wettbewerben

Höchste Konzentration bei den Wettbewerben.

Quelle: dpa-Zentralbild

Warum es ihn jetzt noch einmal in den Fingern juckt, es der internationalen Konkurrenz zu zeigen? Zwei Gründe gab es, wieder in den kulinarischen Ring zu steigen. Zum einen sieht sich der Herd-Maestro in der Verantwortung, aktiv den Nachwuchs zu fördern. Pietzner ist keiner, der nur wohlfeile Worte macht, wenn es um das Engagement für die Spitzenköche von morgen geht.

Und: Er ist zutiefst überzeugt von seinem Konzept für das Team. Üppige und überladene Schickimicki-Küche sei Schnee von gestern. „Wir wollen zeigen, wie gut, kreativ und wertvoll gesunde Ernährung ist.“ Dabei setzt er voll auf regionale Produkte, deren Wert wieder ins Rampenlicht gerückt werden müsse. In den nächsten Wochen werden die Köche der Nationalmannschaft regelmäßig zum gemeinsamen Training zusammenkommen. Dass diese Treffen oft in Hotels und Hotelfachschulen in Brandenburg und Berlin stattfinden sollen, kommt dem Lokalpatrioten Pietzner natürlich entgegen.

Von Ildiko Röd

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