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Stalking-Prozess: Die Ex bedroht und beleidigt

Prozess in Potsdam Stalking-Prozess: Die Ex bedroht und beleidigt

Nach der Trennung flippte Ramin A. (35) aus. Immer wieder lauerte er seiner Ex-Freundin auf, beleidigte und bedrohte sie und ihren neuen Freund und wurde auch handgreiflich. Nun steht der Iraner in Potsdam vor Gericht. Atteste bezeugen, dass seine Nachstellungen die Ex-Freundin krank gemacht haben. Der Angeklagte beteuert, dass die Ex alles nur erfunden hat.

Potsdam. Er ist immer da. Er ist überall. Das hat er ihr doch versprochen. Hat es ihr geschworen, als ihre Liebe noch jung war. Hat es auch nicht gebrochen, als sie sich zehn Jahre später im September 2014 von ihm trennt, um endlich frei zu sein und einer Beziehung zu entfliehen, die sie krank gemacht hat, wie sie sagt.

Doch Jana G. (32) ist nicht frei. In diesen Tagen durchlebt sie in Gedanken all das noch einmal, was sie am liebsten vergessen würde. Die schlanke, bildhübsche Krankenpflegerin aus Potsdam ist Nebenklägerin in einem Stalking-Prozess vor dem Potsdamer Amtsgericht. Angeklagt ist ihr ehemaliger Lebensgefährte Ramin A. (35). Ihm werden Nachstellung, Bedrohung, Beleidigung, vorsätzliche Körperverletzung und Brandstiftung vorgeworfen. Auch gegen das Gewaltschutzgesetz soll er laut Anklage verstoßen haben.

Der erste Prozess platzte, weil der Angeklagte in den Iran ausreiste

Ein erster Prozess gegen den seit 18 Jahren in Deutschland lebenden Iraner war bereits im vergangenen Herbst begonnen worden, aber wenig später geplatzt. Ramin A. war nicht mehr zu den Verhandlungsterminen erschienen und offenbar für mehrere Monate in sein Heimatland ausgereist. „In dieser Zeit ging es mir gut“, sagt Jana G. am Dienstag beim erneuten Prozessauftakt. Doch nun beginne es wieder: das Herzrasen, die Atemnot und das Zittern. Nun leide sie wieder stärker unter Alpträumen und Panikattacken.

Jana G. und der Staatsanwalt berichten von vielen ungeheuerlichen Dingen. Demnach neigte der Angeklagte schon vor der Trennung zu körperlicher und psychischer Gewalt gegenüber Jana G., kontrollierte und isolierte sie. Nach der Trennung aber eskaliert die Situation. Er lauert der Ex-Freundin, mit der er einen gemeinsamen Sohn (7) hat, tagtäglich auf. Er passt sie vor der Wohnung ab, vor dem Haus der Eltern, vor Cafés, Restaurants, auf dem Kinderspielplatz. Er verfolgt sie bis zur Arbeit und stellt sie vor den Kollegen zur Rede. Bei solchen Treffen verlangt er, dass sie zu ihm zurückkommen solle, droht, den Sohn in den Iran mitzunehmen, beteuert, dass er sie über alles liebe, immer auf sie warten werde, dass er sie überall finde – egal, in welcher Stadt und in welchem Land.

Beschuldigter darf sich der Ex nicht auf weniger als 100 Meter nähern

Nicht einmal eine Woche nach der Trennung erwirkt Jana G. einen gerichtlichen Beschluss nach dem Gewaltschutzgesetz. Der Beschluss ist unbefristet und untersagt es Ramin A., sich ihr und dem Sohn auf weniger als 100 Meter zu nähern. Ramin A. ignoriert ihn nicht nur einmal. Gelingt es ihm nicht, Jana G. aufzuspüren, versucht er über ihre Schwester und die Freundinnen Kontakt zu ihr herzustellen. Er bedroht und beleidigt auch den neuen Freund. Daniel V. solle schon mal sein Grab schaufeln – er schwöre, dass er ihn umbringen werde. Am 19. Januar 2015 soll Ramin A. schließlich das Auto des Nebenbuhlers mit einem Brandbeschleuniger übergossen und angezündet haben. Der Chevrolet erlitt Totalschaden.

Ramin A. weist am Dienstag alle Anschuldigungen von sich. „Diese ganze Sache ist von vornherein von der Frau und ihrem Freund geplant und durchgeführt worden. Das ist alles gespieltes Theater. Auch ihre psychische Krankheit.“

Seit zwei Jahren ist Jana G. in psychiatrischer und psychologischer Behandlung. In ihrer düstersten Zeit war sie ein halbes Jahr arbeitsunfähig. Atteste liegen vor. Es ist ihr anzusehen, wie viel sie der Prozess kostet. Der nächste Termin ist Donnerstag angesetzt.

Von Nadine Fabian

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