Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Potsdam Stararchitekt baut an Alter Fahrt
Lokales Potsdam Stararchitekt baut an Alter Fahrt
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
13:37 24.07.2015
Am Ende der künftigen Brauerstraße wird der „Platz an der Pergola“ entstehen. Quelle: Pro Potsdam
Anzeige
Innenstadt

Jetzt ist es raus, welcher Architekt an der Alten Fahrt auf den Grundstücken Brauerstraße 4-6 das Bauprojekt von Investor Abris Lelbach realisieren wird: Sergei Tchoban. Der renommierte deutsch-russische Architekt wird vier Stadthäuser planen, von denen eines ein Eckgebäude am neuen „Platz an der Pergola“ sein wird. Die Gebäude – zur Hälfte Mietwohnungen, die andere Hälfte Eigentumswohnungen – entstehen auf einem Grundstück in Eins-A-Lage am Havelufer, nur einen Steinwurf vom Landtag und vom Museum Barberini entfernt.

Für das Museumsprojekt hatte Lelbach bekanntlich Mäzen Hasso Plattner gewinnen können, der jetzt dort ein Museum für zeitgenössische Kunst entwickelt. Später entschied man sich, dass Plattner alleine zu Ende baut.

Architekt Tchoban, der jetzt den Zuschlag für Lelbachs Vorhaben in der Brauerstraße 4-6 bekommen hat, ist in der Branche ein bekannter Name. Er betreibt je ein Büro in Berlin und in Moskau. Bekanntheit erlangte er unter anderem mit dem Entwurf des höchsten geplanten Wolkenkratzers, des Federation Complex in Moskau. 2010 und 2012 kuratierte Tchoban die Ausstellungen des russischen Pavillons auf der 12. und 13. Architekturbiennale in Venedig. In Berlin hat er unter anderem das „Dom Aquaree“ im Jahr 2003 realisiert sowie die „Mall of Berlin“, die im vergangenen Jahr eröffnet wurde. Er zeichnete auch für den Umbau des Berolinahauses am Alexanderplatz verantwortlich. 2013 eröffnete er ein Museum für Architekturzeichnungen, das von seiner eigenen Tchoban-Foundation getragen wird.

Bauherr Abris Lelbach an der Aten Fahrt. Quelle: Christel Köster

Der Baugrund für das Lelbach-Projekt an der Brauerstraße 4-6 wird im Herbst diesen Jahres vorbereitet. Ende 2016 ist als Fertigstellungstermin avisiert: „Wenn das Wetter mitspielt“, schränkt Lelbach ein. Tchoban ging als Sieger aus einem von Lelbach ausgeschriebenen Wettbewerb hervor, an dem auch die Stadt mit beteiligt war. Baudezernent Matthias Klipp (Grüne) saß in der Jury, außerdem der frühere Bauausschuss-Vorsitzende Rolf Kutzmutz (Linke) und die Gestaltungsratsvorsitzende Ulla Luther. Worauf Lelbach bei dem Verfahren besonderen Wert legte: „Für uns war es sehr wichtig, das im Konsens zu machen.“ Als erster Investor habe er deswegen auch die Wohnungsbaugenossenschaft in der Nachbarschaft gebeten, teilzunehmen, um Feedback zu bekommen. „Wir haben eine städtebaulich schwierige Ecke, die noch in der Potsdamer Diskussion ist, in Kenntnis des spezifischen Potsdamer Verhältnisses adäquat gelöst“, ist der Investor überzeugt. Sein Fazit: „Jetzt ist etwas Schönes daraus geworden.“

Wie schön es wird, darüber darf die Allgemeinheit derweil noch rätseln. Bislang war es nur den Mitgliedern des Gestaltungsrats vergönnt, die Pläne – im nicht-öffentlichen Teil ihrer Sitzung – zu begutachten. „Voraussetzung zur Vorstellung eines Bauvorhabens im Gestaltungsrat ist immer die Zustimmung des Bauherrn“, erklärt Rathaus-Sprecher Jan Brunzlow. „Er entscheidet dabei, ob sein Projekt im öffentlichen oder im nicht öffentlichen Teil der Sitzung des Gestaltungsrates vorgestellt und diskutiert wird.“ Allerdings wird im Nachgang zur Sitzung das Protokoll mit den Empfehlungen des Gestaltungsrates auch aus dem nicht öffentlichen Teil im Internet veröffentlicht und ist damit jedermann zugänglich.

Mit den Entwürfen will Lelbach erst an die Öffentlichkeit gehen, sobald es endgültig grünes Licht von der Genehmigungsbehörde gegeben hat. Eine Baugenehmigung gibt es derzeit noch nicht, wie das Rathaus auf Nachfrage mitteilt. Die Vorstellung im Gestaltungsrat erfolge in Vorbereitung der Bauantragsunterlagen, so Brunzlow. Erst auf der Grundlage eines Bauantrags kann dann eine Baugenehmigung erteilt werden.

Das öffentliche Interesse an dem Bauprojekt in so prominenter Lage direkt neben den künftigen architektonischen „Platzhirschen“ wie den Palazzi Chiericati und Pompeji oder Hasso Plattners Museum Barberini darf man jedoch nicht unterschätzen. Schon der Verkauf der städtischen Grundstücke Brauerstraße 4-6 an Lelbach sorgte im Nachgang für einigen Wirbel. Immerhin hatten die Stadtverordneten in nicht-öffentlicher Ausschusssitzung für die freihändige Vergabe an den Investor gestimmt. Gegen den Verdacht, es habe sich dabei – aus Dankbarkeit für Lelbachs Leistung beim Museumsprojekt – um einen „Schnäppchendeal“ gehandelt, verwahrt sich der Unternehmer energisch. Schließlich habe er zuvor „ein vergleichbares Grundstück 20 Meter weiter“ in der Brauerstraße erworben und zwar im Zuge eines öffentlichen Wettbewerbs: „Und das war deutlich billiger.“

Insgesamt geht es an der Alten Fahrt sichtbar mit Siebenmeilenstiefeln voran. Der südliche Teil der Haveluferbebauung an der Humboldtstraße 1-4 - in unmittelbarer Nachbarschaft zur Langen Brücke – steht kurz vor der Fertigstellung und Inbetriebnahme. Das Museum Barberini soll Ende 2016 fertiggestellt werden. Nun fehlt nur noch die Realisierung des nördlichen Teils der Haveluferbebauung, aber auch hier geht es voran: Im September 2015 beginnen die Bauarbeiten für die Brauerstraße 1 und Anfang 2016 ist Baubeginn für die Brauerstraße 2-3.

Von Ildiko Röd

Der Potsdamer Stadtteil Schlaatz ist jüngst wegen eines Kriminalfalls bundesweit bekannt geworden: Bei der Suche nach dem vermissten Elias (6) halfen hunderte Schlaatzer. Doch wie lebt es sich tatsächlich in der Siedlung an der Nuthe, die lange als Problemkiez galt? Wir haben uns umgeschaut und die Bewohner befragt.

24.07.2015
Potsdam Mega-Stau auf der Nuthestraße - Positive Reaktionen auf „Baustellen-Umbau“

Am Donnerstagmorgen kracht es auf der Nuthestraße. Stau – der Weg nach Potsdam ist versperrt. Rettungswagen und Polizei kommen nur mühsam durch und nur mit einem „Trick“ wieder weg. Einige Autofahrer schauen da ganz genau hin – und machen es der Polizei nach. Die Reaktionen zeigen: Viele Leser haben dafür Verständnis.

24.07.2015
Potsdam Matthias Klipp geht in die Offensive - Umstrittener Baudezernent will neue Amtszeit

Er ist kantig, ruppig und bestimmt nicht jedermanns Darling – und neuerdings wegen seines privaten Wohnhauses in der Kritik: Der Potsdamer Baudezernent Matthias Klipp. Nun geht der Bündnisgrüne in die Offensive: Er möchte gern eine zweite Amtszeit Beigeordneter sein.

24.07.2015
Anzeige