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Potsdam Starttermin für Garnisonkirchturm
Lokales Potsdam Starttermin für Garnisonkirchturm
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10:40 04.10.2016
Anja Engel ist die Projektleiterin des Kunsthauses im Potsdamer Rechenzentrum. Quelle: Bernd Gartenschläger
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Potsdam

Anja Engel ist im Auftrag der Stiftung SPI die Projektleiterin des Kunst und Kreativhauses im alten Rechenzentrum, das nach Freigabe der unteren Etagen nun komplett an die neuen Nutzer übergeht.

MAZ: Heute startet die zweite Einzugswelle. Wie viele neue Mieter erwarten Sie?

Anja Engel: Es kommen in Etage 1 und 2 noch einmal 105 Räume hinzu. Heute Nachmittag und morgen werden 30 neue Mieter einziehen. Insgesamt gibt es aktuell rund 70 Personen, Kreativunternehmen und Institutionen, die auf ihren Einzug warten. Und die verfügbaren Räume voraussichtlich füllen werden.


Im November 2015 zogen die ersten Künstler in die oberen zwei Etagen ein.
Wie viele Mieter waren es dort bis jetzt?

Engel: Die 129 Räume sind über knapp 100 Mietverträge vergeben worden. Insgesamt waren es bisher bereits rund 150 Nutzer.

Der Fachpolitischen Beirat, der zur Begleitung des Kunsthauses gegründet wurde, diskutiert parallel zum Rechenzentrum auch über ein neues Kunstzentrum in der Husarenkaserne an der Berliner Straße. Wie sehen das die Nutzer des Hauses?

Engel: Die Husarenkaserne ist ein Objekt, das als Alternative im Raum steht. Manche Wegbereiter und Nutzer denken: Warum nicht beides? Sie sehen durchaus das Potenzial, dass Potsdam beide Objekte füllen kann.

Das Rechenzentrum gilt bislang nur als zeitweiliges Angebot für die Nutzer. Gibt es schon Szenarien für den Fall, dass es bleibt?

Engel: Nein, aber die Zukunftsfragen sind im Raum, werden gemeinsam besprochen und erarbeitet.

Welche Regelung gibt es aktuell mit der Stiftung Garnisonkirche, der das Grundstück gehört?

Engel:
Es gibt die Vereinbarung, dass der Gesamtbetrieb des Rechenzentrums als Kunst- und Kreativhaus bei einem Baubeginn des Turms der Garnisonkirche im Sommer oder Herbst 2017 nicht gefährdet wird. Die Räume, die unmittelbar zu dem nur wenige Meter entfernten Turm weisen, werden nur eingeschränkt nutzbar sein. Das berücksichtigen wir jetzt bei der Raumvergabe.

Rechenzentrum und Garnisonkirche

Das um 1970 errichtete Rechenzentrum steht auf dem Grundriss des Garnisonkirchschiffs. Weil dessen Wiederaufbau noch nicht absehbar ist, wurde das Gebäude nach dem Auszug der früheren Nutzer übergangsweise als Kunst- und Kreativhaus freigegeben.

ohne dass das Rechenzentrum fällt. Beide Bauwerke stünden an der dichtesten Stelle mehr als einen Meter auseinander.

Für den Wiederaufbau des Garnisonkirchturms fehlen nach jüngsten Angaben der Stiftung Garnisonkirche noch eine Million Euro.

Die nächste Führung durchs Haus unter dem Motto „Rundgang durch’s Eckige“ mit Projektleiterin Anja Engel gibt es am Donnerstag, 6. Oktober, um 18 Uhr. Weitere Infos auf www. rz-potsdam.de

Wie kommt der aktuelle Mietpreis für die Nutzer zustande?

Engel: Die aktuell sieben Euro pro Quadratmeter sind möglich, weil der Sanierungsträger das Gebäude der Stiftung SPI als Betreiberin entgeltfrei überlässt. Es handelt sich dabei um eine Abschlagszahlung für Betriebskosten und Management. Also eigentlich nicht um die Miete, sondern um Nebenkosten. Die Betriebskosten aber kennen wir noch nicht.

Wann ist die Stunde der Wahrheit?

Engel: Die erste Abrechnung kommt im Oktober. Dann wissen wir überhaupt erst, was es kostet.

Wie lange steht die aktuelle Miete fest?

Engel: Bis zum 31. August 2018. Es ist allen klar: Wenn man über eine langfristige Nutzung nachdenkt, dann muss man darüber sprechen: Was muss hier gemacht werden, wie behutsam darf das sein, was ist nötig, wie wird das finanziert? Und was macht das mit den Mieten? Natürlich ist das auch eine Frage der politischen Entscheidungen. Denn bisher lief das hier ohne Förderung.

Ist es nicht prinzipiell gut, dass so ein Haus den Kreativen zunächst einmal für eine Übergangszeit zur Verfügung steht?

Engel: Viele sagen: Das Improvisierte, die Zwischennutzung, der Mangel, das sind doch genau die Bedingungen, unter denen Künstler gut arbeiten können. Ohne Frage. Aber das heißt nicht, dass sie NUR unter solchen Bedingungen gut arbeiten können. Bei einem Objekt mit langfristiger Nutzung würden Künstler auch nicht nein sagen, sondern gerne länger bleiben.

Von Volker Oelschläger

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